Titelaufnahme

Titel
Die Rückstellung im Unternehmens- und Steuerrecht unter Berücksichtigung des Maßgeblichkeitsprinzips.
Weitere Titel
The provision in company and tax law in consideration of the principle of the relevance.
VerfasserScheinast, Markus
Betreuer / BetreuerinKormesser, Josef Christian
Erschienen2012
Datum der AbgabeMai 2012
SpracheEnglisch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Grundsatz der Maßgeblichkeit / Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung / Rückstellung / Steuerbilanz / Unternehmensbilanz
Schlagwörter (EN)principle of the relevance / generally accepted accounting principles / provision / tax balance sheet / commercial balance sheet
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

In der Literatur der Bilanz- und Steuerlehre gibt es nur wenige Bilanzpositionen, die derartig zahl- und umfangreich in wissenschaftlichen Abhandlungen und höchstgerichtlichen Urteilen ihren Niederschlag finden, wie die Rückstellungen. Die höchst unterschiedlichen Interessen führen – einerseits unternehmensrechtlich andererseits steuerrechtlich – hinsichtlich der Bildung von Rückstellungen zu sehr kontroversen Ansichten, so dass nach wie vor in Bezug auf die Einstellung dieses Passivpostens in die Bilanz große Unklarheiten bestehen. Der Grund für die unterschiedliche Betrachtungsweise des Unternehmens- bzw Steuerrechts liegt in den unterschiedlichen Regelungszwecken. Während die UGB-Bilanz dem Vorsichtsprinzip und Gläubigerschutz verpflichtet ist (der Unternehmer darf sich nicht reicher machen als er ist, etc…), so zielt die steuerrechtliche Gewinnermittlung auf einen periodengerechten Gewinn ab. Der Steuerbilanz kommt somit die Aufgabe zu, periodengerechte Gewinne als Kriterium der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit sicherzustellen.

Im Rahmen dieser Arbeit wird die Maßgeblichkeit der Unternehmensbilanz für die Steuerbilanz einer genauen Betrachtung unterzogen. § 5 Abs 1 EStG 1988 sieht für die Gewinnermittlung jener Steuerpflichtigen, die nach § 189 UGB der Pflicht zur Rechnungslegung unterliegen und Einkünfte aus Gewerbebetrieb beziehen, vor, dass die unternehmensrechtlichen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung maßgebend sind, außer zwingende steuerrechtliche Vorschriften treffen abweichende Regelungen. Zusätzlich werden die Voraussetzungen der Gewinnermittlung nach § 5 Abs 1 EStG 1988 erörtert und ein rechtsvergleichender Ansatz in Bezug auf die Bewertung der Rückstellungen dargestellt.

Zusammenfassung (Englisch)

There are only a few balance sheet items that are found to such a great extent in the literature of accounting and business taxation, e.g. in scientific texts and Supreme Court rulings, as provisions. Extremely controversial perspectives on the creation of provisions result from highly diverging interest either in terms of company or tax law. Hence, there is still a lack of clarity as to the introduction of this liability item in the balance sheet. The diverging views of company and tax law are based on diverging purposes. While profit and loss accounting is governed by the precautionary principle and creditor protection (companies are not allowed to make themselves look richer than they are, etc.), tax accounting is aimed at calculating taxable profits on an accrual basis. Thus, it is the task of tax accounts to identify profits as an indicator of economic efficiency.

In this thesis the relevance of the commercial balance sheet for the tax balance sheet is closely investigated. Pursuant to § 5 paragraph 1 Austrian Income Tax Law (EStG) 1988, profit and loss calculation for those taxable persons who are subject to accounting standards according to § 189 Austrian Corporation Code (UGB) and obtain an income from business has to be based on the proper accounting principles of company law. This does not apply if derogations are stipulated in compulsory tax regulations. In addition, the preconditions for profit and loss accounting pursuant to § 5 paragraph 1 EStG 1988 and a comparative law approach are described.