Titelaufnahme

Titel
Veränderungen der Symptome des POP in Korrelation mit der Kraft des Beckenbodens unter dem Einfluss von Beckenbodentraining.
Weitere Titel
The influence of pelvic floor muscle training: alterations of POP symptoms in correlation with pelvic floor muscle strength
AutorInnenScherhammer, Barbara Maria
GutachterStelzhammer, Christine
Erschienen2015
Datum der AbgabeMärz 2015
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Problemaufriss

Das Problem des Pelvic organ prolapse (POP, steht für Genitaldeszensus) haben 50% der Frauen, die schon Kinder geboren haben. Laut Olsen A. liegt die Wahrscheinlichkeit für Frauen, sich bis zum Erreichen eines Alters von 80 Jahren einer Operation gegen Inkontinenz oder POP unterziehen zu müssen, bei etwa 11%. In 29,2% dieser Fälle kommt es zu einer zweiten Operation. Unter Betrachtung der Urnenform, die unsere Bevölkerungspyramide immer mehr annimmt, kann eine Steigerung dieser Zahlen angenommen werden.

Faktoren, die das Risiko für einen Prolaps steigern, sind unter anderem ein höheres Alter, Anzahl der Kinder, familiärer Hintergrund mit Prolaps, Übergewicht, schweres Heben und körperliche Arbeit, als auch Obstipation.4(p1089) Faktoren wie eine geringe Bildungsstufe und die Geburt eines großen Babys, sowie ethnische Herkunft (afroamerikanische Frauen haben diesbezüglich gute Voraussetzungen, währenddessen Frauen aus dem lateinamerikanischen Bereich im Nachteil sind) spielen eine Rolle bei der Prävalenz von POP.

Die Prävalenz von symptomatischem POP liegt bei 23%, mit nur einem für POP spezifischen Symptom, dem Gefühl von ‚etwas, das in der Vagina herunterkommt’ (100%). Weitere Symptome sind bei einem geringen Prolapsgrad vor allem Stressinkontinenz (2.33%), Entleerungsbeschwerden (1.16%) bei einem höheren Grad der Senkung, höhere Miktionsrate (3.49%), Rückenschmerzen (3.49%), Obstipation (2.33%) und Unterbauchschmerzen.

Ein ungutes Gefühl und/oder Schmerzen in der Vagina und ‚Schwierigkeiten bei Sex wegen dem Gefühl einer Ausbuchtung’ sind ebenfalls Symptome.

Haque S. und Khan A. schreiben, dass bei einem Rectusprolaps bei 7-30% der Frauen auch das Symptom der Stuhlinkontinenz auftritt. Diese Symptome und Folgen können ADLs und Lebensqualität negativ beeinflussen.

Der Vergleich der Ergebnisse verschiedener Studien ist schwierig, da es viele verschiedene Fragebögen gibt und nicht immer nach den gleichen Symptomen gefragt wird, oder nur nach einigen wenigen.

POP tritt häufig auch in Zusammenhang mit einer Schwäche der Strukturen, die die Organe des Beckens an ihrem Platz halten, wie beispielsweise dem Beckenboden, auf.

Physiotherapeutische Relevanz

Beckenbodentraining hat, laut dem Cochrane Review 2011, einen positiven Einfluss auf Symptome und den Grad des POP. Bei einer verbesserten Funktion des Beckenbodens (mit den Parametern Stärke, Kontraktionsdauer und Koordination) kann auf einen besseren strukturellen Halt für die Organe geschlossen werden. Auf Stressinkontinenz hat es, erwiesenerweise, einen positiven Effekt. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass es durch Physiotherapie auch zu einer Verbesserung der Symptome kommt, allerdings ist ein adäquater Vergleich dieser Ergebnisse nicht vorhanden. Die meisten Frauen mit der Prognose POP, unterziehen sich einer Operation, allerdings ist ein erneutes Auftreten eines POP bei 58% der Patientinnen nach einer operativen Versorgung gegeben. Diese Zahlen zeigen die Notwendigkeit, dass eine konservative Therapie besser erforscht und häufiger angewandt wird. Hierzu gehört sowohl Physiotherapie in Form von Beckenbodenmuskulaturtraining und Anweisung zu beckenbodenschonendem Verhalten (z.Bsp: Gewichtsverlust, kein schweres Heben), als auch die Versorgung und Anpassung mit mechanischen Hilfen, wie beispielsweise Vaginalpessaren, die die Beschwerden lindern sollen.

Die zentrale Fragestellung ist nun, ob oben genannte Symptome sich durch Beckenbodentraining verändern und ob diese Veränderung in einem Zusammenhang mit der Kraft des Beckenbodens steht.

Hypothese

Nun ist anzunehmen, dass es, vergleicht man die Literatur, einen möglichen Zusammenhang zwischen einer Verbesserung der Kraft und Ausdauer des Beckenbodens und der Symptome gibt, da Beckenbodentraining die Lage der Organe des Beckens in eine vorteilhaftere physiologische Situation bringt.