Titelaufnahme

Titel
Die Verwendung von Schweineblut in der Blutspurenmusteranalyse: Hämatologische und hämorheologische Eigenschaften von alterndem Schweineblut
Weitere Titel
The use of swine blood within bloodstain pattern analysis: Hematological and hemorheological properties of ageing swine blood
VerfasserSerp, Bianca
GutachterRieß, Christine
Erschienen2015
Datum der AbgabeJuni 2015
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Blutspurenmusteranalyse / Schweineblut / Hämatologie / Hämorheologie / Hämatokrit / Totalprotein / Qualitätskontrolle
Schlagwörter (EN)Bloodstain Pattern Analysis / Swine Blood / Hematology / Hemorheology / Hematocrit / Total Protein / Quality Control
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Im Rahmen der Blutspurenmusteranalysen kommen unterschiedliche Blutprodukte zum Einsatz, wie zum Beispiel Blut von Menschen, sowie von verschiedenen Tierarten oder synthetische Blutersatzflüssigkeiten. Sofern Abnahmeart, Lagerung und Lagerdauer der jeweiligen Blutkonserven variieren, können selbst Blutproben von ein und derselben Spezies unterschiedliche Qualität haben. Dadurch kommen weltweit Blutproben mit unterschiedlicher Qualität zum Einsatz. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Verwendung von Schweineblut in der Blutspurenmusteranalyse und gibt einen Einblick in die Veränderung der Materialcharakteristiken von Blut in Abhängigkeit von Abnahmeart und Dauer der Lagerung, um die Verwendung von Blut in einheitlicher Qualität zu fördern.

Es bestehen große Unterschiede zwischen Schweineblut vom geschlachteten Tier und Schweineblut vom lebenden Tier. Der Hämatokrit sowie die Totalproteinkonzentration von Blut, welches von Schweinen während des Schlachtungsprozesses gewonnen wurde, war im Vergleich zu den venösen Blutproben der lebenden Schweine von Beginn an höher. Als Grund hierfür zeigte sich die Auswirkung von Stress auf den bevorstehenden Schlachtungsprozess. Während die Proben vom lebenden Tier bereits vom ersten Tag kontinuierlich hämolytischer wurden, trat Hämolyse bei den Schlachthofblutproben erst zu späten Zeitpunkten und langsamer ein. Dies deutete an, dass Blut von geschlachteten Tieren während der Lagerung stabiler blieb. Frequenztests zeigten, dass die Speichermodule der Proben der geschlachteten Tiere während einer Kreisfrequenz von 20 bis 0,1 rad.s-1 höher waren als jene der Proben der lebenden Tiere. Während der Lagerung der Proben der geschlachteten Tiere konnte ein Absinken des Verlustfaktors auf unter 1 beobachtet werden. Die Stabilität dieser Proben in Abhängigkeit vom Hämolysegrad lässt eine Materialveränderung in Richtung Gel-Charakter andeuten. Obwohl es auch bei den Proben der lebenden Tiere zu einer Erhöhung der Viskosität und des Speichermoduls kam, blieben diese während der Lagerung viskoelastisch.

Die Totalproteinmessung mittels Chemie-Analysegerät war nicht vergleichbar mit den Ergebnissen des Handrefraktometers. Mit einem Handrefraktometer wurde die optische Dichte des Plasmas ermittelt, welche allerdings mit dem Alter der Probe durch den Grad der Hämolyse verfälscht wurde. Diese Methode war für die Ermittlung des Totalproteins nicht geeignet. Die Analyse des Totalproteins mit der Biuret-Methode stellte die spezifischere und sensitivere Messmethode dar, da die Hämolyse die Messgenauigkeit der Biuret-Methode nicht beeinträchtigte und somit das Totalprotein exakter und unabhängig vom Hämolysegrad ermittelt werden konnte. Mit dem Refraktometer konnte die Zunahme der Hämolyse in den alternden Blutproben auf einfache Weise quantifiziert werden. Obwohl das Handrefraktometer somit nicht geeignet war, in alternden Blutproben das alleinige Totalprotein anzuzeigen, konnte es durch das Anzeigen von Hämolyse über die Zunahme des Brechungsindex der Probe durch das zusätzliche freie Hämoglobin im Plasma zur Beurteilung der Qualität der Blutprobe verwendet werden.

Zusammenfassung (Englisch)

For the purposes of Bloodstain Pattern Analysis (BPA), different types of blood products like human blood as well as animal blood from various species or blood substitute fluids are used. There is a remarkable quality distinction between samples in regard to blood withdrawal and storage, even when they originate from the same species. So blood with different quality will be used. This thesis deals with the use of swine blood within BPA. It is aimed at communicating the deterioration of such blood properties that are relevant for BPA and, as a long-term objective, to harmonize the quality of animal blood used for BPA.

There are big differences between blood from pigs taken during the slaughtering process and blood from living pigs. The hematocrit values as well as the total protein concentrations of the samples from the slaughter are much higher than the haematocrit values of the samples from living animals. This can be the result of a high level of stress the animals experience during their slaughter. Due to the increased hematocrit in our samples from the abbatoir, the dynamic viscosity was affected and shear thinning of blood was pronounced. Blood of the living animals showed hemolysis right from the beginning, whereas hemolysis in blood from the slaughtered pigs occured on a more delayed basis. This would indicate that samples from the abbatoir were more stable during storage. Frequency sweep tests during small amplitude oscillation relvealed that swine blood from the abbatoir showed higher initial values of storage modulus (G´) throughout a frequency range between 20 and 0.1 rad.s-1 than blood withdrawn by venepuncture. During cold storage, these samples achieved percolation, as indicated by a decrease of loss factor below 1. The stabilisation of the abbatoir samples in regard to hemolysis may originate in a change of blood´s typical material characteristics towards a more jellylike fluid. Samples withdrawn by venepuncture remained viscoelastic fluids although viscosity and G´-values increased during cold storage. Despite, they maintained their primary viscoelastic properties.

The total protein measurement with the automatic analyzer showed that the data were different from the results of the refractometer. Refractometry displays the optical density of blood plasma, which increases at the presence of free hemoglobin. This method turned out to be inaccurate for the detection of total protein. The analysis of total protein with the biuret-method represented the more precise method since both, sensitivity and specificity to total protein were improved. The biuret-method was not affected by the presence of free hemoglobin. In contrast, the refractory index indeed can be used to estimate the degree of hemolysis. Therefore refractometry provides a quick and rather cheap method to indicate the quality of an aged blood sample.