Titelaufnahme

Titel
Körper. Sucht. Wahrnehmung. : Körperwahrnehmungsorientierte Therapie als unterstützende Maßnahme bei der Alkoholentwöhnung.
Weitere Titel
Body awareness practice as supportive therapy during alcohol withdrawal.
VerfasserMiklin, Lisa
GutachterKundegraber, Manuela
Erschienen2017
Datum der AbgabeJuni 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Alkoholabhängigkeit / Substanzgebundene Abhängigkeit / Rückfallprävention / Körperwahrnehmung / körperwahrnehmungsorientierte Therapie
Schlagwörter (EN)substance use disorders / alcohol dependence / relapse prevention / body awareness / body-mind therapy / body-oriented therapy
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: Die konstante Intoxikation durch Alkohol beeinflusst das zentrale Nervensystem des Menschen in vielerlei Hinsicht. Auf physiologischer Ebene zeigt sich dies in Form einer gestörten Aufnahme, Weiterleitung und Verarbeitung von Reizinformationen und führt zwangsläufig auf psychischer Ebene zu einem verzerrten Erleben des eigenen Körpers. Für die physiotherapeutische Arbeit mit Alkoholabhängigen stellt daher die Verbesserung der Körperwahrnehmung ein zentrales Element in der Behandlung dar. Ziel: Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, ob körperwahrnehmungsorientierte Therapiemethoden einen positiv relevanten Einfluss auf den Erfolg einer Alkoholrehabilitation darstellen. Zugleich versucht die vorliegende Arbeit die aktuelle Evidenzlage der Thematik darzustellen. Methode: Systematische Literaturrecherche unter Nutzung der Datenbanken PubMed und PEDro. Die Aktualität der Studien wurde auf nicht älter als 10 Jahre beschränkt. Ergebnisse: Zwei quantitative und drei qualitative Studien wurden ausgewählt. Zwei RCTs stellen eine positive Relevanz mit signifikanten Ergebnissen zweier unterschiedlicher körperwahrnehmungsorientierter Therapien (MBRP und MABT) auf Basis eines Vergleichs der Alkoholabstinenztage fest. Die qualitativen Studien diskutieren die Definition von Körperwahrnehmung, die Wirkungsweise körperwahrnehmungsorientierter Therapien, das Integrationspotenzial erlernter Methoden in den Alltag, das optimale Therapiesetting und die Relevanz der Auseinandersetzung mit der Körperwahrnehmung für Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten. Conclusio: Die Ergebnisse der RCTs verifizieren die Relevanz körperwahrnehmungsorientierter Therapien als unterstützende Therapie bei der Alkoholentwöhnung. Die qualitativen Studienergebnisse begründen die Relevanz der Körperwahrnehmung im Allgemeinen und geben Anlass dazu, dem Ziel einer Verbesserung der Körperwahrnehmung als therapeutische Intervention weiterhin Aufmerksamkeit zu schenken. Zahlreichere und umfangreichere Studien mit größeren Stichproben und längeren Follow-Up-Untersuchungen, sind für ein evidenzbasiertes therapeutisches Arbeiten unbedingt erforderlich.

Zusammenfassung (Englisch)

Background: Constant intoxication through alcohol influences the central nervous system of humans in many ways. On a physiological level it is shown by an impaired comprehension, transfer and processing of stimulus information and on the psychological level leads inevitably to a distorted experience of one's own body. With regard to the physiotherapeutical work with alcohol addicts a central element in the treatment is therefore the improvement of body awareness. Aim: The present paper looks at the question of whether therapy methods emphasizing body awareness have a positively relevant influence on the success of a rehabilitation of alcoholics. At the same time this paper presents the current evidence on this subject. Method: Systematic research of literature using the PubMed and PEDro databanks. The studies chosen were not older than 10 years. Results: Two quantitative und three qualitative studies were chosen. Two RCTs establish a positive relevance with significant results for two different therapies using body awareness (MBRP and MABT) on the basis of a comparison of days of alcohol abstinence. The qualitative studies discuss the definition of body awareness, the ways in which body awareness therapies work, the potential for integrating learned methods into daily life, the best therapy setting, and the relevance of understanding body awareness for physiotherapists. Conclusio: The results of the RCTs verify the relevance of body awareness therapies as supportive therapy during alcohol withdrawal. The results of the qualitative studies substantiate the relevance of body awareness generally speaking and justify paying attention to therapeutic intervention aiming to improve body awareness. More numerous and comprehensive studies with larger random tests and longer follow up surveys are absolutely necessary for therapeutic work based on evidence.