Titelaufnahme

Titel
Modulation der Autophagie durch die Interaktion zwischen Maedi-Visna-Virus-Vif Protein und LC3
Weitere Titel
Modulation of Autophagy through the Interaction between Maedi-Visna Virus Vif Protein and LC3
VerfasserMüller, Michael
Erschienen2016
Datum der AbgabeJuli 2016
SpracheEnglisch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Lentivirus / Maedi-Visna-Virus / Wirtsrestriktion / Autophagie / Vif / LC3
Schlagwörter (EN)Lentivirus / Maedi-visna virus / Host restriction / Autophagy / Vif / LC3
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

In der Mitte der 1930iger Jahre wurden zwei neue Krankheiten, welche Maedi und Visna genannt wurden, in Islandschafen entdeckt, nachdem Karakulschafe aus Deutschland importiert wurden. Diese beiden neu aufgetretenen Krankheiten werden durch denselben Virus namens Maedi-Visna Virus (MVV) ausgelöst. Dieser gehört zu der Familie der Retroviren und ist in dieser als Lentivirus klassifiziert. Wie die anderen Mitglieder der lentiviralen Familie verursacht MVV eine langsam voranschreitende Infektionskrankheit, nämlich eine trockene Dyspnoe bei Maedi oder eine Enzephalitis bei Visna. Da sich der Virus rasch über Island ausbreitete wurde in den 1960igern ein Ausrottungsprogramm gestartet, welches dazu führte, dass der MVV in Island nicht mehr existent ist.

Wie die meisten Lentiviren besteht das Genom von MVV aus den strukturellen Genen gag, pol und env sowie aus den Hilfsgenen tat, rev und vif. In den vergangenen Jahren wurde entdeckt, dass Vif das antivirale APOBEC3 Protein des Wirten, welches normalerweise Mutationen im viralen Genom bewirkt, abbaut. Neuste Studien vermuten jedoch, dass, neben dem Abbau von APOBEC3, Vif die Autophagie moduliert umso das angeborene Immunsystem des Wirts zu umgehen. Dies wird durch das Binden von Vif an LC3, was zur Blockierung der Ausbildung des Autophagosomes führt, bewerkstelligt. Da die Interaktion zwischen Vif und LC3 bis jetzt nur in HIV-1 untersucht wurde, beschäftigt sich diese Studie mit der Bindung von MVV- Vif an LC3. Die Ergebnisse zeigen, dass, wie in HIV-1, auch MVV- Vif an LC3 bindet. Des weiteren befindet sich die Bindungsstelle von Vif N- Terminal, was durch eine Co- IP von Vif Mutanten, welche eine verkürzte Sequenz aufweisen, bewiesen wurde. Die Resultate lassen auch vermuten, dass das Kapsid mit LC3 interagiert und somit eine Rolle bei dem Umgehen des angeborenen Immunsystems spielt. Eine Bindung von Tat an LC3 konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.

Zusammenfassung (Englisch)

In the mid 1930’s two new diseases, which were named maedi and visna, occurred in Icelandic sheep after an import of Karakul sheep from Germany. These two diseases are caused by the same virus called maedi-visna virus (MVV). This virus belongs to the Retroviridae family and is classified as a lentivirus. Like all lentiviruses MVV causes a slow infection disease, a dry dyspnoea (maedi) or an encephalitis (visna). As a result of the fast distribution of MVV an eradication program was started in the 1960’s and since then Iceland is free of MVV.

As in most lentiviruses the genome of MVV is organised by the structural genes gag, pol and env together with the auxiliary genes tat, rev and vif. In the last few years it became clear that Vif degrades the antiviral APOBEC3 protein of the host, which normally would cause mutations in the viral genome. New studies suppose that, beside the degradation of APOBEC3, Vif modulates the autophagy to avoid the innate immune system of the host. This occurs by binding of Vif to LC3, which leads to a blocking of the developing of the autophagosome. Since the interacting between Vif and LC3 has been proven just in HIV-1, this study deals with the binding of MVV- Vif to LC3. Results have shown that, like in HIV- 1, MVV- Vif binds LC3. Furthermore the binding site of Vif is N- terminal, which has been shown through Co- IP of Vif mutants, which have a shortened sequence. The results also suggest that the capsid binds LC3 and plays a role in the avoiding of the innate immune system, but an interaction between Tat and LC3 could not be evidenced.