Titelaufnahme

Titel
Die „kleine Vermietung“ bei der Liebhabereibeurteilung : Rechtfertigt eine negative Prognoserechnung eine vorläufige Veranlagung?
Weitere Titel
The so-called “small leasing” when assessing hobby Does a negative prognostic calculation justify temporary assessment?
VerfasserKraher, Alexander Simon
GutachterScheiblauer, Markus
Erschienen2016
Datum der AbgabeJuni 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Absehbarer Zeitraum / Angehörigenjudikatur / Beobachtungszeitraum / Einkunftsquelle / Ermessen / Fremdvergleich / Kleine Vermietung / Liebhaberei / Prognoserechnung / Ungewissheit / Vorläufigkeit
Schlagwörter (EN)forseeable period of time / judicature for relatives / period of observation / source of income / discretion / comparison with a non-relative third party / the so-called “small leasing” / hobby / prognostic calculation / statement / uncertainty / preliminarity
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Grundlegendes Merkmal einer Einkunftsquelle ist im Steuerrecht die Einkünfteerziehlungs-absicht. Sowohl im Bereich der betrieblichen als auch der außerbetrieblichen Einkunftsarten führt die Finanzverwaltung bei Betriebseröffnung eine genaue Überprüfung der Profitabilität der Einkunftsquelle durch. In dieser Arbeit wird die Liebhaberei bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung untersucht und näher auf die Wohnungsvermietung eingegangen. Speziell im Bereich der „kleinen“ Vermietung ist eine positive Prognoserechnung von wesentlicher Bedeutung, da bei negativer Beurteilung keine steuerlich relevante Einkunftsquelle vorliegt und allfällige (Anfangs-) Verluste nicht mit anderen positiven Einkünften iRd vertikalen Verlustausgleiches verrechnet werden können.

Häufig erzielen Vermietungen nicht nur in den ersten Jahren, sondern über einen längeren Zeitraum, Verluste. Die steuerliche Anerkennung dieser führt zu Auseinandersetzungen zwischen der Finanzverwaltung und dem Steuerpflichtigen. Die LRL und die LVO dienen dazu, eine bessere Vergleichbarkeit und eine einheitliche Vorgehensweise für die steuerliche Beurteilung solcher Betätigungen zu schaffen. Beide geben Anweisungen für die korrekte Anwendung der Liebhabereiprüfung iZm verlustbringenden Einkunftsquellen.

Wesentlicher Schwerpunkt der Arbeit ist die Untersuchung der Prognoserechnung, welche zur steuerlichen Beurteilung herangezogen wird. Liegt gegenständlich eine steuerlich relevante Einkunftsquelle oder ein steuerlich unrelevantes Voluptuar vor? Durch verschiedenste Ansätze der Einnahmen und Ausgaben kann der Steuerpflichtige die Prognoserechnung derart manipulieren, dass der Abgabenbehörde erst im Laufe der Jahre die wahre Entwicklung bekannt wird. Viele Faktoren beeinflussen die Prognoserechnung dahingehend, dass ein negatives oder positives Gesamtergebnis erzielt werden kann. Die Prognoserechnung ist eine Schätzung des Abgabepflichtigen der zu erwartenden Einnahmen und Werbungskosten. Die Entwicklung von Darlehenszinsen, Indexan-passungen, unerwartete Instandhaltungsaufwendungen sowie Mietausfälle können dabei kaum betraglich fix prognostiziert werden.

Die Prognoserechnung ist mE das einzig adäquate Mittel um die zukünftige Entwicklung der Einkunftsquelle darzulegen. Diese Arbeit soll iRd Liebhabereiprüfung dazu beitragen, dass immer wiederkehrende Problembereiche einheitlich und gleich bei allen AbgPfl behandelt werden.

Zusammenfassung (Englisch)

The basic element of a source of income in fiscal law is the intention of gaining income. When starting a business the financial authority carries out a profound examination concerning the profitability of the source of income in both professional and personal earnings. This thesis focuses on hobby when gaining income from renting and leasing. I will particularly focus on the letting of flats. Especially in the case of the so-called “small leasing” positive assessing is of fundamental importance, as in the case of a negative evaluation no fiscally relevant source of income exists. Possible losses at the beginning cannot be compensated with positive incomes within the scope of balancing losses.

Rents do not only gain losses in the first few years, but also within a longer period of time. Fiscal acceptance of these losses leads to conflicts between the financial authority and the taxpayer. The two laws LRL and LVO help to create better comparability and a standardized evaluation of such operations. Both laws give directives on the correct assessment of hobby in relation to loss involving sources of income.

A substantial part of my thesis is the examination of the prognostic calculation, which is used for a fiscal judgement. Do we have a fiscally relevant source of income or an irrelevant one? By manipulating incomes and expenses, the taxpayer is able to distract the prognostic calculation in such a way that the financial authority only recognizes the true development in the course of years. Many factors influence the prognostic calculation in a way that either a final negative or a positive result can be achieved. The prognostic calculation is an estimation of the taxpayer which income and individual tax return can be expected. The development of interests of credit, index adjustments, unexpected maintenance investments as well as loss of rent are of course impossible to predict.

From my point of view the prognostic calculation is the only adequate means to show the future development of the source of income. In the case of hobby examination recurring problems are to be dealt with in a fair and just way for all the taxpayers. This was at least my aim when writing this thesis.