Titelaufnahme

Titel
Copingstrategien unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge
Weitere Titel
Coping Strategies of Underage Unattended Refugees
VerfasserRiener, Katharina
Betreuer / BetreuerinKellner, Johannes
Erschienen2016
Datum der AbgabeNovember 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge / UMF / Copingstrategien / Soziale Arbeit
Schlagwörter (EN)Unaccompanied Underage Refugees / Coping strategies / social work
Zugriffsbeschränkung
 _
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Angesichts der nicht abnehmenden Krisen in den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens und Teilen Afrikas kommt dem Handlungsfeld Migration und Asyl in der Sozialen Arbeit große Bedeutung zu. Dabei nehmen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) eine besondere Position ein. Ziel dieser Forschungsarbeit ist es, herauszufinden, wie die Lebenssituationen dieser Jugendlichen gestaltet sind und welche individuellen Coping-Strategien sie entwickeln, um damit umzugehen. Zu diesem Zweck werden – nach einer Darstellung der wichtigsten theoretischen Bezüge – durch teilstandardisierte Interviews Belastungen und Ressourcen erhoben, die während des Asylverfahrens von Bedeutung sind.

Folgende zentrale Ergebnisse können festgehalten werden:

Die Copingstrategien der UMF lassen sich in adaptives und maladaptives Coping unterscheiden, wobei der Schwerpunkt auf ersterem liegt – die Jugendlichen bewältigen Problemsituationen also häufig durch Ablenkung.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen des Asylverfahrens erschweren Integrationsversuche und verstärken Isolation und Ausgrenzung. Der ungewisse Ausgang des Asylverfahrens stellt eine große Belastung dar und verunmöglicht eine realistische Zukunftsplanung.

Die Zeit des Asylverfahrens kann nur eingeschränkt dazu genutzt werden, sich in Österreich und der deutschen Sprache zurechtzufinden, wobei sozial offene Jugendliche weniger Schwierigkeiten haben, diese Zeit positiv für sich zu nutzen. Auch die Möglichkeiten der Bezugsbetreuung sind aufgrund fehlender Ressourcen stark eingeschränkt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich der Eindruck erhärtet hat, dass für jugendliche AsylwerberInnen mit verhältnismäßig geringem finanziellem Aufwand viele Verbesserungen erreichen lassen würden. Dies zeigt auch die Projektskizze am Ende der Arbeit auf, die mit geringen Ressourcen eine Inklusionsmöglichkeit von UMF in das Regelschulsystem beschreibt.

Zusammenfassung (Englisch)

In light of the continuing crises in the Mideast and parts of Africa, the fields of migration and asylum are becoming more and more significant for social workers. Unaccompanied minor refugees occupy an exceptional position in this field. The goal of this thesis is to describe the living situation of unaccompanied minor refugees and to find out which individual coping strategies they develop to deal with their situation. For this purpose, data concerning burdens and resources significant to the time of the asylum process have been collected through partially standardised interviews.

The following key findings can be noted:

There are two major forms of coping strategies. We can distinguish between adaptive and maladaptive coping, with the focus being on the former. This means the young people often deal with problematic situations through distraction.

The legal framework of the asylum process make attempts at integration more difficult and intensify isolation and marginalisation. The uncertain outcome of the asylum process is a significant burden and makes realistic future planning impossible.

The time of the asylum process can only be used in a very limited way for orientation in Austria and the German language. Socially open teenagers have fewer difficulties using this time for themselves in a positive manner. The possibilities of the caregivers in supporting the young people are, however, very limited due to a lack of resources.

In sum, the interviews support our hypothesis that many improvements for the refugees could be made with relatively little financial effort. This is also demonstrated by the project design at the end of this thesis, which illustrates possibilities of including unaccompanied minor refugees into the regular school system with very little resources.