Titelaufnahme

Titel
Welchen Effekt hat Ausdauertraining auf Fatigue bei Patienten und Patientinnen mit Multipler Sklerose? : Eine Literaturarbeit.
Weitere Titel
Which effect does endurance training have on fatigue in patients with multiple sclerosis? A Literature Review.
VerfasserSchnellnberger, Georg
GutachterGreisberger, Andrea
Erschienen2017
Datum der AbgabeJuni 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Multiple Sklerose / Ausdauertraining / Fatigue / MS
Schlagwörter (EN)multiple sclerosis / endurance training / fatigue / ms
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: Multiple Sklerose (MS) ist eine Erkrankung des Zentralnervensystems und die häufigste neurologische Erkrankung junger Erwachsener. Unter einer Vielzahl an Symptomen wird Fatigue als eines der am meisten beeinträchtigenden Symptome von Personen mit MS beschrieben. Fatigue ist eine anhaltende geistige und/oder körperliche Müdigkeit bzw. eine schnelle Erschöpfbarkeit, die über ein normales Maß an Müdigkeit hinausgeht und beeinträchtigt viele Personen mit MS in ihrem beruflichen- und/oder sozialen Leben.

Physiotherapie, als wesentlicher Bestandteil in der Behandlung von MS, kann mit verschiedenen therapeutischen Maßnahmen wie funktionellem Training, Krafttraining oder Ausdauertraining (AT) helfen, Körperfunktion und –Struktur zu beeinflussen.

Da Ausdauer die Widerstandsfähigkeit gegen Ermüdung ist und die Steigerung dieser Teil einer physiotherapeutischen Behandlung sein kann, soll in dieser Arbeit folgende Fragestellung bearbeitet werden: Welchen Effekt hat AT auf Fatigue bei Patienten und Patientinnen mit MS?

Ziel dieser Arbeit ist es, herauszufinden, wie AT Fatigue bei Personen mit MS beeinflusst. Ergebnisse können als Entscheidungshilfe für physiotherapeutische Behandlungen dienen.

Methodik: Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine nicht-empirische, wissenschaftliche Literaturarbeit. Studien wurden mit einer systematischen Literatursuche in den Datenbanken PEDro, PubMed und Google Scholar gefunden. Eingeschlossen wurden randomisierte kontrollierte Studien bzw. kontrollierte klinische Studien, Personen mussten an MS erkrankt sein und durften einen EDSS-Score von maximal sechs aufweisen. Die Intervention musste ein mit objektiven Messparametern ermitteltes AT sein und Fatigue musste vor und nach dem Interventionszeitraum gemessen worden sein. Kontrollgruppen konnten kein, irgendein Training das nicht AT ist, oder AT kombiniert mit irgendeinem anderen Training, sofern dieses AT kürzer als das der Interventionsgruppe war, durchführen.

Resultate: Bei der Suche konnte aus 128 Ergebnissen drei Studien gefiltert werden, die den Kriterien entsprachen. Bei zwei Studien wurde ein Laufbandtraining durchgeführt und bei einer Studie wurde das AT in Teil 1: Fahrradergometer- und Teil 2: Crosstrainer-, Stepper-, Armergometer-, Laufband-, Liegeergometer- oder Ruderergometertraining unterteilt. Die drei Studien umfassten 111 Patienten und Patientinnen, wobei 95 weibliche und 16 männliche Personen teilnahmen. Fatigue wurde bei zwei Studien mit der Fatigue Severity Scale und bei einer Studie mit der Modified Fatigue Impact Scale gemessen.

Schlussfolgerung: Durch die gewonnenen Erkenntnisse aus den Studien lässt sich sagen, dass acht bis zwölf Wochen AT eine statistisch signifikante Verbesserung bringen kann, wenngleich die Ergebnisse nicht klinisch relevant zu sein scheinen.

Zusammenfassung (Englisch)

Background: Multiple Sklerosis (MS) affects the central nervous system and is the most common neurologic disease of young adults. Patients with MS can suffer from many different symptoms but fatigue is described as one of the most impairing. Fatigue is a tiredness that is beyond a usual exhaustion and affects persons with MS in their working and social life.

Physiotherapy is an essential part of MS treatment and may include functional training, strength training and endurance training to increase body function and structure.

As endurance training is the resistance against tiredness and may be part of physiotherapeutical interventions, the following review tries to answer the following research question: Which effect does endurance training have on fatigue in patients with multiple sclerosis?

The target of this review is to find out which effect endurance training has on fatigue in MS patients. Results may be helpful to choose interventions in physiotherapy.

Method: The following work is a non-empirical scientific literature review. Studies have been searched on PEDro, PubMed, and Google Scholar. This work includes randomized controlled trials and controlled clinical trials. Included persons have to suffer of MS with a maximum EDSS-score of 6, the intervention is endurance training and has to be measured with objective measuring parameters and fatigue has to be measured before and after intervention. Control groups may follow no additional intervention, any training that is not endurance training, endurance training combined with any other training as long as endurance training is shorter than for the intervention group.

Results: In the literature search, three studies out of 128 results have been found to fulfill the requested criteria. Interventions were treadmill training in two studies and split training that consists of ergometer training for the first 20 minutes and stepper-, a cross-trainer- an arm-ergometer-, a treadmill-, a recumbent-ergometer- or a rowing ergometer-training for the second 20 minutes. Studies included 111 patients 95 female and 16 male. Fatigue has been measured with the fatigue severity scale in two studies and the modified fatigue impact scale in one study.

Conclusion: An eight to ten weeks endurance training may show significant beneficial effects on fatigue although results might not be clinically relevant.