Titelaufnahme

Titel
Prismenadaptation vor Schieloperation bei erworbener Esotropie. Evidenzlage.
Weitere Titel
Preoperative prism adaptation in patients with acquired esotropia. Body of evidence.
VerfasserSteinwender, Madlen
GutachterPichler, Ulrike ; Hirmann, Elisabeth
Erschienen2016
Datum der AbgabeJuni 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)erworbene Esotropie / Evidenzstufen / präoperativer Prismenadaptationstest / Schieloperation
Schlagwörter (EN)acquired esotropia / levels of evidence / preoperative prism adaptation test / strabismus surgery
Zugriffsbeschränkung
 _
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Ziel- und Problemstellung: Diese Literaturarbeit beschäftigt sich mit der Problematik des derzeit in Österreich noch nicht einheitlich vorhandenen sowie evidenzbasierten Vorgehens von Orthoptisten*innen im Hinblick auf die Prismenadaptation bei erworbener Esotropie. Mit dieser Literaturarbeit soll die optimale und individuell auf Patienten*innen adaptierte Anwendung, sowie die Fragestellung, ob bzw. welchen Einfluss das Tragen von Prismen auf postoperative Resultate hat, geklärt und beschrieben werden. Insbesondere soll Bezug auf die Relevanz von präoperativer Prismenadaptation bei erworbener Esotropie genommen werde.

Hintergrund: Die erworbene Esotropie ist ein manifestes Innenschielen, das sich durch unterschiedliche Charakteristika in verschiedene konvergente Schielformen unterteilt. Aufgrund vieler postoperativer Unter- oder Überkorrekturen, beschreiben Autoren*innen zur Vermeidung von Restschielwinkeln den präoperativen Prismenadaptationstest. Die therapeutische Behandlungsmethode dient zum Ausgleich und zur maximalen Steigerung des vorhandenen Schielwinkels, um mögliche Binokularfunktionen beurteilen und eine exakte Operationsdosierung ableiten zu können.

Methoden: Ein aufwändiger und systematischer Suchprozess in einer Vielzahl von Datenbanken ergab insgesamt acht relevante Studien. Anhand jener Studien wurde der Nutzen, das Schielwinkelverhalten vor und nach Prismenanpassung, der ideale Durchführungszeitraum, postoperative Ergebnisse sowie die Korrelation von längerer Prismenadaptation und besseren postoperativen Resultaten untersucht. Wesentliche Bestandteile der Arbeit stellen die Berücksichtigung der Signifikanzen sowie die Beurteilung des Evidenzgehaltes dar.

Ergebnisse: Der Nutzen des präoperativen Prismenadaptationstestes zur Bestimmung der Operationsdosierung bei erworbener Esotropie, kann aufgrund der vorliegenden diskutierten Studien verifiziert werden. Anhand präoperativer Prismenadaptation bestehen bessere motorische sowie auch sensorische Langzeiteffekte und ein deutlich geringeres Risiko von postoperativer Unter- oder Überkorrektur.

Diskussion/Schlussfolgerungen: Der Prismenadaptationstest bei erworbener Esotropie ist vom Kindesalter bis ins hohe Erwachsenenalter indiziert. Bei welchen Schieltypen der erworbenen Esotropie der präoperative PAT von Nutzen ist, konnte in der Literaturarbeit nicht festgestellt werden. Jedoch kann eine Empfehlung von kürzerer Prismenadaptationszeit innerhalb einer Woche abgeleitet werden. Trotz einiger Einschränkungen und schwieriger Vergleichbarkeit der wissenschaftlichen Arbeiten, ist eine konkrete Aussage über die signifikant höhere motorische sowie auch sensorische Erfolgsrate nach Operation des gesteigerten Schielwinkels gegeben.

Zusammenfassung (Englisch)

Objective(s): This thesis deals with the not uniformly available and evidence based approach of orthoptics concerning the preoperative prism adaptation test in patients with acquired esotropia. The aim of this paper is to identify the optimal and for patients individually adapted procedure as well as the pertinence of the method in patients with acquired convergent strabismus. Furthermore the question, if wearing prism influences the postoperative results, is described and clarified.

Background: Acquired esotropia is a form of manifest squint which comprises different convergent strabismus forms. Authors describe the preoperative prism adaptation as a therapeutic method to avoid postoperative under- or overcorrection. The preoperative use of prisms serves to determine the maximum angle of strabismus and to estimate the fusional pontential to set an accurate surgery dosage.

Methods: An extensive and systematic literature search in a variety of databases yielded an overall of eight relevant studies. Based on those studies, benefits of prism adaptation, the squint angle performance before and after prism adaptation, ideal implementation period, postoperative results, and the correlation of longer prism adaptation and better postoperative outcomes are precisely reviewed. An important part of this thesis deals with significances and with the assessment of the levels of evidence.

Results: The benefits of preoperative prism adaptation for determining the operational dosage in acquired esotropia can be verified on the basis of the present studies. Patients with preoperative prism adaptation show better motor and sensory long-term effects and a significant lower risk of postoperative under- or overcorrection.

Discussion/Conclusions: The prism adaptation test in patients with acquired esotropia is indicated from infancy until adulthood. In which types of acquired convergent strabismus the preoperative prism adaptation test is useful, could not be assessed from the literature. However, a recommendation of shorter prism adaptation time within a week can be derived. Despite some limitations and difficult comparability of scientific studies a concrete statement of significantly higher motor as well as sensory success rate after preoperative prism adaptation in strabismus surgery for acquired esotropia is given.