Bibliographic Metadata

Title
Die Vorbereitung zur Erhebung der funktionellen dynamischen Beinachse beim Sqat- Lifting
Additional Titles
Preparations to investigate on the functional dynamic alignment of the leg when squat- lifting
AuthorPart, Victor
Thesis advisorWidhalm, Klaus
Published2017
Date of SubmissionFebruary 2017
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Restriction-Information
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Classification
Abstract (German)

Das Squat- Lifting (SL) zählt zu einer der wichtigsten funktionellen Aktivitäten des täglichen Lebens. Bezogen auf die untere Extremität muss der Ausführende bzw. die Ausführende dabei ein Gewicht, das sich mittig auf Höhe seiner bzw. ihrer Unterschenkel befindet, aus einer Squat- Position, durch Extension der Hüft- und Kniegelenke und Plantarflexion der Sprunggelenke anheben. Biomechanisch und kinematisch ähnelt der Squat- Lift, in Hinblick auf die Ausführung, einem Deadlift- zu Deutsch Kreuzheben. Zusätzlich ist der Squat- Lift unter Beobachtung der unteren Extremität auch mit den Bewegungsabläufen des beidbeinigen Sit- to- Stand zu vergleichen. Der Squat- Lift wird im Alltag unter verschiedensten Bedingungen durchgeführt, Beispiele dafür sind variable Gewichte, Höhe der Griffpositionen oder die Fußposition. Üblicherweise werden keine schweren Gewichte gehoben, jedoch wird der SL über den Tag verteilt sehr oft wiederholt. Wie bei allen Aktivitäten im Stand, sei es einbeinig oder beidbeinig, statisch oder dynamisch, muss man dabei seine Beinachse muskulär stabilisieren und halten können. Während dem SL ergibt sich eine zusätzliche Belastung aufgrund des gehobenen Gewichts und des mit der Größe des Kniegelenks- Flexionswinkels wachsenden Drehmoments, auf die Hüft-, Knie- und Sprunggelenke. Dadurch muss der Körper mittels mehr Muskelaktivität die Beinachse stabilisieren und halten können. Kann die BA nicht gehalten werden kann es zu einer Valgus- oder Varusdeviation kommen. Hierbei kommt es entweder zu einer vermehrten Belastung des medialen oder lateralen Femurcondyls. Wenn diese unphysiologische Überbelastung längere Zeit auf das Knie wirkt, unabhängig davon, ob Varus- oder Valgusdeviation, ist dies ein prädisponierender Faktor für eine Gonarthrose.

Die Gonarthrose ist unter den Arthrosen die häufigste Diagnose. Da die Arthrosen mit 10,5% laut Statistik die zweithäufigste chronische Erkrankung in Österreich sind, ist es deshalb umso wichtiger, mehr über die prädisponierenden Faktoren der Entstehung einer Gonarthrose zu wissen.

Derzeit gibt es nahezu keine Studien, die sich mit dem SL als Alltagsaktivität beschäftigen. Es gibt viele bezüglich ihrer Kinematik und muskulären Arbeit vergleichbare Bewegungen, die häufiger untersucht wurden, wie den Single- Leg- Squat oder den Sit- to- Stand. Obwohl immer wieder Studien im Leistungssport zu diesem Bereich veranlasst werden, wie zum Beispiel zum Deadlift, kann man die Ergebnisse dieser Studien nur schwer auf den Alltag umlegen. Hier steht meistens das gehobene Gewicht, welches weit über dem von Alltagsaktiviäten liegt, als Schlüsselparameter im Mittelpunkt, und nicht etwa die Wiederholungsanzahl, welche für den Alltag relevant wäre.

Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Schlüsselparameter der dynamischen BA bei jungen gesunden Männern beim SL eines Alltagsgewichts zu ergründen.

Die Fragestellung lautet folgend:

Besteht eine Variabilität der funktionellen Beinachse bezüglich relevanter Hüft- und Kniegelenkswinkel während dem Squat- Lifting bei gesunden 18- 30- jährigen Männern, und wenn ja, wie breit ist diese gestreut?

Die Daten für diese Arbeit stützen sich auf eine experimentelle Studie, die an zehn jungen Männern von 18 bis 30 Jahren durchgeführt wird. Die Voraussetzungen für die Teilnahme an der Studie sind, dass die Probanden einen BMI zwischen 18,50 kg/m² und einschließlich 29,99 kg/m² haben sollen. Des Weiteren dürfen sie von keinen muskuloskelettalen Beschwerden oder neurologischen beziehungsweise psychiatrischen Erkrankungen betroffen sein.

Das Wissen um eine Norm der Beinachse beim SL ist essenziell für Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen. Bekanntlich ist der SL nicht nur eine häufige Alltagsbewegung, sondern in verschiedensten Variationen auch eine beliebte Übung in der Therapiesituation. So ist es besonders wichtig, die Biomechanik dieser Bewegung zu verstehen und in den therapeutischen Alltag umsetzen zu können. Um den SL richtig anleiten und analysieren zu können ist es unumgänglich, definierte Parameter, Normen und Abweichungen dieses Bewegungsablaufs zu kennen da es ermöglicht, eine Grenze zwischen einem Normbereich und einer pathologischen Abweichung der Bewegung zu ziehen. Ohne bekannter Norm mit ihrer Varianz gibt es keine Werte, auf die sich der Physiotherapeut bzw. die Physiotherapeutin während der Therapieplanung, --durchführung und --evaluierung beziehen kann So ist es essenziell, genau diesen Bereich mit seiner Variabilität zu erforschen.