Titelaufnahme

Titel
Die Neuroprotektion bei drohender Frühgeburt. Magnesiumtherapie zur Prävention der infantilen Zerebralparese.
Weitere Titel
Neuroprotection therapy in case of imminent premature birth. Magnesium sulfate for the prevention of infantile cerebral palsy.
VerfasserGehmair, Magdalena
GutachterWallner, Katharina
Erschienen2017
Datum der AbgabeJuni 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Neuroprotektion / Drohende Frühgeburt / Magnesiumsulfat / Magnesiumtherapie / Infantile Zerebralparese / Enzephalopathie beim Frühgeborenen
Schlagwörter (EN)Neuroprotection / imminent premature birth / magnesim sulfate / magnesium therapie / infantile cerebral palsy / neonatal enzephalopathy
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Problemstellung: Frühgeborene mit einem Gestationsalter von weniger als 32 Schwangerschaftswochen haben peripartal ein bis zu 30%iges Risiko eine Enzephalopathie zu erleiden. In schwerwiegenden Fällen haben diese Hirnschädigungen das Entstehen einer Zerebralparese zur Folge.

Durch eine an die Schwangere verabreichte, intravenöse Magnesiumtherapie lässt sich die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Zerebralparese beim Frühgeborenen signifikant senken. In aktuellen Leitlinien ist die Anwendung der Neuroprotektion empfohlen. Hinsichtlich des Verabreichungsschemas, der maternalen Überwachung im Rahmen der Therapie und der Indikationsstellung unterscheiden sich die Empfehlungen verschiedener Fachverbände. Die Neuroprotektion wird in Verbindung mit Nebenwirkungen auf den mütterlichen Organismus gebracht, welche bis zum Atemstillstand und Koma führen können. Zudem werden negative Auswirkungen auf den Allgemeinzustand des Neugeborenen diskutiert.

Ziel: Ziel der vorliegenden Arbeit ist es die aktuellen Studienlage zum Thema Neuroprotektion bezüglich Anwendungsbedingungen und den Auswirkungen auf den maternalen und fetalen Organismus zu betrachten.

Methode: Die Erarbeitung der Thematik und die Beantwortung der Forschungsfrage erfolgen in Form eines hermeneutischen Literaturreviews. Zur Recherche wurden diverse medizinische Datenbanken konsultiert: PubMed, Cinahl, MIDIRS, Cochrane Library, Medline, Thieme und Science Direkt. Weiters wurde der Buchbestand der Medizinischen Universität Wien und der FH Campus Wien zur Recherche herangezogen.

Ergebnisse: Im Rahmen der Magnesiumtherapie, welche bei Risikoschwangeren mit Frühgeburtsbestrebungen Anwendung findet, müssen vom betreuenden Personal die Indikationsstellung, mögliche Kontraindikationen und die Aufklärung der Patientin beachtet werden. Bei bis zu 70% der Anwendungen treten mütterliche Komplikationen auf. Schwerwiegenden Nebenwirkungen soll durch Vitalwertkontrollen im Abstand von ein bis vier Stunden vorgebeugt werden. Der kindliche Organismus kann präpartal mit Herzfrequenzveränderungen reagieren; postpartal vermehrt auftretende Anpassungsstörungen werden diskutiert. Jedoch kann durch die Anwendung der Neuroprotektion das Auftreten von Zerebralparesen signifikant verringert werden. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Magnesiumtherapie bei Frühgeburtsbestrebungen, insbesondere vor der 32. Schwangerschaftswoche, zum Einsatz kommen soll.

Zusammenfassung (Englisch)

Objectives: Premature babies with a gestational age of less than 32 weeks have a 30% risk of suffering from peripartal encephalopathy. These severe forms of brain damages may result in cerebral palsy.

Due to prenatally administered magnesium therapy, which is intravenously given to the pregnant woman, the prevalence of cerebral palsy in newborns can be significantly reduced. Current guidelines advise the use of neuroprotection techniques; however, recommendations differ regarding the scheme of administering the treatment, maternal monitoring and the indication for administering the therapy.

Fetal neuroprotection; however, is associated with maternal side effects, which may result in respiratory arrest and coma. Furthermore fetal neuroprotection is also said to have negative effects on the general state of health of the newborn.

Aim: The aim of the present paper is to observe the current scientific knowledge of neuroprotection concerning application conditions and the effects on maternal and fetal organisms.

Method: In order to answer the research questions literary research and analysis was chosen. Relevant literature was elicited by consulting several scientific databases such as: PubMed, Cinahl, MIDIRS, Cochrane Library, Medline, Thieme and Science Direct. Further research was carried out in the library of the medical university of Vienna and the FH Campus Wien

Results: In applying magnesium sulfate, caregivers need to pay attention to application conditions, possible contraindications. Furthermore the patient has to receive adequate patient education before the administration of the therapy. Up to 70% of pregnant women suffer from side effects during the magnesium therapy. Severe side effects can be prevented by carefully monitoring the mothers’ vital parameters at intervals of one to four hours.

The fetal organism may prenatally react to the neuroprotection therapy by slight changes in its heart pattern. In addition, postnatal adaption disorders are discussed. The prenatal, intravenous magnesium application significantly reduces the prevalence of cerebral palsy and its use is advised, especially with newborns with a gestational age less then 32 weeks.