Titelaufnahme

Titel
Ergotherapeutisch relevante Evidenzen zu bilateralem Training nach einem Schlaganfall: Zur Verbesserung motorischer Funktionen der oberen Extremität
Weitere Titel
Evidences for bilateral training of the upper limb after stroke in the context of Occupational Therapy
VerfasserBeisteiner, Alicia
GutachterGrundtner, Stefan
Erschienen2016
Datum der AbgabeJuni 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Ergotherapie / Bilaterales Training / Obere Extremität / Schlaganfall / Hemiparese / -plegie / Motorische Funktionen
Schlagwörter (EN)Occupational Therapy / Bilateral Training / Upper limb / Stroke / Hemiparesis / -plegia / Motor function
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: Bilaterales Training kann in der Ergotherapie unter anderem als Interventionsform bei PatientInnen mit einer Hemiparese der oberen Extremität infolge eines Schlaganfalls eingesetzt werden. Hierbei werden aktiv entweder symmetrisch oder asymmetrisch mit beiden Armen zugleich Übungen durchgeführt, welche eine Verbesserung motorischer Funktionen induzieren sollen. Die dadurch entstehenden motorischen Funktionsverbesserungen können für Personen mit Hemiparese ein wichtiger Schritt zurück zur Selbstständigkeit sein. Da eines der obersten Prinzipien der Ergotherapie die Unterstützung zur bestmöglichen Wiederherstellung der Selbstständigkeit ist, ergab sich für diesen Literaturreview folgende Fragestellung: Welche ergotherapeutisch relevanten Evidenzen gibt es für bilaterales Training zur Verbesserung motorischer Funktionen der oberen hemiparetischen Extremität infolge eines Schlaganfalls?

Methodik: Zur Bearbeitung dieser Fragestellung wurden vier Datenbanken mit verschiedenen Schlüsselbegriffen systematisch durchsucht und mithilfe von bestimmten Ein- und Ausschlusskriterien passende Literatur ausgewählt. Diese wurde im Anschluss dargestellt, verglichen und diskutiert.

Ergebnisse: Alle bearbeiteten Publikationen weisen verbesserte motorische Funktionen der betroffenen Extremität nach bilateralem Training auf. In der akuten Rehabilitationsphase erwies sich bilaterales Training als nicht effektiver, im Vergleich mit unilateralem Training. In der subakuten Rehabilitationsphase weisen drei von vier Studien größere motorische Verbesserungen der betroffenen Extremität nach bilateralem Training auf, verglichen mit den Kontrollgruppen. Drei von acht Studien weisen in der chronischen Rehabilitationsphase größere motorische Verbesserungen nach unilateralem Training auf, im Vergleich mit bilateralem Training.

Conclusio: Die durch diesen Scoping Review dargelegten Evidenzen für bilaterales Training als Interventionsform zur Verbesserung motorischer Funktionen bei Behandlung der oberen Extremität nach einem Schlaganfall können für praktizierende ErgotherapeutInnen bei der Wahl der individuell passenden und klientInnenzentrierten Therapieform hilfreich sein.

Zusammenfassung (Englisch)

Background: Bilateral training can be used in occupational therapy, among other things as a form of intervention in patients with hemiparesis of the upper extremity following a stroke. Here are carried out exercises with both arms at the same time either symmetrically or asymmetrically with the aim to induce an improvement in motor functions. The resulting motor function improvements can be a major step back to independence for individuals with hemiparesis. Since one of the highest principles of occupational therapy is to support the best possible restoration of independence, following questioning for the literature review was found: What evidence exists for bilateral training in the treatment of upper limb after stroke in the context of occupational therapy?

Methods: For this question four databases were searched systematically with various key terms and appropriate literature was selected using specific inclusion and exclusion criteria. Those was presented, compared and discussed afterwards.

Results: All edited publications showed improved motor function of the affected limb after bilateral training. In the acute rehabilitation phase, bilateral training proved to be not more effective than unilateral training. In the subacute rehabilitation phase three of four studies showed greater improvement of motor function of the affected limb after bilateral training compared to the control groups. Three of eight studies in the chronic rehabilitation phase showed greater motor function improvement after unilateral training, compared with bilateral training.

Conclusions: The evidence presented by this review of bilateral training in the treatment of upper limb after stroke may be useful for occupational therapists in the choice of individually suitable therapy.