Titelaufnahme

Titel
Ammenwesen, Frauenmilch und Ersatznahrung - gestern und heute
Weitere Titel
Wet nurses, human milk and substitute food - then and now
VerfasserBrzobohaty, Vanessa
Betreuer / BetreuerinGritsch, Evelyn
Erschienen2017
Datum der AbgabeJuni 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Amme / Säugamme / Muttermilchbank / Frauenmilchbank / Spendermilch / Frauenmilchspende / Ersatznahrung
Schlagwörter (EN)wet nurse / human milk bank / human milk / donated human milk / human milk donation / substitute food
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Ammenwesen und Ersatznahrung im 18. bis 20. Jahrhundert und dem Zugang zur Frauenmilch heute. Die Erziehung und somit auch das Stillen wurden im 18. und 19. Jahrhundert, in der höheren Gesellschaftschicht nicht als Aufgabe der Mutter gesehen. Dies war der Grund, weshalb Neugeborene nach der Geburt in die Obhut einer Amme kamen. Konnte die Mutter aus verschiedenen Gründen, wie zum Beispiel bei Infektionserkrankungen nicht stillen, gab es neben dem Ammenwesen die Möglichkeit der Zufütterung mit Getreidebrei oder Kuhmilch.

Ziel: Ziel dieser Arbeit ist es, herauszufinden, wie sich das Ammenwesen und die Entwicklung der Ersatznahrung für Säuglinge im 18. bis 20. Jhd. darstellte. Ebenfalls soll geklärt werden, welche Zugangsmöglichkeiten es im 21. Jhd. zur Frauenmilch gibt und welche gesundheitlichen Aspekte dabei zu beachten sind.

Ergebnisse: Das Ammenwesen war zwischen dem 18. und 19. Jhd. weit verbreitet. Zahlen aus Paris zeigen, dass von 21.000 Kindern nur 1.000 von ihrer eigenen Mutter gestillt wurden, alle anderen wurden von einer Amme ernährt. Erst mit dem 20. Jahrhundert wurde die Säugamme von der Ersatznahrung abgelöst. Im 21. Jahrhundert gibt es verschiedene Möglichkeiten, um zu Spendermilch zu gelangen. Einerseits erhält die Mutter Milch über Milchbanken, andererseits privat durch Freunde, Familie oder Fremde. Das Internet kann als Plattform der Kontaktaufnahme dienen. Die Mehrheit der Frauen weiß über die Milchspende Bescheid. Frauenmilch, die nicht von Milchbanken bezogen wird, ist nicht kontrolliert. Ebenfalls wird ein Teil der Spendermilch ungekühlt verschickt und eine Kontamination durch Erreger kann festgestellt werden.

Methodik: Diese Arbeit ist eine reine Literaturrecherche. Zur Recherche wurden Internet-Datenbanken, wie Pubmed und MIDIRS, und Online-Bibliotheken der Medizinischen Universität Wien und Hauptbücherei Wien verwendet.

Schlussfolgerung: Das Ammenwesen war im 18. und 19. Jahrhundert weit verbreitet. Abgelöst wurden Ammen durch die Weiterentwicklung und die industrielle Herstellung der Ersatznahrung für Säuglinge. In Österreich gibt es derzeit nur eine öffentliche Frauenmilchbank, weshalb der Zugang zur Frauenmilch erschwert wird. Gleichzeitig nimmt der Onlinehandel mit Frauenmilch zu.

Zusammenfassung (Englisch)

Background: This work deals with the topic of nursing and substitute food in the 18th to 20th century and access to women's milk now. The education and breastfeeding was not seen as the business of mothers of higher layer. Therefore it was the reason why newborns came into the care of a wet nurse in the 18th century. If the mother couldn’t breast-feed for different reasons, there was the possibility of feeding porridge or the milk of a cow.

Objective: The aim of this work is to find out how the wet-nurses and the development of the substitute food for infants in the 18th to the 20th century were presented. It is also intended to clarify which options of access are available to human milk today and which health aspects are to be considered.

Results: Wet nurses were widespread between the 18th and 19th centuries. Figures from Paris show that of 21,000 children only 1,000 were breast-fed by their own mother, all the others were foster by a wet nurse. With the beginning of the 20th century the wet nurse was replaced by the substitute food. In the 21st century, there are different ways to get donor milk. On the one hand, women can receive breast milk from milk banks, on the other hand they can get it private by friends, family or strangers. The internet can be used as a platform for contact. Most of women have knowledge about milk donation. Private human milk is not analyzed. A part of the donor milk was sent without cooling and pathogens can be found in the samples.

Method: This work is a literature research. Internet databases, such as Pubmed and MIDIRS, and online libraries of the Medical University of Vienna and Vienna’s Main Library were used for the search.

Conclusion: Wet nurses were widespread in the 18th and 19th centuries. The nurses were replaced by the further development and the industrial production of the substitute food for infants. In Austria, there is currently only one public human milk bank, which makes access to women's milk more difficult.