Titelaufnahme

Titel
Epilepsie aus orthoptischer und ophthalmologischer Sicht.
Weitere Titel
Epilepsy from an orthoptical and ophthalmological perspective.
VerfasserWenig, Karin Monika
Betreuer / BetreuerinFaytl, Angelika Sophie ; Hirmann, Elisabeth
Erschienen2016
Datum der AbgabeJuni 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Epilepsie / Anfallsrisiko / Halluzinationen / Anticholinergika / Nystagmus
Schlagwörter (EN)epilepsy / risk of seizures / hallucination / anticholinergics / nystagmus
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Ziel- und Problemstellung: Diese Bachelorarbeit beschäftigt sich mit dem Krankheitsbild Epilepsie und den damit verbundenen orthoptischen und ophthalmologischen Zu-sammenhängen. Im Vordergrund dieser Arbeit stehen die Manifestationsarten der Epi-lepsie im orthoptischen Befund, sowie die Maßnahmen, die dazu dienen epileptische An-fälle während einer orthoptischen Untersuchung zu vermeiden.

Hintergrund: Epileptische Anfälle können durch Kortexschädigungen oder durch eine erhöhte Erregbarkeit der Hirnzellen hervorgerufen werden. Reflexepilepsien können durch externe Faktoren wie Licht oder Muster ausgelöst werden. Anticholinerge Wirkstoffe, wie sie bei ophthalmologischen Untersuchungen eingesetzt werden, führen zu einer Mydriasis und Zykloplegie am Auge, können aber auch als Nebenwirkung Krampfanfälle bei PatientInnen hervorrufen. Weitere Erkennungszeichen epileptischer Anfälle können ein epileptischer Nystagmus und/oder Halluzinationen, die sich als färbige, kreisförmige Muster im Gesichtsfeld manifestieren, sein. Ist eine medikamentöse Behandlung nicht zielführend, kann eine epilepsiechirurgische Operation durchgeführt werden. Allerdings können diese Operationen zu Sehbahnläsionen und weiterführend zu Gesichtsfeldausfäl-len führen.

Methoden: Im Zuge dieser Bachelorarbeit wurde eine Literaturrecherche in Fachbüchern und Datenbanken durchgeführt, um das theoretische Hintergrundwissen zu erweitern. Des Weiteren wurden ExpertInnen mittels telefonischer Interviews befragt, um einen Bezug zum Arbeitsalltag herzustellen. Als ExpertInnen dienten zehn durch Zufall ausgewählte OrthoptistInnen in Österreich, welche in Augenfacharztordinationen tätig sind.

Ergebnisse: Es konnte kein einheitlicher Untersuchungsablauf von den befragten Or-thoptistInnen abgeleitet werden, obwohl sie in regelmäßigen Abständen Epilepsiepatien-tInnen betreuen. Über Zwischenfälle nach der Gabe von Anticholinergika, epileptischen Nystagmen sowie visuelle Halluzinationen während orthoptischer Untersuchungen wurde nie berichtet. Des Weiteren konnte festgestellt werden, dass es nur sehr selten zu epilep-tischen Anfällen während einer orthoptischen bzw. ophthalmologischen Untersuchung kommt.

Diskussion/Schlussfolgerung: Die Manifestation der Epilepsie im orthoptischen und ophthalmologischen Befund kann anhand von visuellen Halluzinationen, epileptischen Nystagmen und Gesichtsfeldausfällen nach epilepsiechirurgischen Operationen erfolgen. OrthoptistInnen tragen durch den sachgemäßen Umgang mit Anticholinergika, Lichtquel-len und Streifenmustern zur Minimierung des Risikos von epileptischen Anfällen der Pati-entInnen bei.

Zusammenfassung (Englisch)

Objective(s): This thesis deals with the clinical picture of epilepsy and the associated orthoptic and ophthalmological context. The purpose of this thesis are the definition of types of manifestation of epilepsy in the orthoptic report, as well as the measures for avoiding epileptic seizures during an orthoptic examination.

Background: Epileptic seizures are caused by injuries of the cortex or increased excita-bility of brain cells. Reflex epilepsies can be triggered by external factors such as light or patterns. Anticholinergics used in ophthalmologic examinations lead to mydriasis and cycloplegia on the eye, but they can also cause side effects such as cramping seizures in patients. Other characteristics of epileptic seizures can be an epileptic nystagmus and/or hallucinations, which appear in the visual field as colored circular patterns. Is the medica-tion not expediently, epilepsy surgery can be performed. However, those surgeries can lead to visual pathway lesions and furthermore to scotomas in the visual field.

Methods: In the course of this thesis a literature research in reference books and data-bases has been realized to expand the theoretical background knowledge. Furthermore telephone interviews with experts were performed in order to establish a reference to eve-ryday working life. Ten orthoptists in Austria who work in specialist practices for orthoptics were selected by chance and served as experts for those interviews.

Results: It was not possible to achieve a uniform examination procedure from the ques-tioned orthoptists, even though they are periodically taking care of patients with epilepsy. Incidents after the administration of anticholinergics, as epileptic nystagmus or visual hal-lucinations during orthoptic examinations have never been reported. Furthermore, it was stated that epileptic seizures during an orthopic or an ophthalmologic examination are extremely rare.

Discussion/Conclusion: The manifestations of epilepsy in an orthoptic and ophthalmo-logic finding can be observed as visual hallucinations, epileptic nystagmus and scotoma after anti-epileptic surgery. Orthoptists contribute to the minimization of the patient´s risk for epileptic seizures by dealing appropriately with anticholinergics, light sources and striped patterns.