Titelaufnahme

Titel
Einfach schwanger? - Schwangerschaft nach assistierter Reproduktion
Weitere Titel
Simply pregnant? - Pregnancy after assisted reproduction
VerfasserMaißer, Maria
GutachterGritsch, Evelyn
Erschienen2016
Datum der AbgabeJuni 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Assistierte Reproduktion / Assistierte Reproduktionstechniken (ART) / Künstliche Befruchtung / Reproduktonsmedizin = Fortpflanzungsmedizin / Insemination / In-vitro-Fertilisation (IVF) / Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) / Outcome / Neonatales Outcome
Schlagwörter (EN)assisted reproduction / assisted reproductive technology/technologies (ART) / assisted conception / reproductive medicin / (artificial) insemination / in vitro fertilisation / intracytoplasmic sperm injection / outcome / neonatal Outcome
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

In ihrer täglichen Arbeit sind sowohl freiberufliche als auch im klinischen Bereich tätige Hebammen zunehmend mit der Betreuung von Frauen konfrontiert, deren Schwangerschaft mithilfe assistierter Reproduktionstechniken (ART) zustande gekommen ist. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Frage, wie sich diese Schwangerschaften von jenen nach natürlicher Konzeption unterscheiden und wie sich diese Unterschiede auf die Betreuung durch Hebammen auswirken. Untersucht werden sowohl medizinische Risikofaktoren als auch psychosoziale Folgen einer künstlichen Befruchtung. Im Anschluss wird die Rolle der Hebamme bei der Betreuung von schwangeren Frauen und Paaren nach assistierter Reproduktion beleuchtet.

Für die Recherche wurden die medizinischen Datenbanken PubMed, CINAHL, Maternity and Infant Care Database und Medline herangezogen und sowohl deutsch- als auch englischsprachige Literatur konsultiert.

Die Resultate der Arbeit zeigen, dass die medizinischen Risiken einer Schwangerschaft nach assistierter Reproduktion gut erforscht und bekannt sind. Strittig ist teilweise, ob die Technologie selbst gesundheitliche Probleme erzeugt oder ob die Risikofaktoren aufgrund der Infertilität und eigenanamnestischer Faktoren des Paares zustande kommen. Die wesentlichen medizinischen Risikofaktoren nach künstlicher Befruchtung sind: Ovarielle Überstimulation, Spontanaborte, Extrauteringraviditäten, Fehlbildungen, Frühgeburten, Schwangerschaftserkrankungen und eine erhöhte Sectiorate. Viele dieser Risikofaktoren werden mit einer erhöhten Rate an Mehrlingsschwangerschaften in Verbindung gebracht, welche durch die zunehmend empfohlene eSET-Praxis, also dem Einsetzen von nur einem Embryo, deutlich verringert werden könnte.

Auf der psychischen und emotionalen Ebene sind erhöhte Angstlevels, vor allem vor Verlust der Schwangerschaft oder vor Krankheiten des Kindes, ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis (auch seitens des medizinischen Personals) und die gesellschaftliche Stigmatisierung der Kinderwunschpaare evident. Bezüglich der Eltern-Kind-Bindung und der Partnerschaftsqualität konnten keine Unterschiede zu spontan konzipierten Schwangerschaften festgestellt werden.

Hinsichtlich der Rolle der Hebamme muss festgehalten werden, dass es bisher nur wenige Empfehlungen gibt, wie Paare nach assistierter Reproduktion betreut werden sollen. Ein erster Schritt zu einer professionellen Betreuung sollte das verbesserte Wissen der Hebammen um die Besonderheiten einer IVF-Schwangerschaft sein. Im Sinne einer non-direktiven Betreuung ist es vor allem die Aufgabe Hebamme, die Wünsche und Bedürfnisse des Paares zu erkennen und es bei der Aktivierung eigener Ressourcen auf dem Weg zur Elternschaft zu unterstützen.

Zusammenfassung (Englisch)

In their everyday work midwives working in hospitals as well as freelance midwives are increasingly confronted with the care for women whose pregnancy has come about with the help of assisted reproductive technologies (ART). The present work deals with the question how these pregnancies differ from pregnancies following spontanous conception and how these differences affect the care by midwives. Medical risk factors as well as psychosocial issues of an in vitro fertilisation are examined. Subsequently, the role of the midwife caring for pregnant women in the aftermath of an assisted reproduction is highlighted.

For the present work a literature research was carried out in the medical data bases PubMed, CINAHL, Maternity and Infant Care Database and Medline. Literature in German as well as in English was consulted.

The results of the work show that medical risks of pregnancies following ARTs are well examined. Still controversial, however, is whether the technology itself generates health problems or if the medical biographies and infertility oft the couple contributes to an increased risk.

The main risk factors after in vitro fertilsation are: ovarian hyperstimulation, miscarriage, ectopic pregnancies, preterm birth, major birth defects, later pregnancy complications and increased rates of caesarean section.

Many of these risk factors are associated with an increased number of multiple pregnancies. This risk could be significantly reduced following the elective single embryo transfer policy.

On the psychological and emotional level assisted reproduction is associated with more anxiety about pregnancy loss or concerns about fetal health, for the couple, when compared to spontaneous conception. They have an increased need for security (as well as the medical staff have) and sometimes suffer from social stigmatisation. In regard to parent-infant relationship and marital satisfaction no differences to spontaneously conceived pregnancies could be observed.

Up to now there are only a few recommendations for issues of midwives need to be especially mindful about when caring for women and couples after assisted reproduction. The first step to an inreased professional midwifery care is improving the knowledge of midwives about the specific aspects of an ART pregnancy. The midwife should be aware of the couples desires and needs. An important part of a midwife is helping and supporting the couple in activating their own resources on their way to parenthood.