Titelaufnahme

Titel
Hämodynamischer Einfluss des Volumenstatus auf den mittleren pulmonal-arteriellen Verschlussdruck (mPAWP)
Weitere Titel
Hemodynamic influence of the volume status on the mean pulmonary artery wedge pressure (mPAWP)
VerfasserBischof, Chiara
GutachterGodaj, Elis
Erschienen2017
Datum der AbgabeJuni 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Überwässerung / Hämodynamik / Pulmonale Hypertension / PAWP- Pulmonal-arterieller Verschlussdruck / Rechtsherzkatheter / Volumenstatus
Schlagwörter (EN)Overhydration / Hemodynamics / Pulmonary Hypertension / PAWP-pulmonary artery wedge pressure / right heart catheterization / Volume status
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Pulmonale Hypertension ist eine seltene Erkrankung, die durch eine pathologische Druck- und Widerstandserhöhung im Lungenkreislauf gekennzeichnet ist, schwerwiegende Folgen hat und unbehandelt zu Rechtsherzversagen führt. Hämodynamisch wird sie in eine prä-kapilläre und post-kapilläre Form eingeteilt. Diese Zuordnung ist von besonderer Bedeutung, da die Therapieansätze der zwei Formen, aufgrund der unterschiedlichen Ätiologien verschieden sind, und falsch eingesetzt sogar tödlich sein können. Für die Einteilung in prä- oder post-kapillär, wird vorrangig der mittlere pulmonal-arterielle Verschlussdruck (mPAWP) herangezogen. Die Messung dieses Druckwertes ist mit vielen Fehlerquellen verbunden und unterliegt einer breiten Interobservervariabilität. Zusätzlich kommt es, gerade bei post-kapillärer PH, unter bestimmten Bedingungen (Einsatz von Diuretika) zu einer Reduzierung des mPAWP. Dies kann dazu führen, dass ein Patient mit einem mPAWP <15mmHg fälschlicherweise als „prä-kapillär“ anstatt „post-kapillär“ klassifiziert wird. Zu diesem Zweck wird bei Rechtsherzkatheteruntersuchungen unter anderem eine intravasale Volumenaustestung durchgeführt. Dadurch wurde bereits gezeigt, dass der mPAWP vom Volumenstatus abhängig ist und es zu einer Verfälschung dieser wichtigen Kenngröße kommen kann. Des Weiteren ist Hyperhydration bei PatientInnen mit PH ein häufiges Begleitsymptom, welches zu einer Verschlechterung der kardiovaskulären Situation führt. Ziel dieser Arbeit war es daher den Einfluss von Überwässerung auf hämodynamische Druckwerte – im Speziellen auf den mPAWP – zu untersuchen. Dazu wurden von einem Patientenkollektiv (n=252) folgende Parameter mittels Body Composition Monitor und Rechtsherzkatheteruntersuchung ermittelt: OH in [L], OH in [%], mPAWP, mittlerer pulmonal-arterieller Druck (mPAP), mittlerer rechts-atrialer Druck (mRAP) und Herzzeitvolumen (HZV)-Thermodilution. Anhand dieser Kenngrößen wurden Vergleichs- und Korrelationsanalysen durchgeführt. Die Ergebnisse der Vergleichsanalysen zeigten, dass Patienten mit einem mPAWP >15 mmHg eine stärkere Überwässerung aufweisen, als Patienten mit mPAWP ≤15 mmHg und dass ein positiver Volumenstatus mit höheren mPAP-, mRAP-, mPAWP-Werten assoziiert ist, als ein negativer Volumenstatus. Die Korrelationsanalyse ergab jedoch, dass nur ein sehr schwacher Zusammenhang zwischen Überwässerung und mPAWP besteht. Daher sollte der Volumenstatus für die Interpretation des mPAWP nicht herangezogen werden.

Zusammenfassung (Englisch)

Pulmonary hypertension (PH) is a rare disease, which is characterized by an increased pressure and resistance in the pulmonary circulation. If left untreated it has severe outcomes and can lead to right heart failure. PH is haemodynamically divided into a pre- or post-capillary form. To differentiate between pre- and post-capillary PH the mean pulmonary artery wedge pressure (mPAWP) has to be measured by right heart catheterization (RHC). The proper distinction between pre-capillary and post-capillary PH may be challenging, because the measurement of mPAWP is prone to many error sources and interobserver variability. Additionally, in some cases, in regard to post-capillary PH, under certain circumstances (extensive use of diuretics) the mPAWP can be decreased. This can lead to misclassifications between pre- and post-capillary PH. To resolve this issue, fluid-challenging during right heart catheterization is popular. This clinical practice already shows, that mPAWP correlates to a certain degree with the patient´s volume status. Furthermore, overhydration is a common state in patients, especially in heart failure, which exacerbates symptoms and cardiovascular function. Therefore, the focus of this study was to determine the influence of overhydration on haemodynamic pressures, especially the mPAWP. To investigate this, a patient collective (n=252) were examined using Body Composition Monitor quasi-simultaneous with right heart catheterization to measure following parameters: OH in [L], OH in [%], mean pulmonary artery wedge pressure (mPAWP), mean pulmonary artery pressure (mPAP), mean right atrial pressure (mRAP) and cardiac output (CO) by thermodilution. Comparative and correlative analyses were conducted using these values. The results of the comparative analyses showed that patients with an mPAWP >15 mmHg are more overhydrated than patients with an mPAWP ≤15 mmHg. In addition, it was displayed that a negative volume status is associated with lower mPAP-, mRAP-, and mPAWP and a positive volume status with higher pressures. In contrast, the results of the correlative analyses showed, that the relationship between overhydration and mPAWP is very weak. Due to this, overhydration should not be used as a parameter to interprete mPAWP.