Titelaufnahme

Titel
In vitro Aktivität antimikrobieller Chemotherapeutika bei Peritonealdialyse-assoziierten Peritonitiden
Weitere Titel
In vitro activity of antimicrobial chemotherapeutics for the treatment of peritoneal dialysis-associated peritonitis
VerfasserHauer, Stefan
Erschienen2016
Datum der AbgabeJuni 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Antimikrobielle Therapie / Biokompatibilität / Peritonealdialyse / Peritonealdialyselösungen / Peritonealdialyse-assoziierte Peritonitiden
Schlagwörter (EN)antimicrobial therapy / biocompatibility / peritoneal dialysis / peritoneal dialysis fluids / peritoneal dialysis-associated peritonitis
Zugriffsbeschränkung
 _
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die Peritonealdialyse wird zur Therapie von Nierenversagen eingesetzt, wobei das Peritoneum als semipermeable Membran für den Stoffaustausch dient. Sie kann im Vergleich zu anderen Dialysemethoden in Dialyseeinrichtungen oder auch als Heimdialyse angewendet werden. Für die Durchführung muss ein permanenter Zugang zur Bauchhöhle geschaffen werden worüber die Peritonealdialyselösung appliziert werden kann. Der Katheter selbst, sowie der Bereich um den Katheter stellen eine Eintrittspforte für Krankheitserreger dar, wobei häufige Beutelwechsel zu einer höheren Infektionsgefahr führen. Somit führt die größere Flexibilität bei Peritonealdialyse aufgrund der im Vergleich zum Krankenhaus schlechteren Hygienebedingungen zu einer erhöhten Infektionsgefahr, die selbst bei optimaler Schulung der Betroffenen permanent besteht.

Das Erregerspektrum umfasst den Gram positiven, wie auch den Gram negativen Bereich. Für die Therapie der Peritonealdialyse-assoziierten Peritonitis stehen je nach Erreger und lokaler Resistenzlage verschiedene Antibiotika zur Verfügung. Die intraperitoneale Applikation der antimikrobiellen Chemotherapeutika wird dabei als Überlegen gegenüber intravenöser und oraler Therapie betrachtet und stellt somit die Verabreichungsmethode der Wahl dar.

Bis dato wurden nur wenige Versuche, die die Wirkung von antimikrobiellen Chemotherapeutika in Peritonealdialyselösungen untersuchten, durchgeführt. Studien über das Erregerwachstum in Peritonealdialyselösungen weisen dem ungenutzten Dialysat eine bakteriostatische Wirkung nach. Die vorhandenen Studien zeigen ebenfalls, dass die häufigsten kommerziell erhältlichen Peritonealdialyselösungen einen signifikanten Einfluss auf das Bakterienwachstum haben, und die antimikrobielle Wirksamkeit vieler Antibiotika beeinflussen. Obwohl kommerziell erhältliche Peritonealdialyselösungen in vitro eine deutliche Reduktion der antimikrobiellen Aktivität vorweisen, existieren nur wenige Daten bezüglich der in vitro und in vivo Einflüsse diverser Peritonealdialyselösungen auf häufig verwendete Antibiotika. Abschließende Ergebnisse zeigten, dass die in vitro Aktivität von Ampicillin und Linezolid in Peritonealdialyselösungen vermindert ist, Daptomycin jedoch eine hoch wirksame Alternative bei PatientInnen mit Peritonealdialyse-assoziierter Peritonitis darstellen könnte.

Fosfomycin wird in der Humanmedizin bei schweren bakteriellen Infektionen erfolgreich eingesetzt, wurde jedoch noch nicht im Zuge einer Peritonealdialyse-assoziierten Peritonitis Therapie getestet. Aufgrund seiner pharmakokinetischen wie auch pharmakodynamischen Eigenschaften und seines geringen Nebenwirkungspotenzials sollte es jedoch vor allem als Kombinationstherapeutikum in Erwägung gezogen werden.

Zusammenfassung (Englisch)

Peritoneal dialysis is used for the treatment of kidney failure, whereas the peritoneum acts as a semipermeable membrane for molecular transfer. In comparison to other dialysis methods it can be applied in dialysis centers or at home. For the implementation it is necessary to create a permanent access to the abdominal cavity, through this entry the peritoneal dialysis solution can be applied. The catheter and the area around it represent an entry for pathogens. The frequent bag change can lead to a higher risk of infection. Due to the greater flexibility in peritoneal dialysis there is an increased risk of infection because of worse hygiene conditions compared to the hospital, even with optimal training of the persons concerned.

The spectrum of pathogens includes gram positive as well as gram negative bacteria. Depending on the pathogen and its resistance there are different antibiotics available for treatment. The intraperitoneal application of antimicrobial chemotherapeutics is the preferred administration route due to higher drug concentrations on the site of infection and was therefore described as superior compared to intravenous and oral therapy in patients with peritoneal dialysis-associated peritonitis.

To date, few attempts were made which investigated the effects of antimicrobial chemotherapy in case of peritoneal dialysis-associated peritonitis. Existing studies show that the most common and commercially available peritoneal dialysis solutions have a significant impact on bacterial growth, and affect the antimicrobial activity of many antibiotics. Although commercially available peritoneal dialysis solutions demonstrate a significant reduction of antimicrobial activity in vitro, only limited data exists about the in vitro and in vivo activity of recommended antibiotics. Final results show reduced in vitro activity of both ampicillin and linezolid in peritoneal dialysis solutions, but daptomycin could be a highly effective alternative for patients with peritoneal dialysis-associated peritonitis.

Fosfomycin has been successfully used for severe bacterial infections in human medicine, but it has not been tested as a therapy option for peritoneal dialysis-associated peritonitis yet. Due to its pharmacokinetic and pharmacodynamic characteristics as well as its low rate of side effects, it should be taken into account as an alternative treatment option in case of peritoneal dialysis-associated peritonitis, especially in combination with other concentration dependent antibiotics.