Bibliographic Metadata

Title
Physiotherapie in der interdisziplinären Gesundheitsförderung des Wiener Roten Kreuzes für Senioren
Additional Titles
Physiotherapy for seniors in interdisciplinary health promotion by the Vienna Red Cross
AuthorMattes, Karin
Thesis advisorEder, Gerhard
Published2016
Date of SubmissionMarch 2016
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Restriction-Information
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Classification
Abstract (German)

Die aktuelle Bevölkerungsentwicklung in Österreich und Europa zeigt eine steigende Zahl an älteren Menschen, viele davon nehmen Hilfestellungen durch Pflege oder Therapie in Anspruch. Wenn Pflege- und Pflegehilfspersonal in ihrem Berufsalltag mit geriatrischen Klientinnen und Klienten mit Fragen zu Sturzprophylaxe und Mobilität konfrontiert werden, stellt sich die Frage, ob dies ihrem Berufsbild entspricht. Um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der mobilen Altenbetreuung des Wiener Roten Kreuz (WRK) nur innerhalb des rechtlichen Rahmens zu Tätigkeiten in diesem Bereich zu beauftragen, stellte das WRK eine Anfrage an die FH Campus Wien.

Es stellt sich somit die Frage, ob es zu Kostenreduktionen kommen kann, wenn das Pflegepersonal auch einfache Interventionen im Bereich der Gesundheitsförderung anbieten sowie bewusstseinsfördernd im Sinne der Prävention von weiteren Erkrankungen tätig ist.

Die zentrale Fragestellung lautet daher: "Welche gesundheitsfördernden Interventionen können im Rahmen der mobilen Altenbetreuung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des WRK durchgeführt und evaluiert werden?"

Diese Arbeit soll die Basis liefern um herauszufinden, welche Schulungsmaßnahmen für das mobile Pflegepersonal des WRK nötig bzw. möglich sind, damit es im gesundheitsfördernden Bereich unter Berücksichtigung der begrenzten zeitlichen, finanziellen und personellen Ressourcen des WRK arbeiten kann. Inhaltlich soll der Fokus auf Sturzprävention und Erhaltung und/oder Förderung der Mobilität liegen. Eine Einschränkung der zu untersuchenden Zielgruppe auf Klientinnen und Klienten der Pflegestufe 3 soll die Heterogenität der abzuleitenden Maßnahmen reduzieren und die Forschungsfrage beantwortbar machen.

Nach der Begriffsdefinition der grundlegenden Begriffe Gesundheitsförderung, Prävention, geriatrische Patientin/geriatrischer Patient, Sturz, Sturzprävention und Mobilität wird der aktuelle Wissenstand dargelegt. Diesem dienen das Qualitätshandbuch ambulant vom Dachverbandes der Wiener Sozialeinrichtungen und die Leitlinie der American Geriatrics Society/British Geriatrics Society zur Sturzprävention als Grundlage.

Beiden Dokumenten liegt eine Fülle an Studien zugrunde, welche bis zum Jahr 2007 berücksichtigt wurden. Während das Qualitätshandbuch eher den pflegerischen Teil abdeckt, widmet sich die Leitlinie in großem Ausmaß dem funktionellen Bereich der Bewegung und Bewegungsfähigkeit der älteren Menschen, welches zur Arbeit der Physiotherapie zählt.

Die teilweise schon bei den Begriffsbestimmungen herangezogenen Studien neueren Datums spiegeln die rege Forschung auf dem wichtigen Gebiet der Sturzprävention wieder. (Diese Inhalte sollen im Kapitel 5, der Diskussion, dargelegt werden.)

Das folgende Kapitel widmet sich den Berufsbildern:

Der Begriff Berufsbild beschreibt das Betätigungsfeld sowie die Tätigkeiten, die von der jeweiligen Berufsgruppe entsprechend der Ausbildung ausgeübt werden dürfen. Die Ausbildungsstätten verfügen über ein je eigenes Curriculum, das gewährleisten muss, dass alle Personen mit dieser Berufsbezeichnung die erforderlichen Fähigkeiten erworben haben. Das Berufsgesetz definiert diese Fähigkeiten. In folgenden Unterkapiteln werden die in den Gesetzestexten auf die Fähigkeiten hinweisenden Passagen zitiert. Es werden die Berufsbilder der Heimhilfe, der Pflegehilfe, der Diplomierte Gesundheits- und Krankenschwestern bzw. -pfleger und der Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten erläutert, um diese Information für die späteren Kapitel bereitzustellen.

Methodik:

Um die in Kapitel 1 dargestellte Fragestellung zu beantworten, wurde eine nicht-empirische Forschungsarbeit durchgeführt. Diese folgt der Methodik der Scoping studies. Den ersten Schritt stellte die Formulierung der Fragestellung unter Berücksichtigung des PICO-Modells dar. Basierend hierauf wurden die Einschluss- und Ausschlusskriterien definiert. Mit diesen wurde in den Datenbanken von Pubmed, Cochrane, Pedro und European Geriatric Medicine eine systematische Literaturrecherche durchgeführt. Es wurden 21 relevante Studien zur Beantwortung der Forschungsfrage berücksichtigt.

Ausblick auf die Auswertung:

Die Ergebnisse sollen anhand von vordefinierten Kriterien analysiert werden, indem Gemeinsamkeiten und Unterschiede verglichen werden. Im Kapitel Diskussion werden im nächsten Schritt die (internationalen) Ergebnisse mit den internationalen Leitlinien und dem österreichischen Wissensstand verglichen. Hierfür werden die Berufsbilder laut ihrer Gesetze einbezogen, um zu prüfen, welche der identifizierten Interventionen den österreichischen berufsrechtlichen Vorgaben entsprechen. Die mobile Altenpflege des WRK arbeitet nach Leitlinien, die im Qualitätshandbuch ambulant dargestellt sind. Die dort angeführten Interventionen werden mit den Erkenntnissen dieser Arbeit verglichen, da die in diese Arbeit eingeschlossenen Studien auf einer jüngeren Evidenzgrundlage basieren, als die im genannten Handbuch berücksichtigten Studien.