Titelaufnahme

Titel
Der Einsatz von Methoden der Tanztherapie in der Physiotherapie zur Ermittlung und Reduzierung des Sturzrisikos bei älteren Patient*innen
Weitere Titel
The Application of Dance Therapy Methods in Physiotherapy to Determine and Reduce the Risk of Falling in Elderly Patients
VerfasserMold, Petra
Betreuer / BetreuerinBucher, Harriet
Erschienen2017
Datum der AbgabeFebruar 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Arbeitstitel

Der Einsatz von Methoden der Tanztherapie in der Physiotherapie zur Ermittlung und Reduzierung des

Sturzrisikos bei älteren Patient*innen

Zentrale Fragestellung

Welche Methoden der Tanztherapie lassen sich in der Physiotherapie sinnvoll zur Ermittlung und Reduzierung

des Sturzrisikos bei älteren Patient*innen einsetzen?

Problemaufriss

Laut einer Statistik des Kuratoriums für Verkehrssicherheit, machen Stürze den Hauptanteil an Unfällen in

Österreich aus. Angeführt wird die Statistik von Stürzen von Personen über dem 65. Lebensjahr.

Sturzprophylaxe ist natürlich bereits Gegenstand der Physiotherapie, allerdings ist es gerade bei diesem

sensiblen Thema wichtig, einen individuell passenden Zugang zu den Patient*innen zu finden, um die

Therapie angstfrei gestalten zu können.

Die Angst vor Stürzen kann für Patient*innen im Alltag sehr einschränkend sein und kann sich auch in der

Therapieeinheit insofern bemerkbar machen, dass ein freies Durchführen von Übungen durch die Sorge zu

stürzen blockiert ist.

Zum Tanzen haben viele Menschen positive Assoziationen und können sich dadurch unter Umständen leichter

auf eine Behandlung einlassen, indem die Freude an der tänzerischen Bewegung die Sorge vor einem

möglichen Sturz überdeckt.

Die Furcht zu stürzen oder auch das Gegenteil: die mangelnde Einsicht, dass ein Sturzrisiko besteht, können

sich negativ auf Motivation und Compliance auswirken. Auch in diesem Fall gilt es Methoden zu finden, die

Patient*innen auf einer individuellen Ebene ansprechen, um ihr Interesse an der Therapie zu wecken.

In Bezug auf die Bewegungsanalyse, legt die Physiotherapie ihren Schwerpunkt auf die strukturellen und

funktionellen Auffälligkeiten, die Patient*innen zeigen. Im Gegensatz dazu, beschäftigt sich die Tanztherapie

vorrangig mit den psychischen und emotionalen Hintergründen von Bewegung. Die Ursachen für ein erhöhtes

Sturzrisiko können in all den genannten Aspekten zu finden sein, weswegen eine ganzheitliche Betrachtung

des Menschen zur Ermittlung und Reduzierung des Sturzrisikos zweckmäßig erscheint.

Physiotherapeutische Relevanz

Tanz ist eine Möglichkeit Spaß und Abwechslung in die Therapieeinheit einfließen zu lassen, um eine Steigerung der Motivation und Compliance herbeizuführen. Den Pati-ent*innen wird die Gelegenheit gegeben, ihre Emotionen und ihre Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen, während der Therapeut oder die Therapeutin gleichzeitig auf Auffäl-ligkeiten im Bewegungsverhalten achten kann.

Behandlung findet statt, ohne dass es für die Patient*innen laufend präsent ist, dass sie sich in einer Therapiesituation befinden. Dies macht es möglich, die Gedanken weg von der Sturzangst zu lenken und ungezwungeneres Bewegen zu generieren.

Viele, vor allem auch ältere Patient*innen, assoziieren Musik und Tanz mit positiven Er-fahrungen und könne sich dadurch leichter auf die Therapie einlassen. Die in der Vergan-genheit gemachten Bewegungserfahrungen beim Tanzen können während der Therapie genutzt und eingebaut werden. Zusätzlich dazu, stellt Tanzen eine Anforderung an die Kognition dar und es gibt die Möglichkeit psychische und soziale Aspekte, z.B. im Grup-pensetting, zu berücksichtigen. Zusammenfassend ist therapeutisches Tanzen eine un-aufwändige Methode Therapieeinheiten zu ergänzen, um Patient*innen mit Spaß und Abwechslung Übungsinhalte zu vermitteln, während gleichzeitig die Möglichkeiten der Theragnostik genutzt werden können. Das in der Tanztherapie angewandte Konzept der Bewegungsanalyse nach Rudolf von Laban, könnte in manchen Fällen die

physiotherapeutische Analyse von Bewegung und die Ermittlung und Reduzierung des Sturzrisikos bereichern.