Titelaufnahme

Titel
HIT (Heparin-induzierte Thrombozytopenie) Tests nach Kardiochirurgie im Erwachsenenalter - Eine retrospektive Erhebung (1/2006 - 12/2015)
Weitere Titel
HIT (Heparin-induced Thrombocytopenia) testing after adult cardiac surgery - a retrospective study (1/2006 - 12/2015)
VerfasserDonhauser, Beatrice
Betreuer / BetreuerinStöckl, Martina
Erschienen2016
Datum der AbgabeJuni 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Heparin / Heparin-induzierte Thrombozytopenie / Intensivstation / Kardiochirurgie / Thrombozyten
Schlagwörter (EN)Heparin / Heparin-induced thrombocytopenia / Intensive care unit / Cardiac surgery / Platelets
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Alle kardiochirurgischen PatientInnen erhalten an der Herzlungenmaschine sowie perioperativ Heparin. Bei diesem Kollektiv besteht daher ein Risiko an Heparin-induzierter Thrombozytopenie (HIT) zu erkranken. Die Schwierigkeit bei diesem Patientenkollektiv liegt darin, eine Thrombozytopenie richtig zu interpretieren, da es aufgrund des hohen Blutverlusts zu einem Abfall der Thrombozytenzahl zwischen 30 und 50% im Vergleich zum Ausgangswert kommt. Für gewöhnlich kommt es nach etwa zwei bis drei Tagen zur Normalisierung der Thrombozytenzahl und nur bei erneutem Abfall der Thrombozyten um mehr als 50% im Vergleich zum präoperativen Wert wird eine HIT angenommen und ein HIT-Antikörpertest durchgeführt.

Ziel dieser Arbeit war es, die Inzidenz von HIT bei allen herzchirurgischen PatientInnen der klinischen Abteilung für Herz-Thorax-Gefäßchirurgische Anästhesie und Intensivmedizin der Medizinischen Universität Wien, die postoperativ an die Intensivstation Abteilung 13B gelangten, zu ermitteln. Demographische Daten, Krankenhausmortalität sowie Thrombozytenzahl und Krankenhausaufenthaltsdauer der PatientInnen wurden erhoben und in Hinblick auf klinisches Outcome der kardiochirurgischen PatientInnen analysiert.

Die Untersuchungsperiode reichte von Januar 2006 bis Dezember 2015. Alle kardiochirurgischen PatientInnen älter als 18 Jahre wurden in die Studie eingeschlossen. Retrospektiv wurden alle HIT-Tests von kardiochirurgischen PatientInnen, die im Labor für Thrombozyten-Immunologie und -Funktion der Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin der Medizinischen Universität Wien im besagten Zeitraum durchgeführt wurden, erfasst. HIT-positive und HIT-negative PatientInnen wurden anhand statistischer Analysemethoden miteinander verglichen.

Bezogen auf die Gesamtzahl der kardiochirurgischen IntensivpatientInnen (n = 4978) wurden 489 HIT-verdächtige PatientInnen der statistischen Analyse unterzogen. Davon hatten 42 PatientInnen (0,8%) ein positives HIT-Testergebnis. Das HIT-positive Patientenkollektiv wies einen signifikant höheren Body-Mass-Index von 28,3 kg/m² im Median auf (p = 0,04). Die Thrombozytenzahl reichte von einem medianen Tiefstwert von 40,0 G/l bis zu einem medianen Höchstwert von 166,0 G/l. Die Mortalität der HIT-positiven PatientInnen lag bei 38,1%. Die Krankenhausaufenthaltsdauer des HIT-positiven Patientenkollektivs war im Median um 3,5 Tage länger als beim HIT-negativen Patientenkollektiv.

Es zeigt sich, dass ein erhöhter Body-Mass-Index die Entstehung einer HIT möglicherweise begünstigt. Um die Verdachtsdiagnose einer HIT möglichst rasch zu erkennen, sollte der Thrombozytentrendverlauf in den klinischen Alltag einer Intensivstation einbezogen werden.

Zusammenfassung (Englisch)

Unfractionated heparin is used in all patients undergoing cardiac surgery on cardiopulmonary bypass and in the postoperative setting. Therefore there is a serious risk of heparin-induced thrombocytopenia (HIT) in such patients. Due to large blood loss a fall in platelet count between 30 and 50% is normal after cardiac surgery. The challenge is to diagnose HIT in this group of patients. Usually after two to three days the platelet count returns to preoperative baseline. If there is another drop in platelet count of more than 50%, HIT should be suspected and testing for HIT antibodies should be performed.

The aim of this study was to determine the incidence of HIT in patients of the intensive care unit 13B of the Medical University of Vienna who have undergone cardiac surgery. Demographic data, in-hospital-mortality, platelet count, length of stay and clinical outcome were analyzed too.

The study included all adult cardiac surgery patients of the intensive care unit between January 2006 and December 2015. HIT tests were retrospectively investigated. The comparison between HIT-positive and HIT-negative patients was performed by statistical analysis.

There were 4978 patients who met inclusion criteria. Of 489 patients with suspicion of HIT, 42 (0,8%) had a positively HIT testing. HIT-positive patients had a significantly higher body-mass-index of median 28,3 kg/m² (p = 0,04). The median platelet count reached from a minimum of 40,0 G/l to a maximum of 166,0 G/l and the in-hospital-mortality was 38,1% in HIT-positive patients. The length of stay of patients with positive HIT antibody testing was median 3,5 days longer.

The study showed that an increasing body-mass-index is potentially associated with an increasing HIT rate. Monitoring of platelet count should be performed routinely to identify a suspicion of HIT as quickly as possible.