Titelaufnahme

Titel
Elektrotherapie bei Harninkontinenz – Eine Erhebung des aktuellen Wissensstandes
Weitere Titel
Treatment of urinary incontinence by electric stimulation - A review of the current state of knowledge
VerfasserBarilich, Victoria
Betreuer / BetreuerinStelzhammer, Christine
Erschienen2017
Datum der AbgabeFebruar 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
 _
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Das Ziel der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit ist es, einen weitreichenden Überblick über die Thematik Belastungsinkontinenz sowie die Elektrotherapie als eine mögliche konservative Behandlungsmethode zu geben. Dies soll ausreichend Hintergrundwissen für die in der Bachelorarbeit 2 zu beantwortenden zentralen Fragestellung bieten. Diese lautet: Welche Bedeutung hat der Einsatz von Elektrotherapie als physiotherapeutische Maßnahme bei der Behandlung von Belastungsinkontinenz bei Frauen?

Da es sich bei Bachelorarbeit 1 um eine nicht-empirische Forschungsarbeit handelt, wurde eine ausreichende Literaturrecherche in den Datenbanken, PubMed, PEDro und CHINAL durchgeführt. Die Arbeit ist in 3 Hauptkapitel gegliedert, wobei zunächst die Problematik des Themas, deren physiotherapeutische Relevanz und die zentrale Fragestellung genauer erläutert und definiert werden. Im Hauptteil wird aufgrund aktueller Literatur auf die Symptomatik Belastungsinkontinenz, deren Pathophysiologie und die Prognose bei konservativen Behandlungen sowie die Elektrotherapie, deren Wirkungsweise und effektive Parameter eingegangen. Weiteres wurde die Forschungsmethodik genauer erläutert und begründet und ein Ausblick auf den zweiten Teil dieser wissenschaftlichen Arbeit gegeben.

Es zeigte sich, dass Harninkontinenz ein weitverbreitetes Problem ist, von dem vor allem mehr Frauen betroffen sind als Männer. Häufig wird die Zahl der Betroffenen unterschätzt, da nur weniger als 50 % der Betroffenen medizinische Betreuung in Anspruch nehmen. Gründe dafür sind Scham, mangelnde Information und fälschliche Annahmen der Patientinnen. Durch die Belastungsinkontinenz geben Betroffene eine geringere Lebensqualität, körperliche, psychische und soziale Einschränkungen an.

Als Risikofaktoren gelten vaginale Geburten, zunehmendes Alter, Übergewicht, als auch Sportarten mit hohen Belastungen, wie beispielsweise Trampolinspringen.

Es gibt mehrere Pathomechanismen für die Entstehung einer Belastungsinkontinenz. Einerseits kann diese auf eine Hypermobilität der Urethra sowie mangelnde Stabilität der angrenzenden Strukturen zurückzuführen sein. Aber auch eine Schwäche der Sphinkter- und Beckenbodenmuskulatur können zu einer Belastungsinkontinenz führen.

Die Ziele der neuromuskulären Elektrostimulation bei Belastungsinkontinenz sind es, die Aktivität der Beckenbodenmuskulatur und deren Wahrnehmung zu fördern.

Fast ein Drittel der von Inkontinenz Betroffenen können die Beckenbodenmuskulatur nicht aktiv kontrahieren, gerade hier empfiehlt das National Institute for Health and Care Excellence die Anwendung von Elektrotherapie. Auch konnte belegt werden, dass vor allem bei schwacher Muskulatur, mithilfe der Elektrotherapie, die Wahrnehmung der Muskulatur gesteigert werden kann.

In der aktuellen Literatur zeigt sich eine erhebliche Variation der Behandlungsprotokolle bei der Anwendung von Elektrostimulation bei Belastungsinkontinenz. Jedoch kommt es meist zur Anwendung von Frequenzen im Bereich von 10-50 Hz, mit einer Impulsdauer von 200-500 s und einer maximal tolerierbaren Intensität. Es ist sinnvoll, die Elektrotherapie über einen Zeitraum von 4 bis 6 Wochen mit 10 bis 15 minütigen Einheiten dreimal pro Woche durchzuführen.

Neben den allgemeinen Kontraindikationen sind zusätzliche Kontraindikationen im Bereich des Beckenbodens zu beachten. Dazu zählen Harnwegsinfekte, Blutungen, Hautveränderungen und Schwangerschaft.

Es können Unterschiede bei aktiven Kontraktionen und durch neuromuskuläre Elektrostimulation hervorgerufenen Kontraktionen festgestellt werden. Dabei kommt es bei neuromuskulärer Elektrostimulation zu einer vermehrten Durchblutung sowie erhöhtem Sauerstoffbedarf. Auch die Zusammensetzung der Muskelfasern und die Aktivierung motorischer Einheiten unterscheiden sich.

Für den zweiten Teil der Arbeit ist ebenfalls eine ausführliche Literaturrecherche in den oben genannten Datenbanken geplant, um die im Zentrum stehende Fragestellung beantworten zu können. Dabei soll vor allem auf die Aktualität und Qualität der Literatur Wert gelegt werden.