Titelaufnahme

Titel
Ich schone mich lieber! : Physiotherapeutische Ansätze bei Bewegungsangst und Vermeidungsverhalten von Menschen mit unspezifischem Rückenschmerz
Weitere Titel
Physiotherapeutic interventions addressing kinesiophobia and fear avoidance behaviour in patients with non-specific low back pain
AutorInnenRenzhofer, Tamara
GutachterEder, Gerhard
Erschienen2016
Datum der AbgabeJuni 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)akuter lumbaler Rückenschmerz / unspezifischer lumbaler Rückenschmerz / Kinesiophobie / Vermeidungsverhalten / Physiotherapie
Schlagwörter (EN)acute low back pain / non-specific low back pain / kinesiophobia / fear avoidance behaviour / physical therapy
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: Unterer Rückenschmerz verursacht jährlich hohe volkswirtschaftliche Kosten durch Behandlungen, Krankschreibungen und Frühpensionierungen. Psychosoziale Faktoren haben sich beim akuten und subakuten unspezifischen lumbalen Rückenschmerz als Störgrößen erwiesen, welche den Genesungsprozess erheblich verzögern oder behindern können und den Weg in eine mögliche Chronifizierung ebnen. Besonders Kinesiophobie und Vermeidungsverhalten finden dabei in der aktuellen Forschung besondere Beachtung. Die Berücksichtigung dieser sogenannten yellow flags ist aus physiotherapeutischer Sicht von besonderer Bedeutung, damit eine der Patientin oder dem Patienten angepasste, Erfolg versprechende Behandlungsstrategie ausgewählt werden kann. Die Auswirkungen physiotherapeutischer Interventionen auf Bewegungsangst und Vermeidungsverhalten zu beleuchten ist Gegenstand der vorliegenden Arbeit.

Zielsetzung: Ziel der Arbeit ist eine Darstellung von Interventionen im Rahmen der Physiotherapie bei akuten und subakuten Rückenschmerzen, welche Einfluss auf Bewegungsangst und Vermeidungsverhalten nehmen.

Methodik: Die vorliegende Arbeit ist eine nicht-empirische Forschungsarbeit. Im Zuge einer Literaturrecherche wurden die Portale Google Scholar, PubMed, PEDro und Cochrane durchsucht. Die Inhalte der Arbeit sind den Resultaten dieser Suche entnommen.

Resultate: Bei allen untersuchten Interventionen wurden als wesentliche Elemente Psychoedukation und/oder aktive Bewegungstherapie eingesetzt und mit anderen Interventionen oder der Standardversorgung verglichen. Durch Kombinationen aus Beratung und Bewegungstherapie konnten signifikante Reduktionen von Bewegungsangst und Vermeidungsverhalten verzeichnet werden, wobei auch eine rein verbale Intervention ein signifikantes Ergebnis liefert. Bei den aktiven Bewegungstherapien zeigten sich standardisierte Konzepte gegenüber individualisierten leicht überlegen. Der Einsatz von kognitiv-behavioralen Interventionen (graded activity) zeigte sich beim Nachweis von erhöhter Bewegungsangst und Vermeidungsverhalten erfolgreich, bewirkte aber bei Patientinnen und Patienten ohne psychosoziale Belastungen ein schlechteres Ergebnis hinsichtlich alltäglicher Einschränkungen.

Conclusio: Das therapeutische Gespräch hat sich als wesentlichster Einflussfaktor auf Bewegungsangst und Vermeidungsverhalten herausgestellt.

Zusammenfassung (Englisch)

Background: Low back pain causes high economical costs every year due to treatments, sick-listing and early retirement. Psychosocial factors in patients with acute and subacute non-specific low back pain can interfere with recovery and can therefore be predictive for chronic conditions. In current research, especially kinesiophobia and fear avoidance be-haviour seem to be highly influential in such cases. For physical therapist´s selection of promising therapeutic interventions, it is important to know about this so called yellow flags. The content of this paper is to show the effects of different physical therapeutic interventions on kinesiophobia and fear avoidance behaviour.

Objective: To show which interventions in physical therapy can influence kinesiophobia and fear avoidance behaviour in patients with acute and subacute non-specific low back pain.

Methods: This paper is non-empirically. The results are built on a literature research. Google Scholar, PubMed, PEDro and Cochrane were used.

Results: All investigated interventions included education and/or therapeutic exercises and were compared to standard care or other interventions. The combination of education and exercise showed significant reductions of kinesiophobia and fear avoidance behaviour. However, one study showed a significant effect of education alone without further interventions. Standardized exercise programs were slightly more effective compared to individualized ones. Cognitive-behavioral interventions, such as graded activity, were shown to be effective for patients with high kinesiophobia and fear avoidance behaviour, but may result in worse outcome for patients without psychosocial stress.

Conclusions: Therapeutic conversation and education has a high influence on kinesio-phobia and fear avoidance behaviour.

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