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Title
Anwendungsmöglichkeiten der kombinierten Klumpfußbehandlung nach Ponseti und Zukunft-Huber bei Kindern mit ICP mit erworbenen Klumpfüßen
Additional Titles
Methods of application of the combined clubfoot treatment based on Ponseti and Zukunft-Huber on chlidren with CP with acquired clubfoot
AuthorKischojan, Elen
Thesis advisorHöhne, Franziska
Published2016
Date of SubmissionMarch 2016
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Restriction-Information
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Classification
Abstract (German)

Mit einer Prävalenz von 2 – 3 pro 1000 lebend geborenen Kindern, stellt die Zerebralparese die häufigste Ursache für spastische Bewegungsstörungen im Kindesalter dar.

Eines der häufigsten Probleme von Patienten und Patientinnen mit Zerebralparese (CP) stellen die Fußdeformitäten dar.

Der erworbene Klumpfuß ist zumeist beschwerdebelastet und sollte daher unbedingt korrigiert werden. Innerhalb der Behandlung gilt, dass im Alter bis zu sechs Jahren vorrangig konservative Methoden angewandt werden sollten um die Risiken einer Operation zu vermeiden.

In den letzten zehn Jahren wurde das Konzept nach Ponseti weltweit bekannt und hat die Klumpfußbehandlung revolutioniert.Die Anwendung der Ponseti-Methode führt bei 90% aller behandelten Klumpfüße zu guten Ergebnissen.

Diese Behandlung umfasst wöchentliche Gipsredressionen, welche alle fünf Komponenten des Klumpfußes schonend mittels Oberschenkelredressionsgipsen korrigiert. Meist wird zusätzlich die Spitzfußkomponente am Ende der Gipsbehandlung durch eine perkutane Achillessehnentenotomie korrigiert. Den entscheidenden Teil stellt jedoch die Nachbehandlung dar. Bis zum vierten Lebensjahr müssen die Kinder eine Fußabduktionsschiene tragen, welche beide Füße in der Korrekturposition hält.

Die dreidimensionale manuelle Fußtherapie nach Zukunft-Huber orientiert sich an der natürlichen Bewegungsentwicklung des Säuglings, mit dem Ziel, dass das Kind sich entsprechend seiner Veranlagung bewegt. Ponseti und Zukunft-Huber verfolgen dieselben Ziele. Wird die Abduktionsschiene vom Kind nicht toleriert, so bietet sich die Therapie nach Zukunft-Huber als sinnvolle Kombination bzw. Ergänzung an. Des Weiteren kann, bei einem ungenügenden Resultat nach Pon-seti, durch die dreidimensionale Fußtherapie eine Optimierung erreicht werden.

Da die Literaturrecherche ergab, dass erworbene Klumpfüße nicht nach dem kombinierten Ponseti und Zukunft-Huber Konzept behandelt werden, entstand folgende zentrale Fragestellung: „Welche Behandlungsprinzipien aus der kombinierten Therapie nach Ponseti und Zukunft-Huber des angeborenen Klumpfußes können für die Behandlung des erworbenen Klumpfußes bei Kindern mit ICP übernommen werden?“.

Die physiotherapeutische Bedeutung dieser Arbeit liegt darin den Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, die mit Kindern mit ICP arbeiten, aufzuzeigen, inwieweit es möglich und sinnvoll ist die Therapieansätze für die Behandlung angeborener Klumpfüße auch in der Therapie der sekundären Klumpfüße anzuwenden. Die Arbeit soll für Physiothera-peutinnen und Physiotherapeuten ersichtlich machen, welche Möglichkeiten es gibt die Kombination der Methoden von Ponseti und Zukunft-Huber auch bei Kindern mit ICP anzuwenden.

Anhand dieser Arbeit wird versucht herauszufinden, welche Behandlungsprinzipien aus der kombinierten Behandlung von Ponseti und Zukunft-Huber beim angeborenen Klumpfuß auch auf die Behandlung von erworbenen Klumpfüßen bei Kindern mit ICP übertragen werden können. Möglicherweise können diese eine Ergänzung zu den derzeit durchgeführten Methoden bei erworbenen Klumpfüßen darstellen.