Titelaufnahme

Titel
Initiale Läsionen bei Multipler Sklerose
Weitere Titel
Initial lesions in multiple sclerosis
VerfasserSchuhmacher, Bianca
Erschienen2014
Datum der AbgabeJuni 2014
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Multiple Sklerose / clinically isolated syndrome (CIS) / präaktive Läsion / initiale Läsion / Oligodendrozytenapoptose / Mikrogliaknötchen / Mikrogliaaktivierung / αB-Crystallin
Schlagwörter (EN)multiple sclerosis / clinically isolated syndrome (CIS) / preactive lesion / initial lesion / apoptosis of oligodendrocytes / microglial nodules / microglial activation / αB-Crystallin
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung der initialen Läsionen im zentralen Nervensystem bei Multipler Sklerose (MS). Sie gibt einen Überblick über die Pathologie der Erkrankung und die histologisch sichtbaren Gewebsveränderungen.

Initiale Läsionen sind frühe pathologische Veränderungen während der Entstehung von MS, die sich nicht zwingend in aktiv demyeliniserende Läsionen weiter entwickeln müssen. Offenbar sind diese Veränderungen zwar mikroskopisch sichtbar, jedoch weder makroskopisch, noch durch MRT erkennbar.

Pathologische Merkmale dieser frühen Läsionen sind unter anderem das Zugrundegehen der Oligodendrozyten und die Aktivierung und Formation sogenannter Mikrogliaknötchen. Viele Studien zeigen jedoch, dass entgegen der bisherigen Meinungen diese histopathologischen Veränderungen ohne T-Zellinfiltration auftreten. Aktuelle Forschungen versuchen, die Zusammenhänge zwischen der Apoptose der Oligodendrozyten und den Mikrogliaknötchen näher zu beschreiben. Oligodendrozyten und umliegende Myelinscheiden exprimieren offenbar bereits vor ihrer Apoptose spezielle Heat-Shock-Proteine, die auf erhöhten Zellstress hinweisen. Auffällig ist, dass die Rezeptoren dieser Proteine auf den Mikrogliazellen ebenso hochreguliert werden, weshalb offenbar die Schädigung der Oligodendrozyten auch die Aktivierung der Mikrogliazellen bewirkt. Die anschließende Bildung von Mikrogliaknötchen geht mit einer Expression von anti-und proinflammatorischen Molekülen einher, wodurch Mikrogliazellen offenbar in der Lage sind, die Entzündungsreaktion zu steuern. Möglicherweise versuchen sie, einer schädigenden adaptiven Immunantwort und somit auch der T-Zellinfiltration vorzubeugen, und gleichzeitig eine schützende angeborene Immunantwort einzuleiten.

Die Ursache der multiplen Sklerose bleibt weiterhin unklar.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis deals with the development of initial multiple sclerosis lesions in the human central nervous system. It gives an overview about the pathology of the disease and the corresponding histological tissue changes.

Initial lesions are very early pathological changes during the onset of multiple sclerosis that do not necessarily develop into completely active demyelinating lesions. Evidently these early alterations are only visible in the microscope, but they are neither palpable nor visible on MRT scans.

Pathological hallmarks of this initial stage of the disease are the apoptosis of oligodendrocytes and the activation and formation of microglial nodules. Contrary to known views many studies show that T lymphocytes are not visible within the initial lesions. Current researches try to identify the relationship between the oligodendrocyte apoptosis and the formation of microglial nodules. Actually it has been proved that oligodendrocytes and the surrounding myelinsheets already express higher levels of a special heat shock protein, which is called αB-Crystallin before the apoptosis occurs. This protein is associated with cell stress. Additionally it has been shown that the receptor of αB-Crystallin is upregulated on the surface of microglial cells, which might point out that the damage of oligodendrocytes is a possible trigger for microglial activation. The proximate formation of microglial nodules is linked with the expression of pro-and antiinflammatory molecules. That could possibly be the explanation of how microglial cells are able to influence the inflammatory reaction. Obviously they indicate an innate immune response and at the same time they try to prohibit a destructive adaptive immune reaction.

The cause of multiple sclerosis remains still unknown.