Titelaufnahme

Titel
Validität und Re-Test Reliabilität eines Fragebogens zu arbeitsbedingten Erkrankungen des Bewegungsapparates bei zahnmedizinischem Fachpersonal
Weitere Titel
Validity and Re-Test Reliability of a questionnaire related to occupational health in dentistry
VerfasserCsandl, Stefan
GutachterKundegraber, Manuela
Erschienen2014
Datum der AbgabeMai 2014
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Erkrankungen des Bewegungsapparates, welche in Zusammenhang mit der Ausübung eines spezifischen Berufes stehen, nehmen weltweit zu und haben in der Zahnmedizin eine besonders hohe Inzidenz. In der aktuellen Literatur ist davon die Rede, dass 62 - 92 % der Zahnärztinnen und Zahnärzte bzw. Studentinnen und Studenten der Zahnmedizin unter muskuloskelettalen Erkrankungen (MSE) leiden. In diesem Zusammenhang werden die Regionen Nacken, Rücken und Schultern am häufigsten angegeben.

Die wirtschaftlcihen Kosten, welche durch MSE verursacht werden sind enorm. Im Jahr 2012 waren laut Statistik Austria 175 Fälle von 1000 Krankenstandsfällen aufgrund von Erkrankungen des Skeletts, der Muskeln und des Bindegewebes. Welche enorme Bedeutung in diesem Bereich der Physiotherapie zukommt, beschreiben Nemes et al in ihrer Studie, indem sie bei kombinierter medizinischer und physiotherapeutischer Behandlung eine signifikant höhere Reduktion der Krankenstandstage nachweisen konnten im Vergleich zu rein medizinischer Behandlung der Probanden. Dies kommt sowohl dem Arbeitgeber sowie auch den Arbeitnehmern zugute, wodurch eine klassische Win-Win-Situation entsteht.

Bisher durchgeführte Studien verweisen auf eine Bandbreite an Risikofaktoren, welche die Entstehung von MSE fördern. Diese Risikofaktoren lassen sich laut Fachliteratur in folgende Bereiche unterteilen: Individuelle Faktoren (z.B. erhöhter BMI, Alter, Geschlecht, Rauchen, Aktivitätslevel, Bildung, Familienstand etc.), physische Faktoren (Arbeitsplatz, Vibrationen, repetierenden Bewegungen, aphysiologische, persistierende Körperhaltungen) und psychosoziale Faktoren (Stress, hohe mentale Anforderungen im Beruf). Aufgrund dieser oder ähnlicher Risikofaktoren ist zahnmedizinisches Fachpersonal einem signifikant höherem Risiko ausgesetzt arbeitsbedingte Erkrankungen des Bewegungsapparates zu entwickeln.

In der aktuellen Literatur, welche dieses Thema behandelt, werden in der Methodik meist selbständig erstellten Fragebögen eingesetzt. In einigen Fällen wurde zur Datengewinnung der Nordic Musculosceletal Questionnaire herangezogen.

Ziel dieser Arbeit ist es einen Fragebogen zu konzipieren, der auf dem Gebiet der Arbeitsmedizin in Zusammenhang mit zahnmedizinischem Fachpersonal für weiterführende Forschung ein valides, reliables und objektives wissenschaftliches Werkzeug darstellt.

Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung, Validierung und die Prüfung auf Re-Test-Reliabilität eines Fragebogens, der alle für die physiotherapeutische Arbeit mit zahnmedizinischem Fachpersonal relevanten Aspekte abdeckt. Zu diesem Zweck soll der Fragebogen Items zu orthopädischen, arbeitsmedizinischen und psychosozialen Fragestellungen beinhalten, um ein möglichst vollwertiges Bild dieser Probandengruppe zu gewährleisten.

Der Fragebogen soll eine Arbeitsgrundlage für zukünftige Untersuchungen auf dem Gebiet der Arbeitsmedizin im Bereich des zahnmedizinischen Fachpersonals sein, welche verlässliche, relevante und umfassende Daten zu MSE liefert. Diese Daten könnten die Entwicklung eines physiotherapeutischen Bewegungsprogrammes mit dem Ziel einer Primär-Sekundär- oder Tertiärprävention arbeitsbedingter Erkrankungen bei zahnmedizinischem Fachpersonal ermöglichen und in weiteren Studien, welche in Zusammenhang mit AEB bei dieser Berufsgruppe stehen, relevante Daten liefern.

Zahnärztinnen und -ärzte und Zahnarztassistentinnen und -Assistenten tätig an der Bernhard Gottlieb Universitätszahnklinik (BGU) in Wien und Studierende der Zahnmedizin an der Medizinischen Universität Wien werden eingeladen, an der Studie teilzunehmen. Diese Einladung wird von einem Mitarbeiter der BGU ausgesprochen. Eine Probandenzahl von n=150 wird angestrebt. Hinsichtlich der Retest-Reliabilität werden 10 Probanden herangezogen, welche sich aktuell aufgrund von AEB nicht in ärztlicher Behandlung befinden.

Basierend auf der aktuellen Literatur wurde ein Fragebogen erstellt, welcher Items zu allen Risikofaktoren für AEB im Bereich der Zahnmedizin beinhaltet. Dabei werden individuelle, physische und psychosoziale Faktoren berücksichtigt. Die Fragen hinsichtlich der Untersuchung des Arbeitsumfeldes und bzgl. der AEB wurden in Anlehnung an einen Fragebogen von Memarpour et al konzipiert.

Für arbeits- und schmerzspezifische Fragen wurden sowohl der Standardised Nordic questionnaire for the analysis of musculoskeletal symptoms und jener Fragebogen, welcher in der Studie von Memarpour et al verwendet wurde, herangezogen.

Um die psychosozialen Faktoren in den Fragebogen zu integrieren, wurden in Anlehnung an Rabung et al Fragen erstellt.

Insgesamt umfasst der Fragebogen 50 Fragen und ist in 6 Subkategorien unterteilt.

Bezüglich der Inhaltsvalidität wird eine Expertengruppe bestehend aus zehn Zahnärztinnen und Zahnärzten hinzugezogen.

Zum Zweck der Retest-Reliabilität wird der Fragebogen von zehn ZahnärztInnen zweimal innerhalb einer Woche ausgefüllt.