Titelaufnahme

Titel
Den digitalen Wandel in der öffentlichen Verwaltung meistern – eine Frage der digitalen Kompetenz?
Weitere Titel
Mastering digital transformation in the area of public administration – a question of digital competencies?
VerfasserFrischauf, Christian
GutachterSedlacko, Michal ; Hartmann, Natalia
Erschienen2017
Datum der AbgabeJuni 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Digitalisierung / E-Government / Verwaltung / Kompetenz / Kompetenzerwerb
Schlagwörter (EN)digitalization / e-government / public administration / competency / skills acquisition
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die Digitalisierung erfasst und transformiert, getrieben von immer kürzeren Zyklen technischer Entwicklungen, so gut wie alle Bereiche der Gesellschaft. Auch die öffentliche Verwaltung war und ist von diesen Änderungen erfasst – eine der daraus folgenden Konsequenzen manifestiert sich in Form des elektronischen Regierens, des „E-Government“. Doch mit welchen Kompetenzen lassen sich die mit der Digitalisierung verbundenen Herausforderungen im Bereich der öffentlichen Verwaltung meistern? Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich daher mit der Beschaffenheit der digitalen Kompetenzen. In einem ersten Schritt identifizierte der Autor mit dem „Europass-Digipass-Framework“ der CEDEFOP (Europäisches Zentrum für die Förderung der Berufsbildung) ein probates Mittel, um – in Form eines Fragebogens – die digitalen Kompetenzen von Bediensteten der öffentlichen Verwaltung einer ersten Charakterisierung unterziehen zu können. In einem zweiten Schritt wurden Interviews mit Verwaltungsbediensteten des Finanzressorts geführt, um in einer nachfolgend durchgeführten qualitativen Analyse des Gesprächsinhalts verschiedene Aspekte rund um den Erwerb digitaler Kompetenzen beleuchten zu können.

Die Auswertung des auf dem „Europass-Digipass-Framework“ basierenden Fragebogens ergab, dass die „digitalen“ Kompetenzen auf dem Niveau der elementaren Verwendung in sämtlichen Handlungsfeldern (Datenverarbeitung, Kommunikation, Erstellung von Inhalten, Sicherheit und Problemlösung) stark ausgeprägt sind. Mit zunehmend komplexeren und unüberschaubareren Situationen, welche in einem Kontext zur Digitalisierung in einem der oben angeführten, fünf Handlungsbereiche stehen, reduziert sich auch die Handlungskompetenz der Verwaltungsbediensteten. Auf dem Niveau der selbstständigen Verwendung zeigen sich moderat ausgeprägte Defizite im Bereich der „Erstellung von Inhalten“. Auf dem Niveau der kompetenten Verwendung hingegen sind die Bereiche „Kommunikation“ und „Sicherheit“ am stärksten ausgeprägt, während die Handlungsfelder „Datenverarbeitung“ und vor allem die „Erstellung von Inhalten“ sowie „Problemlösung“ sehr schwach bzw. schwach ausgeprägt sind. Speziell die Interviewergebnisse zeigen, dass die digitalen Kompetenzen der Verwaltungsbediensteten primär über verwaltungsinterne Schulungen und Kurse erworben werden. Der Erwerb von staatlich anerkannten Qualifikationen in Form von Zeugnissen, Zertifikaten o. ä. spielt dabei lediglich eine untergeordnete Rolle. Zudem werden digitale Kompetenzen am Arbeitsplatz über individuell organisiertes und gezieltes Lernen sowie im Wege der Sozialisation durch Gespräche mit IT-affinen Personen erworben. Die Befragungsergebnisse zeigen, dass der innere Antrieb, sich Kompetenzen zur Bewältigung digital geprägter Situationen bzw. Aufgabenstellungen aneignen beziehungsweise erweitern zu wollen, zum einen auf den extrinsischen Motivationsfaktor des Sicherheitsbedürfnisses hinsichtlich des eigenen Arbeitsbereichs sowie auf den intrinsischen Faktor der Leistungsmotivation zurückzuführen ist. Die Befragten verbinden mit der Digitalisierung der Gesellschaft mehrheitlich Risiken; am häufigsten wurden dabei das Feld „Datenschutz und Cybersicherheit“ sowie negative Auswirkungen auf Gesundheit bzw. die Privatsphäre genannt. Die Befragten sehen die Akzeptanz der im Rahmen des elektronischen Regierens angebotenen Leistungen in der Gesellschaft als erfolgskritischen Faktor für eine erfolgreiche Weiterführung des E-Government in Österreich. Aus Sicht des Autors zeigen die Ergebnisse dieser Arbeit einerseits das enorme Potential auf, welches mit einer – eventuell bundesweit koordinierten – Kompetenzmessung und Kompetenzentwicklung der öffentlich Bediensteten einherginge; dies nicht zuletzt im Hinblick sowohl auf eine noch effizientere Umsetzung der E-Government Vorhaben, als auch im Hinblick auf den generellen Grad der Digitalisierung der österreichischen Gesellschaft.

Zusammenfassung (Englisch)

Digitalization captures and transforms, driven by ever shorter cycles of technical developments, almost all sectors of society. Public administration has also been affected by these changes - one of the consequences manifests in the form of electronic governance, the so called "e-government". But what competencies can be used in the field of public administration so the challenges posed by digitalization can be met? This thesis deals with the nature of digital competencies. In a first step, the author identified the CEDEFOP´s (European Center for the Advancement of Vocational Education and Training) "Europass-Digipass-Framework" as an apt tool to characterize the digital competences of public servants in the form of a questionnaire. In a second step, interviews were carried out with administrative staff from the Austrian Ministry of Finance in order to examine various aspects of the acquisition of digital competences in a subsequent qualitative analysis of the content of the conversations. The evaluation of the questionnaire based on the "Europass- Digipass-Framework" showed that the digital competencies are strongly developed at the level of elementary use in all fields of action (data processing, communication, content creation, security and problem solving). With increasingly complex and unmanageable situations, which stand in a context to digitization in one of the above-mentioned five areas of action, the competence of the administrative staff is reduced. At the level of autonomous use there are moderate deficits in the area of content creation. At the level of competent use, the areas of communication and security are most pronounced, while the fields of action of data processing and, above all, the creation of content as well as problem solving are weakly developed. The results of the interviews show that the digital competences of the administrative staff are primarily acquired through internal training courses. The acquisition of state-recognized qualifications in the form of certificates, credentials or similar poses only a subordinate role in that relation. In addition, digital competences at the workplace are acquired through individually organized and targeted learning, as well as by means of socialization in form of discussions with IT-related persons. The results of the survey show that the inner impulse to acquire or expand competencies for coping with digitally shaped situations or tasks is attributable to the extrinsic motivation factor of the need for security with regard to the own work area as well as to the intrinsic factor of the performance motivation. Respondents primarily relate risks to the digitialization of society; the most common were tied to the field of "data protection and cyber-security", as well as to a negative impact on health and privacy. Respondents see the acceptance of the services offered within the framework of electronic governance as a success-critical factor for the successful continuation of e-government in Austria. From the author's point of view, the results of this study show the enormous potential that is associated with a competency assessment and competency development in the field of public administration, possibly coordinated nationwide. Not least with a view to the more efficient implementation of e-government projects, as well as to the overall degree of digitalization of Austrian society.