Titelaufnahme

Titel
BGM als physiotherapeutische Maßnahme bei chronischem Schmerz : Der Einfluss der BGM auf den Prozess der Chronifizierung und chronifizierten Schmerz
Weitere Titel
CTM in the treatment of chronic pain in physiotherapy The influence of CTM on chronic pain and the process of chronification
VerfasserAue, Elisabeth
GutachterAugesky-Stocker, Doris
Erschienen2014
Datum der AbgabeMai 2014
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
 _
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund:

Der chronische Schmerz ist in den letzten Jahrzehnten zu einem nicht nur für Ärzte, Ärztinnen und PhysiotherapeutInnen, sondern auch gesellschaftlich relevanten Thema geworden. 100 Mio EU-BürgerInnen und 1,7 Mio ÖsterreicherInnen leiden unter chronischen Schmerzzuständen. 11% dieser Menschen sind aufgrund ihrer Schmerzen arbeitsunfähig und von den jährlich 30.000 eingereichten Anträgen auf Frühpension gehen ein Drittel aufgrund von chronischen Schmerzen ein. Durchschnittlich vergehen 2,5 Jahre bis zur Diagnosestellung und weitere 7 Monate bis zu einer (oft nicht zielführenden) Behandlung. Durch schnellere Diagnosestellung und effiziente Therapie wäre die Situation deutlich zu optimieren. Laut Joanneum Research ließen sich ein Teil der jährlichen 1,4 - 1,8 Milliarden Euro an Behandlungskosten einsparen, käme es erst gar nicht zu einer Chronifizierung des Schmerzes.

Die BGM gehört mit ihrem breiten Wirkungsspektrum zu den ganzheitlichen Behandlungsansätzen in der Physiotherapie und hat vor allem durch ihre reflektorische Wirkung einen Einfluss auf Schmerzweiterleitung und -verarbeitung. Da es in der Literatur Hinweise darauf gibt, dass die BGM einen Einfluss auf bereits chronifizierten Schmerz hat und auch dort noch Wirkung zeigt, wo andere Therapiemaßnahmen an ihre Grenzen stoßen, stellt sich die Frage inwiefern, präziser bis zu welchem Grad der Chronifizierung sich dieser gewünschte Effekt einstellt. Zentrale Fragestellung dieser Arbeit wird also sein, inwiefern die BGM auf chronischen Schmerz und die Chronifizierung von Schmerz Einfluss nehmen kann.

PT-Relevanz:

In der interdisziplinären Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen zur Behandlung des chronischen Schmerzes nimmt die Physiotherapie einen wesentlichen Stellenwert ein. Die individuell angepasste Auswahl der geeigneten Maßnahmen aus dem großen Repertoire der Physiotherapie zur Zielerreichung nach ICF macht diesen Beruf aus und steckt die Grenzen zu anderen Berufsgruppen wie Berufsmasseuren ab.

Die BGM soll in diesem Sinne als gezielte Therapiemaßnahme auf Basis des anatomischen, physiologischen und neurologischen Fachwissens angewendet und mit anderen Methoden aus dem breiten Spektrum der Physiotherapie kombiniert werden, um den größtmöglichen Output für den/die Patienten/in zu erreichen. Da die BGM als nicht-medikamentöse Therapiemaßnahme den Körper nicht belastet, sondern durch ihre neuroreflektorische Wirkungsweise einen regulierenden Effekt auf das Vegetativum und durch biochemische Reaktionen eine positive Wirkung auf Haut, Unterhautgewebe, Muskulatur und nicht zuletzt die Psyche hat, stellt sie ein äußerst geeignetes Mittel dar, um auf ein multifaktorielles Krankheitsgeschehen wie den Prozess der Schmerzchronifizierung Einfluss zu nehmen.

Methodik:

Als methodischer Ansatz dieser nicht-empirischen Forschungsarbeit wurde die Literaturrecherche herangezogen, wobei zuerst der theoretische Hintergrund der zentralen Themen herausgearbeitet wurde, um diese danach miteinander zu verknüpfen. Es wurde bisher im Zeitraum von September 2013 bis Jänner 2014 unter Einhaltung zuvor festgelegter Ein- und Ausschlusskriterien in folgenden Datenbanken recherchiert: Pubmed, Pedro, CINAHL, Science Direct, Springer Link, Cochrane Library. Weiters wurde nach dem Schneeballsystem vorgegangen und die Bibliographien der bereits gefundenen Literatur wurden durchsucht.

Resultat:

In der Bachelorarbeit 1 wurden die theoretischen Grundlagen zum Thema BGM und Chronifizierung von Schmerz herausgearbeitet. Insbesondere wurden die Wirkungsweisen der BGM und die Mechanismen der Chronifizierung und mit ihr einhergehende neuroplastische Veränderungen im ZNS beschrieben. Ansatzweise wurde eine Verknüpfung der beiden Themen miteinander und eine Annäherung an die Beantwortung der zentralen Fragestellung unternommen.