Titelaufnahme

Titel
Training der hemiplegischen Rumpfmuskulatur mit Hilfe der weniger betroffenen Oberen Extremität? Wii ist das möglich?
Weitere Titel
A patient after stroke is training his core stability with his better upper extremity and the Nintendo Wii. Is this possible?
VerfasserSkoda, Julia
GutachterPilsl, Elisabeth
Erschienen2013
Datum der AbgabeMai 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund:

Der Schlaganfall ist die häufigste Ursache einer Behinderung im Erwachsenenalter und geht meist mit einer Hemiplegie oder Hemiparese einher. PatientenInnen nach einem Schlaganfall brauchen eine große Anzahl an Therapien um verlorengegangene Fähigkeiten wieder zu erlernen.

In der Physiotherapie gibt es verschiedene konzeptionelle Zugänge, wie zum Beispiel das Bobath Konzept oder das Konzept der Propriozeptiven Neuromuskulären Fazilitation (PNF). Beide Konzepte arbeiten ganzheitlich und beziehen alle Aspekte auf strukturellen, Aktivitäts- und Partizipationsebene in die Therapie mit ein. Strukturell liegt der Schwerpunkt in der Erarbeitung der Symmetrie im Sinne der Bahnung von physiologischen Bewegungen und Erarbeitung der Rumpfstabilität. Hierzu bedienen sich beide Konzepte der Technik der Irradiation und der Arbeit mit den Körperdiagonalen.

P.M. Davies beschäftigte sich bereits 1991 in ihrem Buch „Im Mittelpunkt“ mit der Rumpfstabilität und ihre Besonderheit in der Behandlung der Patienten mit Hemiplegie.

In der Weiterentwicklung der therapeutischen Zugänge finden immer mehr technische Hilfsmittel Verwendung in der Physiotherapie. In der Rehabilitation von neurologischen PatientenInnen werden Spielkonsolen mit visuellem Feedback häufiger angewendet. Einige Studien belegten bereits eine Verbesserung der Balancesicherheit und der Gehfähigkeit, durch das Training der Nintendo Wii mit PatientenInnen nach einem Schlaganfall. Weiters konnte auch eine kognitive Verbesserung nachgewiesen werden. Bislang gibt es jedoch keine Studien, die sich mit einem Rumpfstabilitätstraining über Irradiation mit der Nintendo Wii und einem/er Patienten/in nach einem Schlaganfall beschäftigt.

Demnach wird in dieser Einzelfallstudie folgende Frage erläutert:

Welchen Effekt hat das Training mit der Nintendo Wii auf die Rumpfstabilität eines Patienten nach einem Schlaganfall, wenn über Irradiation der weniger betroffenen oberen Extremität gespielt wird?

Ziele:

Ziel dieser Arbeit ist es ein Ergebnis über das Training mit der Nintendo Wii bei PatientInnen nach einem Schlaganfall zu bekommen. Es soll getestet werden, ob sich die Nintendo Wii als ein zusätzliches Trainingsgerät in der Physiotherapie bewährt. Des Weiteren soll mit Hilfe der Assessments eine Aussagekraft über die Verbesserung des Muskelaufbaus mit Hilfe der Nintendo Wii festgestellt werden.

Es ist kein Ziel die Nintendo Wii als ein Ersatz der Physiotherapie zu sehen. Des Weiteren ist es kein Ziel die Nintendo Wii auf ihren Spaß oder Motivationsfaktor zu testen.

Zentrale Fragestellung:

Die bis jetzt bekannten Studien zeigen einen positiven Effekt auf PatientInnen nach einem Schlaganfall, wenn die mit der Nintendo Wii trainieren. Die meisten Studien befassen sich jedoch mit PatientInnen, die mit dem Balanceboard trainieren oder mit Betroffenen, welche keine Hemiplegie sondern eine Hemiparese aufweisen und somit mit dem betroffenen Arm die Spielkonsole bedienen können. Studien über ein aktives Rumpftraining mit der Wii Fernbedienung und über das Ansprechen hemiplegischer Muskulatur über Irradiation der weniger betroffenen Muskulatur konnten nicht gefunden werden.

Diese Einzelfallstudie soll sich genau mit diesem Thema auseinandersetzen und eine Antwort auf die folgende Frage finden:

Welchen Effekt haben die Spiele Tischtennis und Tennis, ausgeführt mit der Spielkonsole Nintendo Wii, auf einen Patienten nach einem Schlaganfall, wenn über Irradiation der weniger betroffenen oberen Extremität gespielt wird?

Metodik:

Bei der vorliegenden Einzelfallstudie handelt es sich um eine qualitative empirische Forschungsarbeit.

Zur Erläuterung des bisherigen Wissenstandes wurden die Datenbanken PEDRO, GoogleScholar, PubMed und Cinhal durchsucht. Die verwendeten Begriffe lauten: „Stroke“, „Nintendo Wii“, „Virtuel videogames“, „Corstability“, „upper Extremity“, „post Stroke“, „Rehabilitation“, „Schlaganfall“ und „Rumpfstabilität“.

Für diese Thematik bietet sich zu Beginn des Forschungsprozesses ein qualitativer Ansatz an, um erste Zusammenhänge zwischen dem Training auf der Nintendo Wii und dem entsprechenden Krankheitsbild herauszufinden und seine Wirkungsweise beurteilen zu können. Daraus ergibt sich der Vorteil einen neuen Forschungsgedanken zuerst an einem/einer einzelnen PatientenIn zu testen und die Ergebnisse zu betrachten, um festzustellen, ob es sinnvoll ist eine größere Studie in Betracht zu ziehen.

Der Patient wurde von der Verfasserin dieser Arbeit in Zusammenarbeit mit dem Geriatriezentrum am Wienerwald ausgewählt. Mit dem Patienten wurde Kontakt aufgenommen und um sein Einverständnis gefragt. Herr P. zeigte großes Interesse und ein reges Engagement an der Studie teilzunehmen.