Titelaufnahme

Titel
Bewegungstherapie gegen Depressionen nach einem Schlaganfall - Ein Arbeitsprotokoll
Weitere Titel
Exercise therapy for treating depression after stroke - a study protocol
VerfasserReither, Karoline
Betreuer / BetreuerinGreisberger, Andrea
Erschienen2017
Datum der AbgabeFebruar 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
 _
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Jedes Jahr haben etwa 16 Millionen Menschen weltweit zum ersten Mal einen Schlaganfall. In Österreich sind es etwa 24 000 pro Jahr. Bei den über 75-Jährigen sind rund 10 % der Bevölkerung von einem Schlaganfall betroffen. Nach einem Schlaganfall haben bis zu 70 % der PatientInnen nicht nur mit den direkten Folgen ihrer Krankheit zu kämpfen, sondern entwickeln auch eine Depression. Depressionen wiederum beeinflussen die Rehabilitation der PatientInnen negativ. Wie eine Untersuchung von Rozon et al. zeigt, nehmen die PatientInnen mit einer Depression 6 Monate nach einem Schlaganfall deutlich weniger am sozialen Leben teil, betreiben seltener Sport und fahren weniger mit dem Auto, als SchlaganfallpatientInnen ohne einer Depression.

Bei depressiven Personen ohne Schlaganfall wird gegen die Depression meist Psychotherapie und pharmakologische Therapie angewendet. Die aktuelle Evidenz zeigt jedoch, dass Psychotherapie bei SchlaganfallpatientInnen keine klare Wirkung gegen eine Depression hat. Pharmakologische Therapie mit Antidepressiva zeigt wenig, aber signifikante Wirkung gegen Depressionen. Es gibt beim Einsatz von Antidepressiva für SchlaganfallpatientInnen jedoch starke Nebenwirkungen, die sich vor allem auf das Zentralnervensystem und den Magen-Darmtrakt auswirken.5 Es stellt sich daher die Frage, ob es für SchlaganfallpatientInnen eine Alternative zu Psychotherapie und pharmakologischer Therapie gibt.

Um die motorischen Funktionen nach einem Schlaganfall wieder zu erlangen, erhalten SchlaganfallpatientInnen Physiotherapie in Form von Bewegungstherapie. Diese hat für die Betroffenen einen positiven Einfluss auf ihre Selbstständigkeit und sie können ihre sozialen Kontakte dadurch leichter pflegen, was wiederum bewirkt, dass die Betroffenen weniger gefährdet sind zu vereinsamen. Zu der Frage, ob körperliches Training auch einen positiven Einfluss auf die Depression nach einem Schlaganfall hat, wurde erst wenig publiziert. Durch eine systematische Literatursuche wird das bisher bekannte Wissen zu diesem Thema zusammengefasst und analysiert.

Physiotherapeutische Relevanz

Physiotherapie ist einer der Grundpfeiler der Rehabilitation, um eine möglichst gute Funktion und Selbstständigkeit nach einem Schlaganfall wiederzuerlangen. Es ist erwiesen, dass sich durch die Therapie die Funktion, Balance und der Gang nach einem Schlaganfall verbessern und dieser Effekt auch eine Langzeitwirkung hat6. Physiotherapie besteht dabei meist aus Bewegungstherapie und es stellt sich die Frage, ob diese Bewegungstherapie auch einen positiven Einfluss auf Depressionen nach einem Schlaganfall hat.

Ziele

Im Rahmen dieser Bachelorarbeit (BAC) wird das aktuelle Wissen über Depressionen bei Schlaganfallpatienten zusammengefasst. Zuvor werden die zentralen Begriffe dieses Themas erklärt. Nach einer systematischen Literatursuche über Bewegungsprogramme gegen Depression bei Schlaganfallpatienten sollen die Ergebnisse analysiert und grafisch aufbereitet werden. Ziel ist es, folgende Frage zu beantworten: Ist Bewegungstherapie ein wirksames Mittel um Depressionen nach einem Schlaganfall zu verringern?