Titelaufnahme

Titel
Handball Goalie´s Elbow : Eine Erhebung des aktuellen Wissenstandes
Weitere Titel
Handball Goalie´s Elbow A summary of the current stage of knowledge
VerfasserBarrada, Dahlia
GutachterKlinger, Meike
Erschienen2017
Datum der AbgabeFebruar 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

In Deutschland ist Handball bei den Frauen die Sportart mit der höchsten Verletzungsrate, während sie bei den Männern Platz zwei belegt.

Ellbogenverletzungen sind besonders bei HandballtorwartInnen häufig, da sie den Ball mit den Händen oder Unterarmen blocken. Bei diesem Vorgang ist das Ellbogengelenk mit hoher Inzidenz extendiert und die durch den Ball einwirkenden Kräfte führen dann zu einer Hyperextension.

Dadurch entstehen Symptome wie: Schmerz, Kraftlosigkeit, eingeschränktes Bewegungsausmaß, Schwellung und Knacksen im Bereich des Ellbogengelenkes, sowie das Gefühl einer Blockade oder Instabilität in diesem. Das Ausmaß aller Symptome, in Verbindung mit der Position des/der SpielerIn im Tor, wird dann als „handball goalie´s elbow“ oder „goalie´s elbow syndrom“ bezeichnet.

Ziel dieser Arbeit ist es herauszufinden, welche aktiven therapeutischen Maßnahmen bei einem „handball goalie´s elbow“ gesetzt werden können, um diese Problematik zu verbessern und anschließend eine Empfehlung für ein Trainingsprogramm abzugeben.

Die Symptome des „handball goalie´s elbow“, spezifischer: Schmerz, Kraftlosigkeit, Knacksen im Ellbogengelenk und das subjektive Gefühl im jenem instabil zu sein, deuten besonders auf eine Instabilität des Ellbogengelenkes hin.

Zur Stabilität des Ellbogengelenks tragen knöcherne, ligamentäre und muskuläre Strukturen des Ellbogens bei. Durch Training der adäquaten Muskelgruppen kann die neutrale Zone beeinflusst und so die Stabilität des Gelenkes verbessert werden.

Die Hypothese H1, welche es zu überprüfen gilt, lautet daher: Man kann durch aktive physiotherapeutische Maßnahmen die Symptomatik eines „handball goalie´s elbow“ verbessern.

Die zentrale Forschungsfrage ergibt sich deshalb wie folgt: „Welche aktiven Therapiemaßnahmen können die Symptomatik eines „handball goalie´s elbow“ verbessern?“

Da der Block des Balles in unterschiedlichen Positionen des Ellbogens erfolgt, entstehen unterschiedliche Kräfte auf das Gelenk. Wird der Handball vor der Frontalebene abgewehrt, kommt es vorrangig zu einer Hyperextension im Ellbogengelenk, wenn die Abwehr auf Höhe der Frontalebene stattfindet, führen die einwirkenden Kräfte zusätzlich zu einem Valgus.

Es besteht auch ein Zusammenhang zwischen wiederholter Belastung durch Hyperextension und einer medialen Instabilität des Ellbogengelenks. Diese entsteht entweder durch ein Trauma oder durch mehrere Mikrotraumen. Beim „handball goalie´s elbow“ ist die Instabilität die Folge von mehreren Mikrotraumen des Gelenks. Die mediale Instabilität führt besonders in Kombination mit einer schlechten muskulären Stabilisation zu verschiedenen chronischen Degenerationen des Ellbogengelenks.

Tyrdal and Bahr bewiesen außerdem in ihren Studien Mikroeinrisse der um den Ellbogen gelegenen Weichteile durch wiederholte Hyperextensionstraumen. Aufgrund der Häufigkeit dieses Vorganges können die gelenksnahen Weichteile nicht vollständig verheilen. Die Folge sind verdickte Gelenksstrukturen, welche zu einer verschlechterten muskulären Stabilisierung aufgrund einer veränderten muskulären Wirksamkeit führen.

Spezifisches Training der gelenksnahen Muskulatur verbessert die Gelenksstabilität und so auch die mediale Instabilität des Ellbogengelenkes.

Diese Bachelorarbeit stellt eine nicht-empirische Forschungsarbeit dar, d.h. es wird eine Literaturrecherche und -analyse durchgeführt um die zentrale Forschungsfrage zu beantworten. Die Datenbanken, welche zu Beginn zur Recherche nach geeigneter Fachliteratur verwendet wurden, waren PubMed, PEDro, EBSCOhost und APTA. Nachdem die Anzahl von adäquaten Fachartikeln und Studien gering war, wurde die Suche anschließend mit Google Scholar fortgesetzt.

Die Keywords, welche bei der Recherche herangezogen wurden, sind wie folgt: „handball“, „goal*“, „elbow“ und „training“. Die Suchbegriffe wurden dabei unterschiedlich kombiniert.

Die gesuchten Studien sollten sich mit der Thematik des „handball goalie´s elbow“ befassen und mindestens der Evidenzklasse einer „individual cohort study“ bzw. eines „low quality RCTs“ entsprechen. Die in den Datenbanken „PubMed“, „Pedro“, „APTA“ und „EBSCOhost“ gefundenen Studien, wurden anschließend auf das Einschlusskriterium eines durchgeführten Trainingsprogrammes geprüft. Bei Google Scholar wurde direkt nach einem solchen gesucht.

Ein weiteres Ausschlusskriterium war das Alter der Studien. Diese sollten nicht älter als 20 Jahre sein.

Als Qualitätsassessment der Studien wurde die PEDro-Skala ausgewählt. Die gefundenen Referenzen müssen mindestens 4 von diesen 11 Punkten erreichen, um eingeschlossen zu werden.

Die ausgewählten Studien werden anschließend anhand der Kriterien: „Outcome“, „Assessment-Tools“, „Trainingsart“, „Dauer“, „Probanden & Probandinnen“ und „Design“ analysiert und verglichen.