Titelaufnahme

Titel
Assessments im physiotherapeutischen Prozess zur Differenzierung degenerativer Meniskusschädigung von anderen Pathologien im Kniegelenk
Weitere Titel
Assessments in the physiotherapeutic process for differentiation of degenerative meniscal injury from other pathologies of the knee joint
VerfasserOlbrich, Benjamin
GutachterReicher, Eva
Erschienen2016
Datum der AbgabeMärz 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

In den letzten Jahrzehnten unterlag kein anderes menschliches Gewebe einem größeren Meinungswandel bezüglich der Bedeutung für den Körper, wie der Meniskus. Früher wurden die Menisken als nicht notwendig betrachtet und großzügig entfernt. Heute wird aufgrund der Erkenntnisse im Bereich der Anatomie und Biomechanik die meniskuserhaltende Methode bevorzugt, um Degenerationen des Kniegelenkes zu vermeiden. Denn nicht nur die biomechanische Funktion der Menisken als Verteiler und Überträger von Kompressions- und Scherkräften trägt zum wichtigen Erhalt des Gelenkknorpels bei. Sie fungieren auch als neurophysiologische Organe, die durch ihr steuerndes Intervenieren in den Bewegungsprozess Belastungen im Kniegelenk reduzieren können.1

Diverse Studien belegen den direkten Einfluss von degenerativen Meniskusschäden auf die Entstehung und Progredienz einer Gonarthrose. Dabei repräsentiert v.a. der öfter betroffene mediale Meniskus einen erheblichen Risikofaktor für den tibiofemoralen Knorpelverlust.2,3,4,5 Ein frühzeitiges Erkennen von Meniskusdegenerationen im physiotherapeutischen Prozess erscheint daher als sinnvoll, um die Symptome einer fortschreitenden Degeneration durch gezielte Therapie lindern zu können. Dafür muss der Therapeut oder die Therapeutin im Sinne des Clinical Reasonings die geeigneten Assessments heranziehen.

Es gibt zahlreiche klinische Tests, welche es erleichtern degenerative Schädigungen des Meniskus zu identifizieren und von anderen Kniepathologien abzugrenzen. Dabei werden die Menisken durch verschiedene Methoden, welche isoliert oder in Kombination ihre Anwendung finden, unter mechanischen Stress gesetzt, um die typischen Symtome hervorzurufen. Hierzu zählen die direkte Palpation der Menisken, das Auslösen von axialer Kompression, Valgus- oder Varusstress im Kniegelenk und das Durchführen von Kniegelenksbewegungen, wie (Hyper-)flexion, (Hyper-)extension oder Rotation.6

Auf der Suche nach klinisch relevanten Assessments wurden einige Studien gefunden, die zur Beantwortung der zentralen Fragestellung herangezogen werden können. Aus dem Forschungsresultat werden in der 2. Bachelorarbeit voraussichtlich fünf Studien inkludiert, welche zu einer aussagekräftigen Antwort führen sollen. Davon werden 2 Meta-analysen miteinbezogen, die sich von der Auswahl der untersuchten Literatur am deutlichsten unterscheiden.

1. Diemer F, Sutor V. Praxis der medizinischen Trainingstherapie I: Lendenwirbelsäule, Sakroiliakalgelenk und untere Extremität. 2nd ed. Stuttgart: Georg Thieme Verlag; 2011.

2. Berthiaume MJ, Reynauld JP, Martel-Pelletier, et al. Meniscal tear and extrusion are strongly associated with progression of symptomatic knee osteoarthritis as assessed by quantitative magnetic resonance imaging. Annals of the Rheumatic Diseases. 2005;64:556-563. doi: 10.1136/ard.2004.023796.

3. Englund M, Guermazi A, Roemer FW, et al. Meniscal tear in knees without surgery and the development of radiographic osteoarthritis among middle-aged and elderly persons:

The Multicenter Osteoarthritis Study. Arthritis and Rheumatism. 2009;60(3):831-839. doi:10.1002/art.24383.

4. Guermazi A, Hayashi D, Jarraya M, et al. Medial posterior meniscal root tears are associated with development or worsening of medial tibiofemoral cartilage damage: the multicenter osteoarthritis study. Radiology. 2013;268(3):814-821. doi:10.1148/radiol.13122544.

5. Choi ES, Park SJ. Clinical Evaluation of the Root Tear of the Posterior Horn of the Medial Meniscus in Total Knee Arthroplasty for Osteoarthritis. Knee Surgery & Related Research. 2015;27(2):90-94. doi:10.5792/ksrr.2015.27.2.90.

6. Strobel M, Stedtfeld HW. Diagnostik des Kniegelenks. 2nd ed. Berlin, Heidelberg: Springer Verlag; 1991.