Titelaufnahme

Titel
Diagnostik der anterioren Schulterinstabilität im physiotherapeutischen Prozess - Assessments im Evidenzcheck
Weitere Titel
Diagnosis of the anterior shoulder instability in the physiotherapeutic process - evidence check of assessments
VerfasserWallner, Jasmin
GutachterReicher, Eva
Erschienen2016
Datum der AbgabeMärz 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die einleitenden Kapitel der Bachelorarbeit 1 geben einen Überblick über relevante Themen im Bezug zur zentralen Fragestellung. Prinzipiell ist zu sagen, dass das Krankheitsbild der anterioren Schulterinstabilität in unterschiedlichen Literaturen sehr kontrovers behandelt wird. Es finden sich Unterschiede sowohl in den Begriffsdefinitionen, aber auch in der Ätiologie und dem daraus resultierenden Pathomechanismus, wodurch eine Auf- und Erarbeitung des Themas sich als sehr schwierig gestaltet.

Es konnte festgestellt werden, dass die Schulter mit knapp 45% das am meisten dislozierte Gelenk darstellt. 95% der Schulterluxationen sind nach anterior ausgerichtet. Luxationen sind jedoch nur eine Form der Schulterinstabilität, Subluxationen oder leichte Instabilitäten kommen wahrscheinlich weit häufiger vor, bleiben jedoch oft unentdeckt.

Die wichtigsten Fakten der Biomechanik, die für eine optimale Befundung notwendig sind, wurden herausgearbeitet und es wurde festgestellt, dass für ein optimales Verhältnis von Stabilität und Mobilität, eine funktionierende Interaktion zwischen den statischen und dynamischen Stabilisatoren, aber auch dem neuronalen System erforderlich ist. Verhält sich eines dieser drei Systeme dysfunktionell, können Instabilitäten entstehen. Es muss also untersucht werden, welche Systeme nicht einwandfrei funktionieren. Bei einer Dysfunktion des statischen Systems spricht man von einer strukturellen, wenn alle drei Systeme be-troffen sind von einer funktionellen Instabilität. Eine Instabilität kann durch ein adäquates Trauma, einem sogenannten Makrotrauma, oder repetitiver Mikrotraumen entstehen, wodurch in der Pathomechanik zwischen einer traumatischen oder erworbenen Instabilität zu unterscheiden ist. Dies ist auch in der Problemidentifizierungsphase von großer Bedeutung. Die pathomorphologischen Schäden bei einer anterioren Instabilität können unterschiedlich ausfallen und hängen vom Instabilitätsgrad, Aktivitätszustand und Alter der Patientinnen und Patienten ab. Prinzipiell kann gesagt werden, dass junge Frauen und Männern vorwiegend Verletzungen in den statischen Stabilisatoren aufweisen, wodurch weiterlaufend Problematiken in den dynamischen Stabilisatoren auftreten können. Ältere Patientinnen und Patienten jedoch erlangen zuerst eine Verletzung der dynamischen Stabilisatoren. Der Mechanismus kann somit sehr vielfältig sein und es ist notwendig, sowohl auf strukturelle als auch auf funktionelle Instabilitäten hin zu testen.

Zur Beantwortung der zentralen Fragestellung gilt es darauf aufbauend in der Bachelorarbeit 2 herauszufinden, welche Anforderungen an Untersuchungsmethoden in Bezug auf Assessments für die anteriore Schulterinstabilität gestellt werden. Passende Assessments zur Unterstützung der Problemidentifizierungsphase werden eruiert und evaluiert.