Titelaufnahme

Titel
Die Rolle von Entzündung und Neurodegeneration in Multiple Sklerose und der passiv-Transfer experimentellen Autoimmunenzephalomyelitis in Lewis Ratten
Weitere Titel
The role of inflammation and neurodegeneration in multiple sclerosis and passive transfer experimental autoimmune encephalomyelitis in Lewis rats
VerfasserMödlagl, Verena
Erschienen2017
Datum der AbgabeJuni 2017
SpracheEnglisch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Multiple Sklerose / Experimentelle Autoimmunenzephalomyelitis / Neurodegeneration / ZNS Entzündung / MBP passiv-Transfer EAE / Lewis Ratten / Myelinproteine / Oxidativer Stress
Schlagwörter (EN)Multiple sclerosis / Experimental autoimmune encephalomyelitis / Neurodegeneration / CNS inflammation / MBP passive transfer EAE / Lewis rats / Myelin proteins / Activated microglia / Oxidative stress
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Multiple Sklerose ist eine vielschichtige chronische, entzündliche Erkrankung des menschlichen Zentralnervensystems, die, durch die Demyelinisierung neuronaler Axone, zu physischen und psychischen Einschränkungen führt. Die Ätiologie der Erkrankung ist immer noch unbekannt. Die Theorien reichen von Autoimmunität, über virale Infektion, bis hin zu genetischen Ursachen. Soweit bekannt ist, findet ein komplexes Zusammenspiel zwischen Entzündung und Neurodegeneration statt. Wie sich diese manifestieren, hängt vom Stadium der Erkrankung ab. Es werden verschiedene Läsionsmuster beschrieben und die Plaques werden nach der Topographie und ob sie die weiße und/oder die graue Substanz betreffen, eingeteilt. Die zu Grunde liegenden Mechanismen, wie oxidative Schäden, Eisenakkumulation, sowie die Aktivierung von Mikrogliazellen, werden noch immer weitreichend diskutiert.

Es gibt verschiedene Tierversuchsmodelle, mit denen die Krankheitsmechanismen und die Pathogenese von Multiple Sklerose weiter untersucht werden können. Die experimentelle autoimmune Enzephalomyelitis wird am häufigsten angewendet. Es ist eine entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems mit vielen Parallelen zu Multiple Sklerose und kann in unterschiedlichen Spezies und durch verschiedene Enzephalitogene induziert werden. Das klinische Resultat hängt von der Art des verwendeten Modells ab. Der Hauptfokus dieser Studie liegt auf dem passiven Transfermodell mit basischem Myelinprotein in Lewis Ratten. T-Lymphozyten, die gegen dieses Protein gerichtet sind, werden hierbei in naive Ratten injiziert, was zu einer Autoimmunreaktion führt. Dieses Modell ist für die Untersuchung von Entzündungen des Zentralnervensystems und Autoimmunreaktionen sehr nützlich und ist auch sehr wichtig bei der Entwicklung von anti-inflammatorischen Medikamenten. Die Ergebnisse aus diesem Modell sollten jedoch nicht direkt auf Multiple Sklerose PatientInnen übertragen werden, da es kein Tiermodell gibt, das das ganze Spektrum der Erkrankung widerspiegelt. Die Speziesunterschiede und die genetische Heterogenität sollten immer in Betracht gezogen werden.

Zusammenfassung (Englisch)

Multiple sclerosis is a multifaceted chronic, inflammatory disease of the human central nervous system that leads to physical and psychological impairment through demyelination of neuronal axons. The etiology of the disease is still unknown. Theories range from autoimmunity, over viral infection to genetic causes. Fact is that there is a complex interplay between inflammation and neurodegeneration. Manifestations are dependent on disease stage. Different lesion patterns are described and plaques are discriminated by topography and whether white and/or gray matter is affected. Underlying mechanisms are still being widely discussed, including oxidative injury, iron accumulation and activated microglial cells.

Several animal research models are available to further investigate disease mechanisms and pathogenesis of multiple sclerosis. Experimental autoimmune encephalomyelitis is the most commonly used one. It is an inflammatory disease of the central nervous system with many similarities to multiple sclerosis and can be triggered in various species, as well as by diverse encephalitogens. The clinical outcome is dependent on which type of model is used. In this study, the main focus will lie on the passive transfer model with myelin basic protein in Lewis rats. T lymphocytes specific for this protein will hereby be injected in naïve rats initiating an autoimmune response. It is a useful model for studying central nervous system inflammation and autoimmune reactions, and it is also valuable in the development of anti-inflammatory drugs. As there is no animal model that reflects the whole spectrum of the human disease, results of these experimental models should not be directly translated into multiple sclerosis patients. Species differences and genetic heterogeneity should always be taken into account.