Titelaufnahme

Titel
Die Funktionelle Elektrostimulation als Therapie der Fußheberschwäche nach einem Schlaganfall
Weitere Titel
Functional electronical stimulation - a therapy for drop foot syndrome in stroke rehabilitation
VerfasserWrba, Patrick
GutachterHuemer, Klemens
Erschienen2013
Datum der AbgabeMai 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

1. Einführung in das Problemfeld

1.1. Problemaufriss

Jährlich kommt es in der Europäischen Union zu circa 1 Million Schlaganfällen. Etwa ein Viertel dieser enden tödlich.1 Von den verbleibenden 750 000 Patienten und Patientinnen können 62% nach 6 Monaten wieder eingeschränkt gehen. Die Fußhebeschwäche ist ein häufiges Problem für PatientInnen nach einem Schlaganfall. Personen mit dieser Einschränkung können ihren Vorfuß nicht mehr, oder nur noch unzureichend, anheben. Die Folgen sind Unsicherheit beim Gehen, ein vermindertes Gangtempo und Stürze. Bei den PatientenInnen ist das Gehen kein automatisierter Vorgang mehr. Die normalen Gangphasen sind meistens nicht mehr vorhanden, und für jeden einzelnen Schritt muss eine hohe Konzentration aufgebracht werden. Der Fuß setzt meistens mit dem Vorfuß oder dem gesamten Fuß auf, und eine Abrollbewegung ist fast nie zu beobachten. Außerdem kann das Bein nicht mehr vor schwingen, sondern muss aktiv mit einer Zirkumduktion aus der Hüfte vorgebracht werden. Bei all diesen Problemen gilt es möglichst effizient zu intervenieren, um eine rasche und effiziente Rehabilitation und Reintegration in den Alltag gewährleisten zu können. Die häufigsten Therapieansätze bisher sind eine adäquate Orthesenversorgung, Gangschulung, Krafttraining, Laufbandtraining mit und ohne Gewichtsabnahme, Gleichgewichtsschulung, Haltungsschulung und manuelle Therapie. In den letzten Jahren kam das Thema der funktionellen Elektrostimulation immer mehr ins Gespräch, welche jedoch noch lang nicht Therapie der Wahl ist. Die Firmen werben mit vielfach besseren Outcomes, für die Gegner steht aber oft der finanzielle Aspekt im Vordergrund

1.2. Physiotherapeutische Relevanz

In Österreich leiden derzeit circa 50 000 Menschen an den Folgen von Schlaganfällen.4 Diese Arbeit soll erläutern, ob die FES signifikant bessere Ergebnisse in Bezug auf die Ganggeschwindigkeit erreicht als die konventionelle Physiotherapie. Mit diesem Wissen wäre es einfacher, dem Patienten eine angepasste und individuelle Therapieempfehlung auszusprechen und durchzuführen. Wenn die funktionelle Elektrotherapie tatsächlich signifikant besser ist, würde das bedeuten, dass wir in Zukunft immer öfter mit dieser Therapieform in Kontakt kommen könnten. Dies hätte einige Auswirkungen auf die Physioherapie. Da die Patienten das Implantat nicht nur zur Therapie, sondern rund um die Uhr tragen, erhalten sie auch an therapiefreien Tagen ein funktionelles Gangtraining. Dies könnte unter Umständen bedeuten, dass die Patienten eine geringere Frequenz an Physiotherapie notwendig hätten. Weiters ist während der Therapieeinheit das Handling für den Therapeuten vereinfacht, da die funktionelle Elektrostimulation durch ihre Impulse wie eine helfende Hand wirkt. So kann sich der Therapeut besser auf andere Körperteile wie das andere Bein oder den Rumpf konzentrieren. Schlussendlich wäre natürlich der bessere Therapieerfolg der größte Nutzen für den Patienten wie für den Therapeuten. Es könnte möglich sein, eine höhere Ganggeschwindigkeit zu erzielen und das Sturzrisiko zu minimieren. Da die funktionelle Elektrostimulation mit hohen Kosten verbunden ist, macht es nur Sinn, diese zu empfehlen, wenn die Unterschiede zur konventionellen Physiotherapie signifikant sind. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen PhysiotherapeutInnen den Umgang mit dem Symptom des Fallfußes bei SchlaganfallpatientInnen in Zukunft erleichtern.

1.3. Zielsetzung

Ziel der Arbeit ist es, den aktuellen Forschungsstand hinsichtlich des Einsatzes, der Wirkungsweise und des Nutzens der funktionellen Elektrostimulation zu ermitteln und zu analysieren. Es soll geklärt werden, ob es einen signifikanten Unterschied zwischen der FES und einer konventionellen Physiotherapie (PT) in Bezug auf die Ganggeschwindigkeit und weiterführend auf die Gangsicherheit gibt, und wie sich dieser darstellt.

1.4. Zentrale Fragestellung

Hat funktionelle Elektrostimulation in Kombination mit konventioneller Physiotherapie, bei Patienten mit Fußheberschwäche nach Schlaganfall, einen besseren Effekt auf die Gehgeschwindigkeit als Physiotherapie alleine?

1.5. Aufbau der Arbeit

Zur Erstellung dieser Arbeit wird als wissenschaftliche Methode die Literaturrecherche gewählt. Im ersten Abschnitt der Bachelorarbeit wird die Problemstellung zum Thema Schlaganfall im Zusammenhang mit dem Symptom Fallfuß erläutert und die daraus resultierende physiotherapeutische Relevanz abgeleitet. Unter Verwendung von Fachliteratur und Internetdatenbanken werden die Schlüsselbegriffe Schlaganfall, Fallfuß und Funktionelle Elektrostimulation aufgearbeitet. In Bezug auf das Symptom Fallfuß wird eine Liste der relevanten Assessments nach dem International Classification of Funktion (ICF) – Modell erstellt, um eine Aussage über die Therapieerfolge tätigen zu können. Weiters findet eine systematische Literaturrecherche statt, um geeignete Studien für die Beantwortung der zentralen Fragestellung zu finden.