Titelaufnahme

Titel
Therapierelevante Biomarker beim Mammakarzinom
Weitere Titel
Therapy-relevant biomarkers of breast cancer
VerfasserReiger, Bettina
Erschienen2016
Datum der AbgabeJuni 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Mammakarzinom / Biomarker / Prognostische Faktoren / Prädiktive Marker / Adjuvante Therapie
Schlagwörter (EN)breast cancer / biomarker / prognostic factors / predictive markers / adjuvant therapy
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Das Mammakarzinom ist durch verschiedene morphologische, klinische und molekulare Mechanismen gekennzeichnet. Durch die Heterogenität der Krankheit ist es wichtig die verschiedenen Therapiekonzepte, wie Operation, Bestrahlung, Antihormonbehandlung, Chemotherapie und zielgerichtete Verfahren, wie die Antikörpertherapie, individuell auf die Patientin abzustimmen. Zudem kommt dem Abschätzen des Rezidivrisikos eine große Bedeutung zu, um sowohl Übertherapien als auch Untertherapien zu vermeiden. In der Onkologie wird an Biomarker-gestützten Therapien gearbeitet, um die Medikamente und ihre Wirkstoffe effektiv und mit möglichst geringen Nebenwirkungen für die Patientinnen anwenden zu können. Dabei spielen Biomarker eine wichtige Rolle. Diese werden bei der Diagnose, aber vor allem auch zum Vorhersagen der Prognose und beim Auswählen der geeigneten Therapie angewendet. Zu den in der Klinik am weitesten verbreiteten Biomarkern zählen der Östrogenrezeptor (ER), der Progesteronrezeptor (PR) und der humane epidermale Wachstumsfaktorrezeptor 2 (Her-2/neu). Während ER und PR wichtige Informationen auf das Ansprechen auf eine endokrine Therapie liefern, wird Her-2/neu bestimmt, um Patientinnen auszuwählen, welche von einer Antikörpertherapie profitieren. Da das Rezidivrisiko und die Metastasierungswahrscheinlichkeit wichtige Faktoren in Bezug auf das Überleben der Patientinnen sind, liegt der Fokus in der Entwicklung von neuen Biomarkern und Testverfahren, um den voraussichtlichen Krankheitsverlauf besser abschätzen zu können. Zu den prognostischen Biomarkern zählen unter anderem der Proliferationsmarker Ki67 und p53. Auch ist die Durchführung von Multigensignaturtests, welche anhand von Genexpressionsanalysen das Rezidivrisiko anzeigen, beim risikoadaptierten und patientenindividualisierten Anwenden der Therapiekonzepte wichtig. Zudem gehören die kürzlich validierten Tumormarker Urokinase Plasminogen Aktivator (uPA) und dessen Inhibitor PAI-1, welche eine entscheidende Rolle bei der Metastasierung spielen, zu den prognostischen Faktoren. Mit Hilfe dieser beiden Biomarker kann die Entscheidung getroffen werden, ob bei Patientinnen mit nodal-negativem Mammakarzinom eine Indikation für eine Chemotherapie besteht, oder ob diese, aufgrund eines niedrigen Rezidivrisikos, keine zytostatische Behandlung erhalten sollten. Somit sind diese Patientinnen nicht den Nebenwirkungen einer Chemotherapie ausgesetzt.

Zusammenfassung (Englisch)

Breast cancer is a heterogeneous disease characterized by different morphological, clinical und molecular features. The individual application of the right therapy, which can include operation, radiation, chemotherapy, endocrine treatment or targeted therapy, is important for each patient. Furthermore it is also relevant to determine the risk of recurrence, in order to avoid overtreatment and undertreatment. With personalized treatment it is possible to increase the efficacy of anticancer drugs and to decrease toxicity for the patients. Biomarkers play an important role in risk-adapted, individual breast cancer therapy. In addition to obtain more information regarding diagnosis, biomarkers can determine prognosis and predicting response to therapy. The most widely used biomarkers are estrogen receptor (ER), progesterone receptor (PR) and human epidermal growth factor receptor 2 (Her-2/neu). ER and PR are predictive markers to select patients for endocrine treatment. Patients with amplification or overexpression of Her-2/neu benefit from targeted therapy with the humanized monoclonal antibody trastuzumab. However the risk of recurrence correlates with the outcome of the disease, so it is important to develop new markers, which can determine prognosis of breast cancer. Prognostic factors are the proliferation marker Ki67, p53 and multigene signature tests. Recently validated prognostic tumormarkers for node-negative breast cancer are the protease urokinase plasminogen activator (uPA) and its inhibitor PAI-1. They are involved in invasion and metastasis. Adjuvant cytotoxic treatment is indicated for patients with high levels of uPA and PAI-1 because they develop high risk of recurrence. Whereas patients with low levels of these markers show good prognosis and they are not exposed to toxic side effects of chemotherapy.