Titelaufnahme

Titel
Praktiken der Radikalisierungsprozesse von Dschihadisten: : Analyse von 29 Fällen
Weitere Titel
Practices of Radicalization-Processes of Jihadis: Analysis of 29 cases
VerfasserSantner, Karin
Betreuer / BetreuerinSedlacko, Michal
Erschienen2016
Datum der AbgabeJuni 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Islamismus / Radikalisierung / Terrorismus / Salafismus / Ideologien
Schlagwörter (EN)Islamism / Radicalization / Terrorism / Salafism / Ideology
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die Geschehnisse der letzten Monate im Zusammenhang mit dem Phänomen des islamistisch-dschihadistischen Terrorismus haben verstärkt die Frage nach den Einflüssen aufgeworfen, die Menschen dazu bringen, ihr eigenes Leben im Dschihad zu opfern. Daraus resultierend, stellt sich auch die Frage nach den genauen Abläufen von Radikalisierungsprozessen im islamistisch geprägten Milieu. Besonders für die Sicherheitsbehörden ist es von großer Bedeutung, ein Verständnis für diese zu entwickeln, um möglichst früh die maßgeblichen Indikatoren und somit potentielle Terroristen identifizieren zu können.

Obwohl es sich bei islamistischen Radikalisierungsprozessen um ein im öffentlichen Fokus stehendes Problemfeld handelt, sind empirische Forschungsarbeiten darüber sehr limitiert, was vermutlich an den enormen Zugangsschwierigkeiten zu Primärdaten liegt. Die vorliegende qualitativ-empirische Studie greift genau diese Problematik auf. Sie bietet einerseits einen kurzen Überblick über bereits vorliegende Forschungsarbeiten zu islamistischen Radikalisierungsprozessen und zielt im weiteren Verlauf darauf ab, anhand von feststellbaren veränderten Praktiken der Akteure respektive der Personen, gegen die behördliche Ermittlungen wegen terroristischer Beteiligung geführt wurden, Gemeinsamkeiten oder Unterschiede in den jeweiligen Radikalisierungsverläufen zu erkennen.

Zwar existieren gewisse gemeinsame Elemente innerhalb der Radikalisierungsmodelle, für die Reihenfolge oder aber auch die Geschwindigkeit scheint es keinen gemeinsamen Nenner zu geben, da jeder Radikalisierungsprozess individuell abläuft und im Einzelfall geprüft werden muss.

Eine Vielzahl von zuordenbaren Praktiken konnte anhand von anonymisierten Aussagen aus Einvernahme-Protokollen von 29 Betroffenen identifiziert werden, die in weiterer Folge als Indikatoren für eine fortschreitende Radikalisierung fungieren können. Erwähnenswert ist auch die Tatsache, dass die Mehrheit der Untersuchungsgruppe am Beginn der Radikalisierung weder als streng gläubig zu bezeichnen war noch über ein fundiertes religiöses Wissen verfügte.

Zusammenfassung (Englisch)

All actions within the last few months in connection with the phenomenon of Islamic jihadistic terrorism emphasizes the question of what influences Individuals to sacrifice their own lives.

Out of it also emerges the question, what is the actual process for radicalism in the Islamic Environment. It is therefore of the utmost importance for security forces to develop an understanding and a sense to recognize indicators to identify potential Terrorist at the earliest possible stage.

Even though the processes of Islamic radicalisations are in the focus of public attention, Empirical investigations have limitations, as access to Primarily Data is extremely difficult. The present qualitative empirical study deals exactly with this issue. On the one hand it offers some view in the available research into the Islamic Radicalisation Processes with the aim that with noticeable changing practices from the relevant individuals, respective persons against whom official investigatory work because of Terroristic participations has been undertaken, commonalities or differences are recognizable.

Although there are common elements for individual radicalisation models, there is no common denominator nor a particular order or acceleration process, so each individual Radicalisation Process has to be dealt with separately.

According to anonymous testimony of 29 individuals, a multitude of practices could be identified as indicators for expanding radicalisation.

It should also be mentioned that the majority of individuals interviewed to begin with are not the very religious type, nor did they possess a great knowledge of the Islamic Religion.