Titelaufnahme

Titel
Kinesiologisches Taping beim Patellofemoralen Schmerzsyndrom. Kann Kinesiologisches Taping zur Schmerzreduktion beitragen?
Weitere Titel
Kinesiological taping and patellofemoral pain syndrome. Can kinesiological taping contribute to reduction of patellofemoral pain?
AutorInnenSichtars, Timo
GutachterSchnell, Daniela
Erschienen2013
Datum der AbgabeMai 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Ein Schmerz im vorderen Kniebereich, der als Patellofemorales Schmerzsyndrom disgnostiziert wird, ist eine der häufigsten muskuloskelettalen Erkrankungen überhaupt. Dieser Schmerz kann unter anderem durch kniebelastende Aktivitäten, bei welchen hohe patellofemoral-kompressive Kräfte auftreten wie Springen, Squats oder exzessives Laufen verursacht werden. Dixit et al. beschreiben den üblichen Behandlungsansatz als eine konservative Symptombehandlung. Dabei hat sich in der Klinik herausgestellt, dass Patella-Taping erfolgreich zur Schmerzlinderung beiträgt. So genannte McConnell-Tapes (ein unelastisches Tape, welches die Patella medial fixiert) werden seit den letzten zwei Jahrzehnten therapeutisch appliziert. Warden et al. unterstützen diese Beobachtung und vermuten, dass eine Positionskorrektur der Patella durch eine Tapeanlage, welche die patellofemorale Kontaktfläche erhöht und dadurch einseitige Belastungen auf das Gelenk optimiert, den Schmerz senken kann.

Mittlerweile beschreibt auch die KT-Fachliteratur verschiedene Applikationsmöglichkeiten zur Behandlung des Patellofemoralen Schmerzsyndroms. Allerdings ist die wissenschaftliche Evidenzlage in Bezug auf die Wirkungen des KT noch unzureichend. Das Kinesiologische Tape hat jedoch gänzlich andere Eigenschaften als das unelastische Tape und könnte somit das physiotherapeutische Behandlungsrepertoire erweitern.

Auch die genaue Ätiologie des Patellofemoralen Schmerzsyndrom erscheint immer noch unklar und vielfältig. Neben den jahrelang gängigen Theorien von patellofemoralen Malalignment (unzureichende Führung der Patella im patellofemoralen Gleitlager) und/oder muskulärer Dysfunktion, existiert beispielsweise neuerdings eine Hypothese, welche den patellofemoralen Schmerz auf kurzfristige Episoden der Minderdurchblutung des lateralen Retinaculums zurückführt.

Weil die KT-Fachliteratur neben der allgemeinen Schmerzlinderung ebenso positive Effekte auf Muskelfunktion und Durchblutung propagiert, könnte das Kinesiologische Tape ein wertvolles Hilfsmittel zur Behandlung des PFPS darstellen.

Zusätzlich zur Frage bezüglich der primären Schmerzreduktion, soll also herausgefunden werden, inwiefern das KT die Muskelsituation rund um das PFG positiv beeinflussen und somit ebenso Einfluss auf den Schmerz nehmen kann. Falls sich tatsächlich eine Schmerzreduktion feststellen lässt, so stellt sich abschließend die Frage, wie schnell diese eintritt, bzw. wie lange sie anhält? Dies wäre relevant, um den Zeitpunkt und die Dauer der Applikation optimal auf die Therapiesituation und Belastungen im Alltag abstimmen zu können.

Physiotherapeutische Relevanz

Das Patellofemorale Schmerzsyndrom ist ein sehr häufig auftretender Schmerzzustand. Laut Devereaux und Lachmann leidet jede/r vierte (junge) Erwachsene einmal in seinem/ihrem Leben am Patellofemoralen Schmerzsyndrom. Es ist sozioökonomisch sehr relevant, da vor allem junge und aktive Personen davon betroffen sind. So ist das PFPS laut Taunton et al. beispielsweise das am öftesten diagnostizierte pathologische Geschehen im Laufsport.

Die Physiotherapie gilt mittlerweile als sehr wirksame Behandlungsmethode in Bezug auf das PFPS. Es existieren Studien, die positive long-term outcomes von 54 Prozent, bzw. 75 bis 85 Prozent beschreiben. Im Rahmen der physiotherapeutischen Behandlung beim PFPS steht meistens die MTT im Vordergrund. Es sollte speziell in der Entzündungsphase die körperliche Aktivität reduziert werden. Allerdings kann in der Proliferationsphase schon bei moderater Schmerzreaktion mit dem Training begonnen werden. Um diesen Level schneller zu erreichen, bzw. auch im Rahmen der MTT schmerzfrei trainieren zu können, könnten Kinesiologische Tapes eingesetzt werden.

Es könnte ebenso ein geeignetes Hilfsmittel darstellen, um den Zustand eines bereits chronifizierten PFPS zu durchbrechen.

Taping als Behandlungsmethode ist dabei kostengünstig und unterstützt die PatientInnen auch außerhalb des physiotherapeutischen Settings.

Außerdem ist es Aufgabe der Physiotherapie, speziell im großen Themenfeld "Taping" erfolgreiche Behandlungsmethoden durch "Evidence Based Medicine" belegen und somit zur Entwicklung des Berufsansehens beitragen zu können.

Das Ziel dieser Literaturrecherchearbeit ist es herauszufinden, ob die Applikation einer Kinesiologischen Tapeanlage in der Knieregion zur Schmerzreduktion des patellofemoralen Schmerzes beitragen kann. Weil das PFPS auch mit einer Muskeldysfunktion der Patellastabilisatoren assoziiert wird, soll ebenso geprüft werden, ob das KT eine positive Wirkung auf die betreffende Muskulatur erzielen kann.

Nach Ermittlung des aktuellen Standes der Wissenschaft und ausführlicher Literaturrecherche werden die gefundenen Studien einer kritischen Analyse unterzogen. Abschließend sollen die gefundenen Ergebnisse in einer Diskussion dargestellt werden.

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