Titelaufnahme

Titel
Methodische Stärken und Schwächen von Screening-Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren
Weitere Titel
Benefits and harms of screening examinations with imaging procedures
VerfasserZimmermann, Tatjana
Betreuer / BetreuerinUnterhumer, Gerold
Erschienen2017
Datum der AbgabeJanuar 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Screening / Brustkrebs / Lungenkrebs / Präventivmedizin
Schlagwörter (EN)screening / breast cancer / lung cancer / preventive medicine
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Ziel dieser Arbeit ist es, die methodischen Stärken und Schwächen von Screening-Programmen mit bildgebenden Verfahren darzulegen. Hierfür wird zuerst das theoretische Konzept von Screening vorgestellt, ehe anschließend auf Screening-Programme für die Früherkennung von Brustkrebs und Lungenkrebs, anhand welcher die Stärken und Schwächen erläutert werden, eingegangen wird.

Unter Einsatz der keywords „Screening“, „breast cancer“, „lung cancer“ und „preventive medicine“ wurde in diversen Bibliotheks- und Onlinedatenbanken, wie zum Beispiel PubMed oder ScienceDirect, nach Literatur recherchiert. Fachliteratur wurde in deutscher und englischer Sprache herangezogen, bei Studien und Fachartikeln wurde zusätzlich das Publikationsdatum (2009-2016) berücksichtigt.

Die meisten vorliegenden Studien kommen zu dem Ergebnis, dass die Brustkrebs- und Lungenkrebsmortalität durch Screening-Programme um bis zu 20% gesenkt werden kann. Diese Mortalitätsreduktion steht jedoch einigen nachteiligen Aspekten von Screening-Programmen gegenüber. Es werden viele Krebserkrankungen überdiagnostiziert, daher unterziehen sich Patienten und Patientinnen zum Teil nicht notwendiger Behandlungen. Außerdem erhalten viele Patienten und Patientinnen falsch-positive Befunde. Die National Lung Screening Trial (NLST) Studie, die momentan größte Studie zum Thema Lungenkrebs-Screening mittels low-dose Computertomographie, zeigt, dass 96,4% all ihrer positiven Befunde falsch-positiv sind. Dies führt zu Zusatzkosten für das Gesundheitssystem und bedeutet eine psychische Belastung für Patienten und Patientinnen. Weiters führen Screening-Untersuchungen mittels ionisierender Strahlung zu einer Strahlenbelastung für die Patienten und Patientinnen, welche die Entstehung von bösartigen Tumoren begünstigen könnte. Screening-Programme sollten daher nur nach eingehender Prüfung und Evaluierung der methodischen Stärken und Schwächen implementiert werden. Verlässliche Evidenz über die Wirksamkeit von Screening-Programmen erhält man ausschließlich durch randomisierte kontrollierte Studien. Um die Qualität von Screening-Programmen zu verbessern, können Maßnahmen, welche die Anzahl von falsch-positiven Befunden und Überdiagnosen reduzieren, angedacht werden.

Zusammenfassung (Englisch)

The aim of this study was to assess the benefits and harms of screening programs, based on breast and lung cancer screening programs. In addition, the theoretical concept of screening is presented.

The keywords “screening”, “breast cancer”, “lung cancer” and “preventive medicine” were researched in several library and online databases like PubMed or ScienceDirect. German and English literature was used. Studies and scientific papers that have been published between 2009 and 2016 were considered for this study.

Most of the reviewed studies showed a 20% reduction in breast and lung cancer mortality. However, there are various harms of screening programs. The biggest problem is overdiagnosis and its consequences, because people are turned into patients unnecessarily. Moreover, many screening participants receive a false positive result. The NLST study about lung cancer screening shows that 96,4% of the positive results in the low-dose CT group are false positive results. The many false-positive results cause extra costs for the healthcare system and psychological distress for patients. Moreover, both Mammography and computer tomography, modalities that are used for breast and lung cancer screening programs, expose patients to ionizing radiation that could cause cancers. Therefore it is recommended to evaluate benefits and harms of screening programs before implementation. Reliable evidence can be found in randomized controlled trials. Overdiagnosis and false positive events have to be minimized in order to improve the quality of screening programs.