Titelaufnahme

Titel
Die Rolle von ILT5 und ILT8 in humoralen Immunantworten nach hämatopoetischen Stammzelltransplantationen
Weitere Titel
The relevance of ILT5 and ILT8 in humoral immune responses after hematopoietic stem cell transplantations
VerfasserHandler, Julia
GutachterSeper, Helena
Erschienen2013
Datum der AbgabeJuni 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Hämatopoetische Stammzelltransplantation / Humorale Immunantwort / Graft-versus-host-disease / Graft-versus-leukemia / Immunoglobulin-like transcript 5 / Immunoglobulin-like transcript 8
Schlagwörter (EN)Hematopoietic stem cell transplantations / Humoral immune response / Graft-versus-host-disease / Graft-versus-leukemia / Immunoglobulin-like transcript 5 / Immunoglobulin-like transcript 8
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die hämatopoetische Stammzelltransplantation (HSZT) stellt eine wichtige Therapieform von Leukämien und anderen Erkrankungen des hämatopoetischen Systems dar. Neben dem heilenden Effekt der Therapie, der als Graft-versus-leukemia (GVL) Reaktion bekannt ist, kann es nach der Behandlung auch zu einer schwerwiegenden Nebenwirkung kommen, die als Graft-versus-host (GVH) Reaktion bezeichnet wird. Sowohl GVL als GVH Reaktionen beruhen auf einer Immunantwort der Zellen des/der Spenders/in, die aufgrund von genetischen Unterschieden hervorgerufen wird. Die Rolle der T-Zellen wurde hinsichtlich dieser immunologischen Reaktionen nach HSZT und dem daraus resultierenden Erfolg der Therapie schon sehr gut erforscht. Die B-Zelleantwort nach HSZT und deren Beitrag zum Erfolg der Behandlung ist allerdings zurzeit noch nicht gut verstanden.

In dieser Arbeit wurden 1048 Seren von 286 Patienten/innen mittels FACS (Fluorescence activated cell sorting) auf Antikörper, die gegen Immunoglobulin-like transcript (ILT) 5 und ILT8 gerichtet sind, untersucht. Bei den untersuchten Proteinen handelt es sich um polymorphe, auf der Oberfläche liegende Moleküle. Die beiden Proteine sind sich in ihrer Aminosäuresequenz mit Ausnahme des intrazellulären Teils sehr ähnlich und könnten durch ihren Polymorphismus im Kontext mit einer humoralen Immunantwort nach HSZT stehen.

In einer zuvor durchgeführten Studie wurden bereits Daten über das Vorkommen von Immunglobulinen gegen ILT5 veröffentlicht. In dieser hier vorliegenden Arbeit erfolgte die Untersuchung eines neuen Serenkollektivs, welches bezüglich der Patienten/innen mit dem Kollektiv der früheren Studie überlappt. Die Analysen auf Anti-ILT5 Antikörper führten in beide Studien zur Identifikation der gleichen Patienten/innen. Über die Entwicklung von Anti-ILT8 Antikörper nach HSZT lagen vor dieser Bachelorarbeit noch keine Daten vor. In den hier vorliegenden Untersuchungen wurde im ersten Färbedurchgang bei einem/er Patienten/in eine erhöhte Reaktivität gegen ILT8 exprimierende Zellen nachgewiesen. In einem weiteren Färbedurchgang mit Zellen anderer Herkunft konnte dies jedoch nicht bestätigt werden.

Die zusätzlich in dieser Arbeit durchgeführte molekularbiologische Untersuchung des ILT8-Moleküls brachte ebenfalls nicht den erhofften Erfolg. Aufgrund der Ähnlichkeit des ILT8 mit anderen Proteinen aus der ILT-Familie, vor allem mit dem ILT1, ist es mit den verwendeten Methoden nicht gelungen, weitere Varianten von ILT8 zu identifizieren.

Obwohl mit den Untersuchungen in der hier vorliegenden Arbeit nicht die gewünschten Resultate erzielt werden konnten, stellen sie trotzdem eine wichtige Grundlage für weitere Untersuchungen im Hinblick auf humorale Immunantworten gegen auf der Oberfläche der Zelle liegende Proteine nach HSZT dar. Die Bestätigung der Ergebnisse der vorangegangenen Studie zeigt, dass für die Untersuchung der Seren ein adäquater methodischer Ansatz gewählt wurde. Bei Einbeziehung weiterer ILT8-Varianten könnten zukünftige auf die hier verwendete Methodik aufbauenden Studien einen endgültigen Aufschluss darüber bringen, ob ILT8 ein Ziel für Antikörperantworten nach HSZT ist.

Zusammenfassung (Englisch)

Hematopoietic stem cell transplantation (HSCT) is an important form of therapy for the treatment of leukemia and other diseases of the hematopoietic system. This treatment can be curative for the patient, but severe side effects are frequently observed in the treated patients. The beneficial effect is known as graft-versus-leukemia (GVL) reaction and the adverse effect is referred to graft-versus-host disease (GVHD). Both reactions are due to a immune response of cells of the donor as a consequence of genetic differences. The relevance of T-cells during these immune responses after HSCT is well established, but regarding the role of B-cell responses after HSCT there is currently limited information.

To find out more about the relevance of B-cells after HSCT, 1048 samples of 286 patients were investigated in this thesis. The analyses were perfored by fluorescence acivated cell sorting. The aim of these investigations was to detect antibodies against Immunoglobulin-like transcript (ILT) 5 and ILT8. The amino acid sequence of these surface molecules is similar. Just the intracellular part of these molecules is very different. Furthermore, ILT5 and potentially also ILT8 are highly polymorphic and therefore they could induce immune responses following HSCT.

The incidence of anti-ILT5 antibodies after HSCT were already investigated in a previous study. In the present study a newer collective of sera was analyzed, but there was an overlap in respect of the patients between the two studies. In this thesis the results of the previous study could be confirmed. However, investigations about the development of ILT8 antibodies were performed for the first time in this study. In the initial experiments sera of one patient, which react with ILT8-expressing cells, could be found. To confirm these results the experiments were repeated with cells of different origin. Unfortunately, in these experiments no reactivity against ILT8 could be detected.

Attempts to identify additional ILT8 variants using a polymerase-chain-reaction (PCR)-based cloning approach were not successful. Due to high sequence similarities between ILT8 and other ILT-molecules in particular ILT1 the generation of ILT8-specific PCR-products was not possible from the cDNA sources used in this studies. Alternative strategies will be necessary to identify other ILT8 variants.

Although no ILT8-reactive sera could be identified and no additional ILT8-variants could be found in this study, the confirmation of the previous identified ILT5-reactive patients is an evidence, that the system of the investigation works. Therefore the results of this thesis can be used for studies in the future.