Titelaufnahme

Titel
Die "gereizte" Kinderblase. : Möglichkeiten und Effektivität von physiotherapeutischen Interventionen bei OAB und DV
Weitere Titel
Child´s „irritated“ bladder. Options and effectiveness of physiotherapeutic interventions for OAB and DV
VerfasserStadler, Sandra
GutachterStelzhammer, Christine
Erschienen2016
Datum der AbgabeJuni 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Überaktive Blase / Dysfunktionelle Miktion / Beckenbodentraining / Elektrostimulation / Kinder
Schlagwörter (EN)Overactive Bladder / Dysfunctional Voiding / Pelvic–Floor-Muscle-Training / Electrical Stimualtion / Children
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Thematik der überaktiven Blase (OAB) und dadurch ausbildenden dysfunktionellen Miktion (DV) in der Kindheit.

Die zentrale Fragestellung „Welche physiotherapeutischen Therapieansätze zur Verbesserung der Symptomatik bei überaktiver Blase und daraus resultierender dysfunktioneller Miktion bei Kindern über dem fünften Lebensjahr gibt es und wie effektiv sind diese?“ wurde anhand von aktueller Literatur bearbeitet und beantwortet.

Ausgeschlossen wurden Krankheitsbilder und Pathologien der LUTS (Lower Urinary Tract Symptoms) mit neurogener Ursache, sowie eine bestehende Problematik bei Kindern unter dem fünften Lebensjahr.

Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine nicht-empirische Forschungsarbeit, deren Grundlage eine ausführliche Literatursuche in den verschiedensten Datenbanken und Bibliotheken darstellte.

Die Epidemiologie, die Problematiken der medikamentösen Therapie und die Möglichkeit der physiotherapeutischen Behandlung stellt die Einführung in das Themenfeld dieser Arbeit dar und machen die Relevanz für die Physiotherapie und die Berechtigung für die Beschäftigung mit diesem Thema klar.

Ein wichtiger Aspekt des Inhaltes stellt die Definition relevanter Begriffe dar. Überaktive Blase und dysfunktionelle Miktion wurde vor allem anhand der vom Komitee der ICCS veröffentlichten Artikel aus 2007 und 2014, definiert.

Weiters wird die Entwicklung der Kontinenz im Kindesalter und die Ausbildung einer überaktiven Blase und dysfunktionellen Miktion, sowie die Beschreibung des konservativen Managements mittels aktueller Literatur erläutert.

Der Abschnitt der Beschreibung der Pathophysiologie und die Folgen bei längerem Bestehen des Krankheitsbildes, machen die Wichtigkeit für ein adäquates Management zur Behandlung klar.

Als konservatives Management werden die Verhaltenstherapie, das medikamentöse Management und die physiotherapeutischen Interventionen angegeben.

Für die Beschreibung der physiotherapeutischen Maßnahmen und deren Evidenz ging eine ausgedehnte Literatursuche voraus. Anhand von genau definierten Selektionskriterien konnten einige Studien herausgefiltert werden die beinahe ausschließlich die hier beschriebenen Krankheitsbilder behandeln.

Vier RCT´s über Beckenbodentraining bei dysfunktioneller Miktion und fünf RCT´s über Elektrostimulation wurden vorgestellt und die Ergebnisse anhand einer Tabelle übersichtlich dargestellt.

Das Ergebnis beschreibt, dass sowohl die Symptomatik der dysfunktionellen Miktion, als auch die Symptomatik bei überaktiver Blase durch ein Beckenbodentrainingsprogramm mit und ohne Biofeedback mittels EMG, Übungen zur Förderung der Wahrnehmung und Übungen zur Förderung der Bauchatmung, in Verbindung mit Verhaltenstherapie zu guten und nachhaltigen Ergebnissen führt. Bei isolierter überaktiver Blase gibt es gute Evidenz für die Elektrostimulation im parasacralen Bereich mittels TENS. Die Stimulation über den N. tibialis post ist eine weitere Möglichkeit, bedarf jedoch noch weiterer empirischer Forschung. Weiters ist noch unklar, wie dauerhaft die Ergebnisse bei Elektrostimulation sind.

Das letzte Kapitel dieser Arbeit beschäftigt sich mit Fragen, die während der Bearbeitung des Themas aufgetreten sind, und weiterer Bearbeitung bedürfen.

Zusammenfassung (Englisch)

This bachelor thesis deals with the topic of overactive bladder (OAB) and therefrom arising dysfunctional voiding (DV) in childhood.

The central question:“What are the physiotherapeutic options for improvement OAB and DV of children older than five years and how effective are they?“ was answered based on current literature.

Excluded were syndromes and pathologies of LUTS (Lower Urainary Tract Symptoms) by neurogenic causes and children with an age younger than five jears.

The present work is a non-empirical research which basis is an extensive literature search.

The description of epidemiology, problem of treatment with medication and possible options for physiotherapeutic treatment makes the importance of the debate on the issue for physiotherapists clear.

An important aspect of the content present definitions of relevant terms. With reference of the item from Comitee of ICCS, the definition of OAB and DV was made.

Further, the development of continence in Childhood and the formation of OAB and DV and the actual conservative management based on current literature was described.

The pathophysiology and it´s consequences makes the importance of adequate management clear.

Conservative managements are „urotherapy“ (in Austria „behavioral therapy“), medication and physiohterapeutic interventions.

For the description of physiotherapeutic interventions, a widespread literature search was done. With several selction critera, items with OAB and DV could be found.

Four RCT´s of Pelvic-Floor-Muscle-Training in the treatment of DV and five RCT´s in treatment of isolated OAB could be selected and summarized. The results are clearly displayed in a table.

Based on the results of the RCT´s and their interpretation the central question could be answered. Both, as well as the symptomatology of DV as the symptomatology of OAB can be improved with Pelvic-Floor-Muscle-Training, excercises for perception, exercises for abdominal breathing and urotherapy. Evidence in literatur based on unblinded RCT´s are existent.

For isolated OAB, electrical stimualtion is an option for treatment and brings good results. TENS in the parasacral area has more evidence than the stimulation of N. tibialis post. More empirical researches are needed for the information of durability of these interventions.

The last chapter deals with the arising questions while interaction with this issue.