Titelaufnahme

Titel
Der Effekt von Tai Chi auf die Posturale Kontrolle bei Morbus Parkinson. Ein Arbeitsprotokoll
Weitere Titel
The effect of Tai Chi on postural control in patients with parkinson's disease. A study protocol
VerfasserRuschitzka, Elisabeth
GutachterGreisberger, Andrea
Erschienen2017
Datum der AbgabeFebruar 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Problemaufriss

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lag die Prävalenz der Erkrankungen an Morbus Parkinson im Jahr 2004 weltweit bei 5,2 Millionen.

Bei Morbus Parkinson handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, bei welcher die dopaminproduzierenden Zellen der Substantia nigra, eine Kernregion im Gehirn, degenerieren. Die Ursachen hierfür sind idiopathischer Herkunft. In 5-10% der Fälle konnte eine genetische Veranlagung festgestellt werden. Bei PatientInnen mit familiärer Disposition und einer Erstmanifestation der Erkrankung vor dem 40. Lebensjahr ist die Ursache häufiger genetisch bedingt als bei jenen, auf die diese beiden Faktoren nicht zutreffen.

Neben Bradykinese (verlangsamte und reduzierte Bewegung), Tremor (Muskelzittern) und Rigor (Muskelsteifheit) zählt auch die verminderte Posturale Kontrolle zu den sogenannten Kardinalsymptomen von Morbus Parkinson.

Posturale Kontrolle beinhaltet die Komponenten der Kontrolle des Körpers im Raum bezogen auf Stabilität und Orientierung.

Sowohl die medikamentöse als auch die physiotherapeutische Behandlung haben bei PatientInnen mit Morbus Parkinson einen hohen Stellenwert. Die Medikamentöse Therapie zeigt vor allem im Anfangsstadium große Wirkung, welche jedoch mit Fortschreiten der Krankheit sukzessive nachlässt. Es wird zunehmend evident, dass Physiotherapie einen positiven Einfluss auf die Symptomatik bei Parkinson hat.

Die 2004 KNGF Guideline beschreibt fünf Kerngebiete in der physiotherapeutischen Behandlung von PatientInnen mit Morbus Parkinson. Dazu gehören physische Leistungsfähigkeit, Transfers, manuelle Aktivitäten, Balance und Gang. Ebenso wird ein sechstes Gebiet genannt, die Posturale Kontrolle, welche aber nicht als eigenständiger Punkt angeführt ist, da diese eine wichtige Komponente von Transfers, manuellen Aktivitäten, Balance und Gang darstellt.

Morbus Parkinson PatientInnen haben Schwierigkeiten bei Richtungswechsel sowie dabei komplexe Bewegungsstrategien ausreichend anzupassen, um das Gleichgewicht im Stand und Sitz bei äußerlichen Einwirkungen zu erhalten. Auch eine schmale Spurbreite stellt eine große Herausforderung dar.

Tai Chi ist eine Martial Arts Technik, eine Heil- und Kampfkunst, die, basierend auf Balanceübungen, die Entspannung durch tiefe Atmung sowie langsame und ruhige Bewegungen mit nach innen gerichteter Aufmerksamkeit vereint. Tai Chi verbindet Gewichtsverlagerungen, Rotationen, langsame Schrittfolgen, Armbewegungen und Einbeinstand in verschiedenen Positionen. All diese Elemente erfordern eine spezielle Kontrolle der Gelenke und muskuläre Koordination, was in weiterer Folge die Posturale Stabilität und Balance trainiert.

Somit deckt Tai Chi einen Großteil der genannten Kerngebiete der physiotherapeutischen Behandlung von PatientInnen mit Morbus Parkinson ab. Demnach wäre anzunehmen, dass es sich hierbei um eine optimale Trainingsmethode handle. Diese Arbeit dient zur Recherche und Analyse welchen Effekt Tai Chi auf die Posturale Kontrolle hat.

Physiotherapeutische Relevanz

Wie bereits im Problemaufriss erwähnt, hat die Posturale Kontrolle einen hohen Stellenwert in der physiotherapeutischen Behandlung von PatientInnen mit Morbus Parkinson. Demnach kann diese als eine der Grundlagen für die Aktivität der PatientInnen gesehen werden, woran es zu arbeiten gilt.

Da Tai Chi Aspekte wie Rotationen, Gewichtsverlagerungen und Schrittabfolgen sowie Aktivität der oberen Extremität vereint, könnte dieses Konzept optimal in die Physiotherapie eingebaut werden.

Ziele

Im Rahmen dieser Arbeit soll die Auswirkung von Tai Chi auf die Posturale Kontrolle von PatientInnen mit Morbus Parkinson untersucht werden.

Zentrale Fragestellung

Welchen Effekt hat Tai Chi auf die Posturale Kontrolle bei PatientInnen mit Morbus Parkinson? Hierfür ist zu klären, wie sich die Posturale Kontrolle genau definiert und aus welchen Aspekten diese besteht. Des Weiteren gilt es herauszufinden, auf welche Kerngebiete der physiotherapeutischen Behandlung Tai Chi Auswirkung zeigt.

Die Fragestellung anhand des PICO-Schemas aufgeschlüsselt lautet folgendermaßen. PICO steht für die Begriffe Patients, Intervention, Comparison (Alternativmaßnahmen) und Outcome (Ergebnis).

P PatientInnen mit Morbus Parkinson

I Tai Chi

C Kein Tai Chi oder anderwärtige Therapie

O Posturale Kontrolle