Titelaufnahme

Titel
Mikrobielle Keimbelastung von Operationstextilien (OP-Textilien)
Weitere Titel
Bacterial Burden of Operating Room-Textiles (OR-Textiles)
VerfasserDorrer, Selina
Betreuer / BetreuerinBauer-Rupprecht, Susanne
Erschienen2016
Datum der AbgabeJuni 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Krankenhaushygiene / Nosokomiale Infektionen / OP-Textilien / Umgebungsuntersuchung
Schlagwörter (EN)hospital hygiene / hospital-acquired infections / Operating Room-Textiles / environment investigation
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Postoperative Infektionen gehören mit bis zu 25% zu den drei häufigsten nosokomialen Infektionen. Daher besteht ein großes Interesse an der Aufdeckung und Bekämpfung möglicher Infektionsquellen und Übertragungswege. Das Ziel dieser Studie war die Bestimmung des Ausmaßes der Kontamination von Textilien (Abdecktücher, Kleidung), die im Operationssaal verwendet werden.

Zuerst wurden zur Methodenoptimierung TSA-Platten mit E-swabs verglichen. Anhand der Resultate wurden TSA-Platten für sogenannte Abklatschkulturen verwendet.

Im nächsten Schritt wurde sowohl von der Operationstischumgebung (sterile Abdeckung des Instrumententisches) und von den OP-Oberteilen der Bereichskleidung des OP-Personals (Operateurinnen/Operateuren, Anästhesistinnen/Anästhesisten sowie OP-Schwestern/OP-Pflegern) TSA-Abklatschpräparate genommen. Bei der Kleidung wurden TSA-Platten von der oberen Sternumhälfte sowie der rechten und linken unteren Rippenbogenregion genommen. Als Kontrolle wurden Proben von sauberen und ungetragenen Kleidungsoberteilen erhalten. Die TSA-Platten wurden bei 35°C für 48 Stunden unter aeroben Bedingungen inkubiert. Darauf folgte die Keimzahlbestimmung, Gramfärbung, Ausstreichen der Keime auf einem Columbia-, CNA-, und MacConkey-Agar, Katalase-, sowie Oxidase-Test. Bei Verdacht auf S. aureus wurde zusätzlich der Koagulase-Test durchgeführt. Der letzte Schritt bestand aus der Erregeridentifizierung mittels MALDI-TOF. Die Datenanalyse erfolgte mittels Excel.

Das abschließende Ergebnis zeigte, dass die OP-Kleidung vom OP-Personal, das keine zusätzliche Überkleidung trug, am stärksten mit Keimen kontaminiert war. Die Instrumententischabdeckung wies die geringste Keimbelastung auf. Bei den am häufigsten nachgewiesenen Erregern handelte es sich um Hautflora-Bakterien wie Micrococcus luteus, Koagulase-negative Staphylokokken, Bacillus sp. und Corynebacterium sp.. Selten wurden S. aureus (n=8) und Enterobakterien (n=1) detektiert.

Konklusion: Auch wenn es sich bei den identifizierten Bakterien vor allem um apathogene Hautflora handelte, welche für Gesunde unbedenklich sind, können diese mit Infektionen von Implantaten in Verbindung stehen. Selten aber doch wurden pathogene Bakterien wie S. aureus und Enterobakterien nachgewiesen. Das konsequente Einhalten der in einem Operationsbereich üblichen Bekleidungsregeln ist daher angezeigt.

Zusammenfassung (Englisch)

Postoperative infections currently represent a quarter of all nosocomial infections. Therefore, the detection of possible infection sources and transmission routes is of great interest. The aim of this study was to investigate whether and to what extent surgical textiles are contaminated.

TSA plates were compared with E-swabs, in order to optimize the method. Based on the results, TSA plates were used.

In the next step imprints were taken with TSA plates from the upper region of the sternum and the right and left lower costal arch region of OP-tops of the OP-area clothes of surgeons, anesthetists and surgical nurses. Another imprint was taken from the instrument table cover. Preoperative samples were obtained from unworn, clean OP-tops. The TSA plates then incubated at 35°C for 48 hours. After that the colony count, Gram stain, streaking the microbes on a Columbia, CNA, and MacConkey agar, catalase and oxidase test were conducted. In case of suspicion of S. aureus the coagulase test was carried out as well. The final step was the identification of the bacteria by MALDI-TOF. Data analysis was performed using Excel.

The evaluation of the imprints showed that clothes of persons without additional overcoats were most frequently contaminated, while instrument table covers had the lowest bioburden. The most commonly detected pathogens were Micrococcus luteus, coagulase-negative staphylococci, Bacillus sp. and Corynebacterium sp..

Although most of the detected bacteria are environmental pathogens, they may be associated with infections of implants. The strict commitment to OP-uniform and gowning rules are warranted.