Titelaufnahme

Titel
Dem Elend entsagen oder sich ins Unglück stürzen? : Eine kritische Analyse des Mikrokredits in Lateinamerika
Weitere Titel
Relieving from misery or leading into disaster? A critical analysis of microcredits in Latin America
VerfasserGeschwentner, Sabine
GutachterKlawatsch-Treitl, Eva
Erschienen2016
Datum der AbgabeMärz 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Mikrofinanz / Mikrokredit / Lateinamerika / Armutsbekämpfung
Schlagwörter (EN)Microfinance / Microcredit / Latin America / Poverty reduction
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Armut und globale Ungleichheit stellen Problemlagen dar, die seit jeher in unterschiedlichsten Facetten Einfluss auf die Lebensqualität vieler Menschen nehmen und diese in ihren Chancen und Freiheiten limitieren. Der heute in Entwicklungsländern weit verbreitete Mikrokredit soll hier ansetzen und hat in den 1970er Jahren Eingang in die Armutsbekämpfung gefunden, begleitet von großen Hoffnungen. Dieser soll durch Anleihen für arme Menschen zur Gründung eigener Unternehmen nicht nur Betroffene aus ihrer prekären Lage befreien, sondern dies auch noch auf nachhaltigem Wege und aus eigenen Kräften ermöglichen.

Sind eingeschränkte Erfolge von Mikrokrediten oder gar gravierende Gefahren für Kund*innen im Mikrokredit-Geburtsort Asien bereits erwiesen, so fehlt es im von extremer Kommerzialisierung der Mikrokreditlandschaft geprägten Lateinamerika immer noch an einer aussagekräftigen Prüfung der Situation durch Studien, welche die konkreten Auswirkungen von Mikrokrediten auf die lateinamerikanische Bevölkerung thematisieren. Mit Hilfe von Literaturrecherche versucht diese Arbeit, den Einfluss des Mikrokredits auf Kund*innen Lateinamerikas aus kritischer Perspektive zu beleuchten und somit seine Eignung als Instrument zur Armutsbekämpfung speziell in dieser Region zu hinterfragen. Die Kredite scheitern demnach nicht nur daran, ihre Zielgruppe über die Armutsgrenze zu heben, sondern erreichen häufig gerade in Lateinamerika die Ärmsten der Armen erst gar nicht. Neben der Thematisierung des Einflusses auf die materielle Situation von Kund*innen liegt besonderes Augenmerk auf verschiedene soziale Veränderungen, welche durch den Einsatz von Mikrokrediten erzielt werden.

Zusammenfassung (Englisch)

Poverty and global inequality are multi-faceted problem areas that have always influenced a great amount of people’s quality of life, limiting their opportunities and their freedom to act. In developing countries nowadays widely spread, microcredits address these topics and have penetrated the field of poverty reduction since the 1970s in a promising way. By providing poor people with loans so that they can start their own businesses, customers should not just be relieved of their precarious situation, but this is also to happen in a sustainable way, making use of their own strength.

While in Asia, the birthplace of microcredits, their limited success has been proved alongside with possible serious hazards for customers, Latina America’s strongly commercialized field of microfinance still lacks significant examination of the situation by means of studies, tackling concrete consequences of microcredits on the Latin American population. On the basis of literature research, this study tries to critically highlight how microcredits influence Latin American customers, questioning their suitability as a means of poverty reduction in this region. Thus, the loans do not just fail to lift their target audience above the poverty line, but also the poorest of the poor cannot even be reached. Besides addressing the influence microcredits have on customers’ material situations, particular attention is directed towards various social changes which are to be evoked through their application.