Titelaufnahme

Titel
Diagnose Mausarm – physiotherapeutische Interventionen bei RSI
Weitere Titel
RSI at the workplace - conservative interventions
VerfasserSchreiber, Sylvette
Betreuer / BetreuerinEder, Gerhard
Erschienen2017
Datum der AbgabeFebruar 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems verursachten 2014 20,2% aller Krankenstandstage in Österreich. Laut einer 2014 veröffentlichten Arbeitskräfteerhebung der Statistik Austria leiden hochgerechnet 19% der Erwerbstätigen unter arbeitsbedingten Knochen-, Gelenks- oder Muskelproblemen im Bereich Nacken, Schulter, Arme oder Hände. Bei der Tätigkeit am Bildschirmarbeitsplatz wird der Körper einerseits mit starken statischen Belastungen, andererseits aber auch mit repetitiven und unter geringem Kraftaufwand durchgeführten Bewegungen, wie sie beispielsweise beim Bedienen von Maus oder Tastatur anfallen, konfrontiert. Der Computer ist heutzutage nicht mehr aus den Berufsalltag wegzudenken und die Anzahl der Menschen, die ihren Berufsalltag hauptsächlich vor dem Computer verbringen, ist in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen. Schon aus dieser Überlegung heraus kann auf eine hohe Zahl an Betroffenen geschlossen werden.

Es gibt eine Vielfalt an tätigkeitsassoziierten Beschwerden im Bereich Nacken und obere Extremität (OE). Für einige dieser Beschwerden lautet die Diagnose Mausarm oder umgangssprachlich auch Sekretärinnenkrankheit.

Repetitive Strain Injury (RSI) gilt als Sammelbegriff für Beeinträchtigungen, die in Kontext mit eintönigen oder vielfach wiederholten Bewegungen durch das Hand-Arm-System entstehen. Die Beschwerdemuster des RSI sind allerdings nur zu einem geringen Anteil diagnostisch nachweisbar und nur in 10% der Fälle kann eine eindeutige RSI-Diagnose gestellt werden.

Während RSI in Australien als berufsbedingte Krankheit anerkannt wird, ist der Bekanntheitsgrad beispielsweise in Deutschland selbst unter Ärzten noch nicht sehr hoch.

Ziel der Arbeit und zentrale Forschungsfrage:

In dieser Arbeit wird anhand einer Literaturrecherche erörtert, wie es zu einem RSI-Syndrom kommen kann und wie es von anderen Krankheitsbildern abzugrenzen ist. Dabei wird beleuchtet, wie der Körper im Bereich von Nacken und Armen durch die Tätigkeit am Computerarbeitsplatz belastet wird. Auf diesen Erkenntnissen aufbauend soll im zweiten Teil der Arbeit die Wirksamkeit von verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen anhand von Studien geprüft und abschließend eine evidenzbasierte Empfehlung abgeben werden.

Die zentrale Fragestellung lautet:

Welche Maßnahmen sind im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) empfohlen, um das Risiko an RSI zu erkranken, zu minimieren?

Physiotherapeutische Relevanz

Schon in der Physiotherapie-Ausbildung hat die Behandlung von Kranken einen wesentlich höheren Stellenwert als die Arbeit im präventiven Bereich und der Gesundheitsförderung. Nicht nur deshalb steckt in dieser Nische ein großes Potential. Als Gesundheitsexperten können PhysiotherapeutInnen in Unternehmen wichtige Aufklärungsarbeit leisten und KlientInnen motivieren, die geeigneten Maßnahmen tatsächlich umzusetzen. Die stärkere Einbindung in Gesundheitsförderungsprojekte kann in der Zukunft ein wichtiges Arbeitsfeld für TherapeutInnen darstellen, das nicht nur den potentiell beeinträchtigten MitarbeiterInnen und den Unternehmen zu Gute kommt, sondern auch gesamtwirtschaftlichen Nutzen mit sich zieht.

PhysiotherapeutInnen sind in der Lage jene Mechanismen zu analysieren, die den Beschwerden am Bildschirmarbeitsplatz zu Grunde liegen. Dabei betrachten sie den Menschen ganzheitlich und können hierauf aufbauend im Bereich der BGF verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen einsetzen, die Beanspruchungen für den Körper vermindern bzw. den Körper auf Belastungen vorbereiten. Diese Maßnahmen setzen einerseits direkt an der Gestaltung des Computerarbeitsplatzes an, andererseits können Arbeitskräfte durch Ausgleichsübungen oder richtige Pausengestaltung selbst zur Vorbeugung von Beschwerden beitragen. Die vorliegende Arbeit soll beleuchten, welche präventiven Maßnahmen nach aktuellem Stand der Wissenschaft tatsächlich am geeignetsten sind, RSI am Computerarbeitsplatz vorzubeugen.