Titelaufnahme

Titel
Untersuchung von blockierenden Antikörpern nach allergen-spezifischer Immuntherapie mit rekombinanten Birkenpollen- und Apfelallergenen
Weitere Titel
Investigation of blocking antibodies after allergen-specific immunotherapy with recombinant birch pollen and apple allergens
VerfasserGschwandegger, Sandra
GutachterTschandl, Margarete
Erschienen2017
Datum der AbgabeJuni 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Birkenpollen-assoziierte Nahrungsmittelallergie / Blockierende Antikörper / Sublinguale Immuntherapie / Basophilenaktivierungstest
Schlagwörter (EN)birch-pollen associated food allergy / blocking antibodies / sublingual immunotherapy / basophil activation test
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Bei über 70 % der BirkenpollenallergikerInnen tritt zusätzlich zur Birkenpollenallergie eine assoziierte Nahrungsmittelallergie auf. Diese ist bedingt durch eine Kreuzallergie und wird häufig durch Äpfel ausgelöst. Obwohl die allergen-spezifische Immuntherapie mit Birkenpollenallergenen eine effektive Behandlung gegen die Birkenpollenallergie darstellt, ist ihre Wirkung auf die assoziierte Nahrungsmittelallergie umstritten. Deshalb wurde eine neue Therapieform ausgetestet und Birkenpollen-allergische PatientInnen mit assoziierter Apfelallergie wurden sublingual mit dem rekombinanten Hauptallergen im Apfel, Mal d 1, behandelt. Zusätzlich wurde eine zweite Gruppe mit dem rekombinanten Hauptallergen in Birkenpollen, Bet v 1, behandelt. Es konnte bei der Behandlung mit Mal d 1 eine Verbesserung der Apfelallergie festgestellt werden. Die Behandlung mit Bet v 1 war hingegen nicht effektiv.

Ziel der vorliegenden Studie war es, zu untersuchen ob die sublinguale Behandlung mit Mal d 1 bzw. Bet v 1 zur Bildung von sogenannten „blockierenden Antikörpern“ führt. Solche Antikörper können die Bindung der IgE-Antikörper an Allergene blockieren und somit IgE-mediierte Symptome reduzieren.

Den PatientInnen wurde vor und nach der Immuntherapie Blut abgenommen. Das hierbei gewonnene Plasma wurde auf Vorhandensein von Mal d 1- und Bet v 1-spezifischer IgG4 Antikörper mittels ImmunoCap untersucht. Für den Nachweis der blockierenden Wirkung wurde der Basophilenaktivierungstest eingesetzt.

Sowohl in der Mal d 1- als auch in der Bet v 1-behandelten Gruppe konnte ein signifikanter Anstieg der Mal d 1-spezifischen IgG4 Antikörper festgestellt werden. Die Mal d 1-behandelte Gruppe zeigte jedoch eine signifikant höhere Kapazität, die durch das Apfelallergen Mal d 1 ausgelöste Basophilenaktivierung zu blockieren. Die Stärke der blockierenden Wirkung korrelierte nicht mit der Konzentration der Mal d 1-spezifischen IgG4 Antikörper.

Die sublinguale Behandlung mit Mal d 1 konnte die Symptome der Apfelallergie verbessern und hat die Bildung von blockierenden Antikörpern gegen Mal d 1 ausgelöst. Im Gegensatz dazu wiesen die durch die Behandlung mit Bet v 1 gebildeten Antikörper keine starke blockierende Wirkung gegen das Apfelallergen auf. Das Ergebnis dieser Arbeit weist darauf hin, dass blockierende Antikörper hoch spezifisch ausgelöst werden und für die effektive Behandlung der Birkenpollen-assoziierten Nahrungsmittelallergie eine Rolle spielen.

Zusammenfassung (Englisch)

More than 70 % of the birch pollen allergic patients suffer from birch-pollen associated food allergy. This allergy is caused by immunological cross-reactivity and triggered by food proteins, for example proteins in apple. Allergen-specific immunotherapy with birch pollen is effective for treatment of birch pollinosis however, its efficacy to improve the associated food allergy is controversial. Therefore, a new form of therapy was tested and birch-pollen allergic patients with associated apple allergy were sublingually treated with the major apple allergen, Mal d 1. A second group of patients was treated with the major birch pollen allergen, Bet v 1. After sublingual administration of Mal d 1 the patients improved their apple allergy whereas the treatment with Bet v 1 was not effective.

The aim of the study was to investigate whether the sublingual treatment with Mal d 1 or Bet v 1 leads to the production of so-called “blocking antibodies”. These antibodies inhibit the interaction between IgE and the allergen and thereby cause a decrease of IgE-mediated symptoms.

The patients of both treatment groups were donating blood before and after the therapy. The collected plasma was tested for Mal d 1 and Bet v 1 specific IgG4 antibodies by ImmunoCap. The blocking capacity was tested in basophil activation tests.

In both the Mal d 1-treated and the Bet v 1-treated group the levels of Mal d 1-specific IgG4 antibodies increased. The Mal d 1-treated group showed a significant higher capacity to block the Mal d 1-triggered basophil activation. Notably, the blocking capacity did not correlate with the increase of the Mal d 1-specific IgG4 levels.

In summary, the sublingual treatment with Mal d 1 led to a decrease of apple-induced symptoms and to the production of Mal d 1-specific blocking antibodies. In contrast, the Bet v 1-treated patients showed a limited blocking capacity. This study indicates that blocking antibodies are highly specific and important for the effective treatment of birch pollen-related apple allergy.