Titelaufnahme

Titel
Chirurgische und konservative Maßnahmen bei Strabismus im Rahmen der endokrinen Orbitopathie aus orthoptischer Sicht
Weitere Titel
Surgical and conservative treatments of strabismus in case of thyroid-associated orbitopathy from an orthoptic point of view
VerfasserPirkl, Julia
Betreuer / BetreuerinNeumayer, Thomas ; Hirmann, Elisabeth
Erschienen2014
Datum der AbgabeJuni 2014
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Endokrine Orbitopathie / Orthoptik / Strabismus / Schieloperation / Prismenausgleich
Schlagwörter (EN)Thyroid-associated orbitopathy / Orthoptics / Strabismus / Strabismus surgery / Prism compensation
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Ziel: Diese Bachelorarbeit setzt sich mit dem Krankheitsbild der endokrinen Orbitopathie, speziell mit den chirurgischen und konservativen Maßnahmen bei Strabismus im Rahmen einer endokrinen Orbitopathie, auseinander. Ziel dieser Arbeit ist es mittels einer statistischen Auswertung herauszufinden, wie sich eine Schieloperation und/oder ein Schielwinkelausgleich mit Prismen, bei PatientInnen mit Strabismus im Rahmen einer endokrinen Orbitopathie, auf den orthoptischen Status auswirkt, sodass folgende Forschungsfragen beantwortet werden können:

Welche Auswirkungen hat eine Schieloperation bei endokriner Orbitopathie auf den orthoptischen Status?

Welche Auswirkungen hat eine konservative Versorgung bei Strabismus im Rahmen der endokrinen Orbitopathie auf den orthoptischen Status?

Theoretischer Hintergrund: Die endokrine Orbitopathie ist eine „Autoimmunerkrankung des Retrobulbärraumes, die zu einer retrobulbären Volumen- und Druckerhöhung (Exophthalmus) und zu Sekundärschäden an Augenmuskeln, Hornhaut und Sehnerv führt“ (Horn, Vosberg & Wagner, 1999, S. 115).

Beim Großteil der PatientInnen liegt der endokrinen Orbitopathie eine Hyperthyreose vom Typ Morbus Basedow zugrunde, in weniger Fällen kann auch eine andere Schilddrüsen-Autoimmunerkrankung, wie die Hashimoto-Thyreoiditis, Auslöser für diese Erkrankung der Augen sein (vgl. Schott, Eckstein, Görges, Hermsen, Zimny & Zöphel, 2011, S. 50).

Methodik: Als Grundlage für diese retrospektive Kohortenstudie wurden PatientInnendaten aus den Jahren 2007 bis einschließlich 2013 aus der Datenbank einer orthoptischen Einrichtung verwendet. Von 951 PatientInnen mit der Diagnose endokrine Orbitopathie wurden 114 PatientInnen, welche zusätzlich einen manifesten Strabismus aufwiesen, für die weitere komplett anonymisierte Auswertung herausgefiltert. Die Ergebnisse der Studie wurden in Form einer deskriptiven Statistik beschrieben und analysiert.

Ergebnisse: Von 114 PatientInnen mit Strabismus im Rahmen einer endokrinen Orbitopathie wurden 60 mindestens einmal schieloperiert und 62 mindestens einmal mit Prismen versorgt. Durch diese Maßnahmen konnte der durchschnittliche Schielwinkel jeweils um mehr als die Hälfte reduziert werden. Dies führte im Durchschnitt außerdem zu einer deutlichen Verbesserung von Motilität, Binokularsehen, Stereosehen und Kopfzwangshaltung.

Diskussion: Es werden die Ergebnisse der Studie analysiert, interpretiert und mit den Ergebnissen ähnlicher Studien verglichen und daraus Schlussfolgerungen gezogen. In weiterer Folge wird das methodische Vorgehen zur Erstellung der Studie reflektiert und kritisch betrachtet.

Zusammenfassung (Englisch)

Objectives: This bachelor thesis deals with the clinical picture of thyroid-associated orbitopathy. It specializes on the surgical and nonsurgical methods used to correct strabismus in case of thyroid-associated orbitopathy. The purpose of this thesis was to work out the effect of strabismus surgery and prism compensation on the orthoptic status in patients suffering from strabismus in the context of thyroid-associated orbitopathy, by creating a statistic analysis, so that the following questions could be answered:

What is the impact of a strabismus surgery on the orthoptic status in case of thyroid-associated orbitopathy?

What is the impact of conservative care on the orthoptic status in case of strabismus due to thyroid-associated orbitopathy?

Background: Thyroid-associated orbitopathy is an inflammatory autoimmune disease of the intraorbital tissue that often leads to an increase of tissue volume. It can result in defects of eye muscles, cornea and the optic nerve. In the majority, thyroid-associated orbitopathy is caused by Basedow hyperthyroidism, in a low proportion of cases it can be secondary to other autoimmune diseases, like Hashimoto thyreoiditis. Infrequently other autoimmune diseases of the thyroid gland like Hashimoto’s thyroiditis also lead to this disease pattern. (Vgl. Horn, Vosberg & Wagner, 1999, S. 115; Schott, Eckstein, Görges, Hermsen, Zimny & Zöphel, 2011, S. 50)

Methods: For this retrospective cohort study medical patient records from the database of an orthoptic facility of the years 2007 to 2013 were used. Of the 951 patients with the diagnosis thyroid-associated orbitopathy, 114 with strabismus were selected for further anonymized analysis. The results of the study were described in form of a descriptive statistical analysis.

Results: Of 114 patients with strabismus in the context of thyroid-associated orbitopathy, 60 had a strabismus surgery and 62 had prism compensation at least once. Through these procedures the mean angle of deviation could be reduced to less than half. In average also motility, binocular vision, stereo vision and head posture could be improved.

Discussion: The results of this retrospective cohort study were analyzed, construed and compared to similar studies, so that a conclusion could be drawn. Furthermore, the used methods of the issue of the study were reflected and critically regarded.