Titelaufnahme

Titel
Faszien als Limitation für Beweglichkeit
Weitere Titel
Fascia as a limitation for range of motion
VerfasserGangl, Stefanie
GutachterKainzbauer, Georg
Erschienen2016
Datum der AbgabeMärz 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Faszien durchziehen den gesamten menschlichen Körper von Kopf bis Fuß und stehen mit allen Geweben des Körpers in Verbindung. Aber sie haben nicht nur Stütz- und Verbindungsfunktionen, sondern sind aufgrund ihrer zahlreichen Rezeptoren auch ein wichtiges Sinnesorgan. Dennoch wurden Faszien in der Medizin und Forschung lange vernachlässigt und einfach abpräpariert. In den letzten Jahren sind sie jedoch immer näher in das Zentrum des Interesses gerückt und man beginnt den Muskel und die Faszie als untrennbare Einheit, als sogenannte myofasziale Einheit, zu sehen. Mittlerweile gibt es in der Manuellen Medizin und Physiotherapie einige Behandlungskonzepte und Techniken für Faszien, welche momentan boomen. In dieser Arbeit werden nun die physiologischen Eigenschaften von Faszien, welche die Beweglichkeit beeinflussen bzw. limitieren können, diskutiert.

Eine dieser physiologischen Eigenschaften ist die Gewebehydration. In Folge von Dehnung des Fasziengewebes kommt es zu hydrodynamischen Anpassungsvorgängen, wodurch sich die elastische Steifigkeit des Gewebes verändert. Ist die Gewebehydration zu gering, geht der seröse Gleitfilm zwischen den Faszienschichten verloren und es kommt zu Verklebungen, sogenannten Cross Links, welche bei großflächigerem Auftreten die Beweglichkeit beeinflussen können.

Zudem beinhalten Faszien eine Vielzahl an Mechanorezeptoren, welche über einen neurologischen Rückkoppelungsmechanismus Einfluss auf das Vegetativum und die Sympathikusaktivität und damit auf die Steifigkeit der Faszie haben.

Eine weitere, erst kürzlich erforscht physiologische Eigenschaft der Faszie ist die aktive Kontraktilität. Es wurde herausgefunden, dass sich Faszien durch Stimulation mittels eines Antihistaminikums kontrahieren können. Diese Kontraktionskräfte sind umgerechnet in der Theorie so stark, dass sie Veränderungen des normalen muskuloskelettalen Verhaltens und damit auch der Beweglichkeit, bewirken können.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass es einige physiologischen Eigenschaften von Faszien gibt, welche die Beweglichkeit des menschlichen Körpers beeinflussen können. Somit sollte die therapeutische Behandlung der Faszien bei Patienten mit Bewegungseinschränkungen niemals außer Acht gelassen werden und fester Bestandteil des Clinical Reasoning Prozesses von Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sein. Doch momentan steckt die Forschung in diesem Bereich noch in den Kinderschuhen und deshalb ist nicht auszuschließen, dass in Zukunft noch mehr fasziale Eigenschaften und Faktoren dieser Art entdeckt und erforscht werden könnten.