Titelaufnahme

Titel
Die Verteilung bekannter und neuer HLA-G Allele in einer österreichischen Population
Weitere Titel
The distribution of known and new HLA-G alleles in an Austrian population
AutorInnenMayr, Vanessa
GutachterZahradnik, Michaela
Erschienen2013
Datum der AbgabeJuni 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)HLA-System / HLA-G / HLA-G Allele / 14bp Polymorphismus / Single nukleotide polymorphism / Sequenzierung / Klonierung
Schlagwörter (EN)HLA system / HLA-G / HLA-G allele / 14bp polymorphism / single nukleotide polymorphism / sequencing based typing / cloning
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Arbeit beschäftigt sich mit HLA-G, einem nicht klassischen MHC-Klasse I Molekül, das im Gegensatz zu den klassischen HLA Molekülen eine limitierte Anzahl an Polymorphismen und eine restriktive Gewebeexpression aufweist. Das HLA-G Molekül hat eine immunsupprimierende Wirkung auf den Organismus, da es ein Ligand für inhibitorische Rezeptoren, wie KIR2DL4, ILT2 und ILT4, ist. Diese Rezeptoren werden von Lymphozyten und Antigen-präsentierenden Zellen exprimiert. Durch eine Interaktion kommt es zur Hemmung der zytolytischen und zytotoxischen Funktionen. Dadurch wird die Immunantwort abgeschwächt und die Targetzelle gegen Zytolyse geschützt. Eine weitere Funktion beinhaltet die Bildung von Suppressor-Zellen aus Antigen-präsentierenden Zellen und T-Lymphozyten, wodurch eine langanhaltende Immuntoleranz entsteht.

HLA-G wird in großen Mengen von fetalen Trophoblasten exprimiert und spielt bei der mütterlichen Immuntoleranz gegenüber dem Fetus eine entscheidende Rolle. Ebenso wird dem HLA-G Molekül eine klinische Relevanz bei Transplantationen, bei Autoimmunerkrankungen, bei der Entstehung von Karzinomen und bei Entzündungskrankheiten nachgesagt.

HLA-G weist eine geringe Anzahl an Polymorphismen auf, es sind zurzeit nur 50 Allele bekannt. In dieser Studie wurde die Häufigkeit von HLA-G Allelen, sowie eines 14bp Polymorphismus und SNPs in der 3’untranslatierten Region in einer österreichischen Bevölkerung nachgewiesen. Dies geschah mittels einer direkten Sequenzierung von Exon 2 bis 5 und der 3’UTR von Position +2885 bis +3228.

11 verschiedene HLA-G Allele wurden identifiziert. Zusätzlich wurden drei neue HLA-G Allele detektiert. HLA-G*01:01:01 und HLA-G*01:01:02 zählen mit 50% und 22% zu den am häufigsten vorkommenden Allele in der österreichischen Bevölkerung. Dieses Resultat ist anderen Populationsstudien in Europa sehr ähnlich.

48% wiesen eine 14bp Insertion/Deletion in der 3’UTR auf und 14,8% eine 14bp Insertion. Ebenso konnte eine starke Koppelung des HLA-G*01:01:02 mit der 14bp Insertion in dieser Studie festgestellt werden. Zusätzlich wurden acht SNPs in der 3’UTR beschrieben, die eine hohe Affinität zu dem 14bp Polymorphismus aufweisen.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis deals with HLA-G, a non-classical MHC-class I molecule. In contrast to classical HLA molecules, HLA-G shows a limited polymorphism and a restrictive tissue distribution. The HLA-G molecule has mainly immunosuppressive effects because of its function as a ligand for inhibitory receptors such as KIR2DL4, ILT2 and ILT4. These receptors are expressed by lymphocytes and antigen presenting cells. Through the interaction the cytolytic and cytotoxic function of these cells are inhibited. This leads to a weakening of the immune response and to the protection of the target cell against the cytolysis. Another feature includes the formation of suppressor cells from antigen-presenting cells and T lymphocytes. This leads to a long-term immune tolerance.

HLA-G, initially found on invasive trophoblast cells, is postulated to have a mediatory role in maternal-fetal interface. It also has a clinical relevance in transplantations, in autoimmune diseases, in the development of cancer and inflammatory disease.

So far 50 alleles of HLA-G gene have been found. The goal of this research was to determine the HLA-G allele frequencies, a 14bp polymorphism and SNPs in the 3’UTR in an Austrian population. Therefore a sequence-based typing analysis of exons 2 to 5 and of the positions +2885 to +3228 in the 3’UTR was performed.

Genotyping analysis identified eleven different HLA-G alleles. Additionally three new HLA-G alleles could be detected. HLA-G*01:01:01 and HLA-G*01:01:02 were the most frequent alleles (50% and 22%). The allelic frequencies were similar to those of other European populations.

48% shows a 14bp insertion/deletion in the 3’UTR and 14,8% a homozygote insertion. In this study a strong linkage disequilibrium of HLA-G*01:01:02 with the 14bp insertion of the 3’UTR was detected. Additional eight SNPs of the 3’UTR were determined, which also have strong linkage disequilibrium to the 14bp polymorphism.

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