Titelaufnahme

Titel
Die dienstrechtliche Leistungsfeststellung : Effektivität und Effizienz der negativen Leistungsfeststellung bei der österreichischen Polizei.
Weitere Titel
The Service-Performance Assessment Effectiveness and efficiency of the negative performance assessment of the austrian police.
VerfasserSchwentenwein, Johannes
Betreuer / BetreuerinHartmann, Natalia ; Mayer, Stefanie
Erschienen2017
Datum der AbgabeJuni 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Dienstbehörde / Dienstrecht / Entlassung / Ermahnung / Leistungsfeststellung / Leistungsfeststellungsbericht / Leistungsfeststellungskommission / Negative Leistungsfeststellung
Schlagwörter (EN)authority / disciplinary law / dismissal / warning / performance assessment / performance assessment report / performance assessment commission / negative performance assessment
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der dienstrechtlichen Leistungsfeststellung. Konkret wird der Bereich der negativen Leistungsfeststellung bei der österreichischen Polizei erforscht. Dabei handelt es sich um die rechtsverbindliche Feststellung, dass im Beobachtungszeitraum der zu erwartende Arbeitserfolg trotz zweimaliger nachweislicher Ermahnung nicht aufgewiesen wurde. Der Fokus liegt auf der Effektivität und Effizienz dieses Instruments, das als Rechtsfolge die Entlassung nach sich ziehen kann. Durch die Forschung soll festgestellt werden, wie der Prozess gesetzlich geregelt ist, welche Schwierigkeiten sich bei der praktischen Umsetzung ergeben und wie die Praxis tatsächlich aussieht. Dies deshalb, da vermutet wurde, dass die negative Leistungsfeststellung bei der Polizei nicht angewendet wird. Aus der Arbeit soll als Ergebnis aufgezeigt werden, wo die Problemstellungen liegen und welche Handlungsalternativen möglicherweise nötig sind, um die negative Leistungsfeststellung praktisch anwendbarer zu machen. Zu diesem Zweck wurden alle hierarchischen Ebenen, von der Polizeiinspektion als Basis über die Landespolizeidirektion als Dienstbehörde bis zur obersten Dienstbehörde beim Bundesministeriums für Inneres, mit einbezogen.

Die Erhebung der Daten erfolgte durch einen Online-Fragebogen an die Kommandanten und Kommandantinnen der Polizeiinspektionen im Burgenland. Ein weiterer Schritt war die Datenerhebung bei den Personalabteilungen der Landespolizeidirektionen in Österreich. Zuletzt wurde die zuständige Stelle im Bundesministerium für Inneres um Stellungnahme gebeten. Als Ergebnis kann festgestellt werden, dass der jetzige Prozess der negativen Leistungsfeststellung einer Reform unterzogen werden müsste. Dem Bundesministerium für Inneres als oberste Dienstbehörde wird empfohlen einen Durchführungserlass für die nachgeordneten Dienststellen zu erstellen, um den Kommandantinnen und Kommandanten der Inspektionen eine Handlungsanleitung zu bieten. Damit wäre gewährleistet, dass bei Unwilligkeit zur Erbringung der Arbeitsleistung ein brauchbares Instrument zur Verfügung steht. Es wird auch angeregt, dass die Landespolizeidirektionen zusätzliche Schulungsangebote für Wissensdefizite anbieten, die zu einem Leistungsabfall geführt haben. Schließlich mögen das Disziplinarrecht bei schuldhafter Verweigerung der Erbringung der geforderten Arbeitsleistung und die Vertiefung des Leistungs- und Entwicklungsdialoges in eine Reform einfließen. Eine Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen wäre wünschenswert.

Die Datenerhebung hat ergeben, dass die Effektivität der dienstrechtlichen Leistungsfeststellung sehr wohl gegeben ist, jedoch mangelt es an der Effizienz bei der Umsetzung des Prozesses.

Zusammenfassung (Englisch)

This BA thesis deals with the assessment of service performance, in particular with the negative performance assessment of the Austrian police. This is a legally binding assessment decision which observes the success within a given period: An employee whose work performance is below expectations can obtain a declaration of compliance after two exhortations. The focus of this thesis is on the effectiveness and efficiency of this tool, which – as a legal consequence – can lead to dismissal. Since it has been assumed by me that negative performance assessment is not used by the police, this research aims to determine how this process is regulated by law, what difficulties arise in the practical implementation and how the practice actually looks. The purpose of this work was to identify problems and possible alternatives in order to make the performance assessment more practical. For this purpose, all hierarchical levels were included, from the Polizeiinspektion (as the basis), through the Landespolizeidirektion (as the service authority) up to the highest service authority at the Federal Ministry of the Interior.

The data were collected by means of an online questionnaire to the commanders and police officers in Burgenland. A further step was to collect data from the personnel departments of the Landespolizeidirektionen in Austria. Lastly, the competent authority in the Federal Ministry of the Interior was asked for an opinion. As a result, it can be noted that the process of negative performance assessment needs to be reformed. The Federal Ministry of the Interior (as the highest service authority) is recommended to draw up an implementing decree for the subordinate services in order to provide guidance to the commanders of the police departments. This would make a useful instrument in case that employees are unwilling to perform their work. It is also suggested that the state police authorities offer additional training courses in order to eliminate knowledge deficits of the employees that have led to their performance drop. Finally, the disciplinary law and the deepening of the performance and development dialogue have to be taken into account when considering a reform. A change in the legal framework would be desirable.

The data collection has shown that the effectiveness of the service performance assessment is very good, but there is a lack of efficiency in the implementation of the process.