Titelaufnahme

Titel
Auf der Suche nach standardisierten Kraftmessmethoden zur Anwendung bei Patienten und Patientinnen mit Multipler Sklerose. Eine thematische Einführung
Weitere Titel
Searching for standardised measurements of strength in patients with multiple sclerosis. An introduction
VerfasserSlama, Sonja
GutachterGreisberger, Andrea
Erschienen2017
Datum der AbgabeMai 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Multiple Sklerose ist eine Erkrankung des Zentralnervensystems (ZNS) mit Symptomen wie Fatigue, Seheinschränkungen, Schmerz, Spastizität, Muskelschwäche und sensorische Ausfälle. Etwa 70% aller Personen mit Multipler Sklerose haben Erfahrung mit Schwäche in mehr als einer Muskelgruppe.⁠ Muskelschwächen stellen in der neurologischen Rehabilitation ein großes funktionelles Problem dar. Eine solche Schwäche ist mit intensivem Kraft- und Kraftausdauertraining, gut zu behandeln.

Da eine Muskelschwäche jedoch nicht immer primär auffällt, muss aktiv danach gesucht werden.⁠ Aus diesem Grund sind Assessments zur Krafttestung in der Behandlung von Patienten und Patientinnen mit Multipler Sklerose unerlässlich. Den Themenbereich „Assessments bei Multipler Sklerose“ assoziiert man schnell mit Tests zur Evaluierung der Lebensqualität und zur Feststellung der Ausdauerleistung doch nur selten hört oder liest man von Krafttests in Kombination mit Multipler Sklerose. Hat man Kraftmessmethoden gefunden, die bei Patienten und Patientinnen mit Multipler Sklerose anwendbar sind, ist allerdings noch zu hinterfragen, ob diese Tests noch reliabel und valide sind. Denn wenn Assessments an Personen ohne neurologische Erkrankung entwickelt und erprobt wurden, so muss die Reliabilität und Validität, bei der Anwendung am Patienten/an der Patientin mit Multipler Sklerose in Frage gestellt werden.

Die forschungsleitende Fragestellung, die es zu beantworten gilt, lautet: Welche standardisierten Kraftmessmethoden gibt es für Patienten und Patientinnen die an Multipler Sklerose erkrankt sind?

Des Weiteren entwickelt sich zu diesem Thema die Frage: Sind die gefundenen Kraftmessmethoden valide und reliabel in ihrer Anwendung am Patienten/an der Patientin mit Multipler Sklerose?

Die physiotherapeutische Relevanz dieser Arbeit liegt in der Wichtigkeit des Krafttrainings und der Physiotherapie für die Rehabilitation von Patienten und Patientinnen mit Multipler Sklerose. Muskelschwäche ist ein Hauptsymptom der Multiplen Sklerose und führt zu einer reduzierten Gehfähigkeit und behindert den Patienten/die Patientin bei Aktivitäten des täglichen Lebens. Durch Physiotherapie und Krafttraining kann dafür gesorgt werden, dass Personen mit Multipler Sklerose muskulär in der Lage sind, Bewegungen wie den Körper gegen die Schwerkraft von einem Sessel zu heben, durchzuführen. Ebenfalls verbessert Kraft-training die intramuskuläre Koordination und sorgt damit auch für eine verbesserte posturale Kontrolle.⁠

Physiotherapeutisch relevant ist auch die Bedeutung von Kraftmessmethoden für das Arbeiten am Patienten/an der Patientin. Krafttests dienen der Befundung der Kraftentfaltung eines Muskels oder einer Muskel-gruppe, wodurch der Untersucher/die Untersucherin eine Aussage über die Funktionsfähigkeit der Muskeln/des Muskels erhält. Besonders bei einem neurologischen Befund ist es wichtig und ratsam die Muskelkraft zu testen, um festzustellen, ob ein Muskel kräftig genug ist, um die umliegenden Strukturen zu schützen und ob der Patient/die Patientin muskulär in der Lage ist, funktionelle Tätigkeiten auszuüben.